Briefkastenfirmen: Apples Steuertricks kosten Deutschland 245 Millionen Euro
Der Apple-Konzern vermeidet in Deutschland durch Steuertricks Zahlungen in dreistelliger Millionenhöhe im Jahr. Das berichtet das ZDF-Magazin Frontal 21(öffnet im neuen Fenster) in der Sendung am 28. Mai 2013 um 21 Uhr. Der US-Konzern veröffentlicht keine Geschäftszahlen für Deutschland. Nach Schätzungen von Analysten macht Apple mit seinen in Deutschland verkauften Produkten rund eine Milliarde Euro Gewinn.
"Wenn wir auf eine Milliarde Euro Gewinn die 25 Prozent Unternehmenssteuer anlegen, dann kommen wir in Deutschland auf ein Steuersoll von 250 Millionen Euro", sagt Markus Meinzer von der Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network. "Wenn wir das vergleichen mit den fünf Millionen Euro, die Apple tatsächlich bezahlt hat, sieht man, dass es hier eine Steuerlücke von 245 Millionen Euro gibt." Apple nutzt ein komplexes Geflecht aus vielfach im Ausland angesiedelten Briefkastenfirmen, die in den Niederlanden, Luxemburg oder auf den britischen Jungferninseln ihren Sitz haben.
Der "heilige Gral der Steuervermeidung"
"Apple hat den Heiligen Gral der Steuervermeidung gesucht und gefunden", sagte US-Senator Carl Levin von den Demokraten, der den permanenten Senatsunterausschuss für Untersuchungen leitet.
Die Experten beziffern die Steuern, die Apple von 2009 bis 2012 gespart hat, auf mindestens 74 Milliarden US-Dollar, die auf Auslandsgewinne hätten gezahlt werden müssen. Im vergangenen Jahr erzielte Apple 61 Prozent seines Umsatzes außerhalb der USA.
Apple wird nicht verdächtigt, illegal zu handeln, aber Gesetzeslücken mit "größter Dreistigkeit" zur Steuervermeidung zu nutzen, wie viele andere IT-Konzerne auch, darunter Amazon, Microsoft und Google.
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