Briar: Der Messenger für die Krise

Kein Internet, kein Problem: Der Messenger Briar funktioniert auch ohne und bietet starke Anonymisierung.

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Der Messenger Briar braucht kein Internet.
Der Messenger Briar braucht kein Internet. (Bild: Briar)

Der Messenger Briar funktioniert auch dann weiter, wenn kein Internet mehr zur Verfügung steht. Er ermöglicht die Verbreitung von Nachrichten, Blogs und Foren sowohl über WLAN und Bluetooth als auch über das Internet. Briar setzt dabei nicht auf einen zentralen Server, sondern ein Peer-2-Peer-Netzwerk, das für die Verbreitung der Nachrichten sorgt - anonym und zensurresistent. Seine Zielgruppe sind Aktivisten und Journalisten, insbesondere in Krisengebieten. Doch der Android-Messenger eignet sich auch hierzulande für eine anonyme Kommunikation.

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Briar ist sowohl im Google Play Store als auch im freien App Store F-Droid und als direkter Download erhältlich. Ein Konto können sich Nutzer offline anlegen. Dazu müssen sie einen frei gewählten Namen und ein Passwort festlegen. Anschließend können sie sich mit anderen Briar-Nutzern verbinden.

Auch das funktioniert offline, wenn sich zwei Briar-Nutzer treffen und jeweils einen QR-Code des anderen scannen. Anschließend wird eine Verbindung zwischen beiden Geräten hergestellt. Ist ein Treffen nicht möglich, können die Nutzer auch jeweils ihre Briar-URL austauschen, über die eine Verbindung zwischen ihnen über das Internet hergestellt werden kann.

Briar sendet nur Daten an Kontakte, mit denen sich der Nutzer zuvor verbunden hat. Um die Anonymität im Internet zu gewährleisten, nutzt jeder Briar-Client einen eigenen Onion Service (früher Hidden Service) im Tor-Netzwerk. Dadurch erhält jede Briar-Instanz eine eigene .onion-Domain im Tor-Netzwerk, an welche die Clients der Briar-Kontakte ihre Nachrichten zustellen können. Das funktioniert jedoch nur, wenn beide Geräte online sind. Alternativ können die Geräte sich per WLAN oder Bluetooth verbinden - dann ohne Tor. Einen Nachteil haben alle Verbindungen: Sie benötigen viel Akku.

Briar verschlüsselt alles Ende-zu-Ende

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Alle Nachrichten in Briar werden automatisch Ende-zu-Ende verschlüsselt. Im Unterschied zu vielen anderen sicheren Messengern setzt Briar nicht auf das Signal-Protokoll, sondern auf eine Eigenentwicklung. Bei Signal werden bei jedem Nachrichtenaustausch auch neue Schlüssel ausgetauscht. Das funktioniere jedoch bei einem Messenger nicht, bei dem die Nachrichten auch offline über mehrere Geräte transportiert werden könnten, erklärt Briar-Entwickler Torsten Grote.

"Manche Nachrichten kommen schnell an, andere werden von einem Freund zu einem anderen Kontakt transportiert, wieder andere können in einem Krisengebiet ganz verlorengehen." Um dennoch einen Schlüsselwechsel wie bei Signal gewährleisten zu können, würden die Schlüssel zeitbasiert abgeleitet. Das Verfahren wurde von Briar-Projektgründer Michael Rogers entwickelt, der auch in der Danksagung des Signal-Protokolls erwähnt wird. Sowohl die Crypto als auch die Briar-App selbst wurden mit dem ersten Release 2017 von Cure53 auditiert.

Nachrichten und Blogs ohne Internet übermitteln

Neben der einfachen Nachrichtenübermittlung zwischen zwei Nutzern unterstützt Briar private Gruppen und Foren. In den Foren kann jeder Nutzer weitere Mitglieder hinzufügen, in den privaten Gruppen nur der Gruppen-Admin. Zudem können Nutzer Blogs erstellen, in denen sie eigene Beiträge schreiben können, die an alle Kontakte übermittelt werden. Fällt das Internet aus, können die Briar-Kontakte in der Nähe die Nachrichten weiter über Bluetooth und WLAN empfangen und auf ihrem Smartphone in einen anderen Teil der Stadt oder gar eine andere Stadt transportieren. Dort können sie die Nachrichten wiederum per Bluetooth oder WLAN weiterverteilen. Dieser Transport muss jedoch zuvor in der App erlaubt werden.

"Der Fokus von Briar liegt ganz klar auf Sicherheit und Anonymität", sagt Grote. Die App solle in den Standardeinstellungen die Quellen von Journalisten schützen, deshalb muss die großflächigere Verteilung von Nachrichten erst dediziert aktiviert werden. Apps wie Firechat, die den Fokus auf die Verteilung von Nachrichten über ein Mesh-Netzwerk legen, hätten es hier einfacher. Bisher lässt sich mit Briar zudem nur Text teilen. Die Entwickler arbeiten jedoch an einer Übertragung von Bildern. Die Briar-Community entwickelt zudem einen Desktop-Client, der bereits in einer Alpha-Version verfügbar ist.

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starscreen 04. Mai 2020

*facepalm*

senf.dazu 12. Apr 2020

Die Verbreitung dürfte aber besser funktionieren als bei einer Pandemie. So ne Art...

pitsch 08. Apr 2020

das prinzip kommt noch aus zeiten von modem basierten ad-hoc netzwerken. in berlin gab es...

Keep The Focus 06. Apr 2020

Matrix läuft auf mehr Platformen als Telegram UND hat eine größere Userbase: Matrix...

FlashBFE 02. Apr 2020

Das ist eben der Nachteil, wenn man die Nachrichten nicht von einer zentralen Stelle...



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