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Spieleklassiker mit Game-Lizenzen kombinieren

Muss man etwa im Spiel einen Code knacken, dann kann dieses Rätsel separat auf dem iPad laufen. Dadurch werde ein Mehrwert geschaffen, sagt Beinroth: "Die Spieler nehmen nur die Dinge an, die in der Summe sinnvoll erscheinen." Als Beispiel nennt er Werwölfe - Vollmondnacht, bei dem die App per Sprachausgabe die Spielleiterrolle übernimmt. Der umgekehrte Weg - von der App zum Brettspiel - sei bei Ravensburger eher die Ausnahme, so der Produktmanager. "Man braucht überhaupt erst einmal eine Marke, die als Brettspiel funktioniert." Bei Quizduell etwa war das der Fall: Die App beziehungsweise Fernsehsendung existiert inzwischen auch als Brettspiel.

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"Eine geradlinige Umsetzung eines komplexeren Computerspiels ist nur selten möglich oder von uns erwünscht, da die Ansprüche und Möglichkeiten von Computerspiel und Brettspiel verschieden sind", erklärt auch Heiko Eller-Bilz vom deutschen Spielevertreiber Asmodee. Asmodee hat bisher unter anderem Brettspiel-Adaptionen von XCOM, Civilization, The Witcher und Doom auf den deutschen Markt gebracht. Die Kunst sei, das Feeling des Games einzufangen und mittels eigener Ideen und Mechanismen in das Medium Brettspiel zu transportieren, damit aber auch durchaus etwas Neues und Eigenes zu schaffen, sagt Eller-Bilz. "Wiedererkennung des Computeroriginals und Begeisterung für das Brettspiel, ohne ein stumpfe Kopie zu schaffen - das ist die Herausforderung."

Die Firma Winning Moves aus Düsseldorf hat sich ihrerseits darauf spezialisiert, Spieleklassiker mit bekannten Game-Lizenzen zu kombinieren. Monopoly-Versionen gibt es unter anderem für Halo, Fallout und Assassin's Creed. Risiko wird beispielsweise mit Starcraft und Halo gemixt, Ende des Jahres soll eine Skyrim-Edition erscheinen. Die Zielgruppe der Firma sind Fans von Filmen, Fußballvereinen, Städten, Comics, Fernsehserien und Videospielen.

Bei Monopoly passt Winning Moves das Artwork nahezu komplett an die jeweilige Lizenz an: Geldscheine, Spielfiguren und in vielen Fällen auch die Häuser und Hotels - mit einer Ausnahme: den Eckfeldern. Die Spielmechanik bleibt gleich. Bei Risiko werden dagegen auch eigene, an die Themenwelt angepasste Spielmodi entwickelt.

Games ahmen Eigenschaften von Brettspielen nach

Eine spannende Entwicklung bei der Verknüpfung von Brett- und Computerspielen ist, dass auch Strategiespiele auf PC und Tablet zunehmend die physischen Eigenschaften von Brett- und Tabletop-Spielen simulieren. So ist der australische Indie-Hit Armello von League of Geeks in Ästhetik und Gameplay ganz bewusst einem Brettspiel nachempfunden - stärker noch als Strategiespiele wie Civilization. Als das iPad erschien, spielten die Gründer der Firma gerade ziemlich viele Brettspiele und Pen-and-Paper-RPGs, erzählt Studiochef Blake Mizzi. So kamen sie auf die Idee zu Armello.

Das PC-Strategiespiel Wartile des dänischen Studios Playwood Project ist sogar bis ins Detail einem Tabletop-Spiel nachempfunden: mit einem Diorama, Figuren auf Podesten und organisch wirkenden Oberflächen. "Tabletop-Games haben ein klar durchschaubares Regelwerk, das alle Spieler kennen", sagt Creative Director Michael Rud Jakobsen. "In Videospielen werden die Regeln eher versteckt, um eine bestimmte Spielerfahrung zu erschaffen." Als nächsten Schritt des Early-Access-Projekts plant Jakobsen übrigens einen Multiplayer-Modus. Wartile soll mehr Geselligkeit bieten - eben wie ein echtes Tabletop-Spiel.

Die ursprüngliche Fassung dieses Artikels ist im International Games Magazine erschienen.

 Brettspiele und Games: Die Kunst, das Feeling des Spiels einzufangen
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MickeyKay 08. Nov 2017

Da liegt schon der Fehler: Spielvorbereitung und Anleitung verinnerlichen macht man...

Fushimi 26. Okt 2017

Lief zuletzt bei kickstarter als Kampagne. Bin sehr gespannt, wie die Umsetzung am Ende...

emuuu 26. Okt 2017

Ich habe es z.B. für Scotland Yard. Wobei man hier sagen muss, dass ich gerade den AR...

derKlaus 25. Okt 2017

Geht sogar noch weiter: Das waren schon immer Asmodee Spiele. Die Titel sind ja die...

Umaru 25. Okt 2017

kwT.


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