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Britischer Postskandal:
Wie ein fehlerhaftes IT-System hunderte Existenzen ruinierte

Viele Jahre nach dem Post-Office-Horizon-Skandal verspricht die britische Regierung Hilfe. Für einige kommt sie zu spät.
/ Elke Wittich
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Eine Gruppe Betroffener vor Veröffentlichung des ersten Teils des Untersuchungsberichts zum Skandal (Bild: Leon Neal / Getty Images)
Eine Gruppe Betroffener vor Veröffentlichung des ersten Teils des Untersuchungsberichts zum Skandal Bild: Leon Neal / Getty Images

Es war ein Technikfehler mit gravierenden Folgen: Mehr als 900 Betreiber kleiner Postfilialen in Großbritannien wurden zwischen 1999 und 2015 wegen angeblicher Unterschlagungen und Buchhaltungsfehlern verurteilt. Ursache war das fehlerhafte IT-System Horizon des japanischen Herstellers Fujitsu, das fälschlicherweise Fehlbeträge auswies – ein Programmfehler, der viele Leben ruinierte, und einer der größten Justizirrtümer in der Geschichte des Landes.

Bis zu 13 zu Unrecht Beschuldigte könnten sich im Zuge dieses Skandals das Leben genommen haben, stellte ein Untersuchungsausschuss unter Führung des ehemaligen obersten Richters Sir Wyn Williams fest. Hunderte Betroffene hätten vermeintliche Verluste aus eigener Tasche bezahlt, um Strafverfahren zu vermeiden, und dabei ihre Ersparnisse verloren. Viele seien schwer krank geworden oder aus den sozialen Gemeinschaften ihrer Wohnorte ausgestoßen worden.

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