Wo sind denn die Hybride?

"Hybridspiele sind ist so gut wie ausgestorben", sagt Fritsch. Er kenne nur noch zwei Studios, die an Hybridspiele glaubten: den Verlag Hybr und Rudy Games aus Österreich. Hybr ist ein junges Team, das - via Kickstarter - ein Spiel namens Soviet Kitchen Unleashed entwickelt. Darin wird mittels Begleit-App ein Gericht mit speziellen, teils radioaktiven Zutaten vorgegeben. Die Spieler wählen Farbkarten, die dann per QR-Code eingelesen werden - im "Mixer" entstehen dadurch neue Farben.

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Ein originelles Hybrid-Konzept, das in der Industrie aber nur noch selten anzutreffen ist. "Die klassische Brettspiele-Industrie hat sich an Hybridspielen die Finger verbrannt", sagt Fritsch. Die wollten das alle nicht mehr machen. Was er persönlich sehr schade finde, weil es Brettspiele gut unterstützen könnte. Zwar habe heute nahezu jeder ein Smartphone. Doch der Wunsch, explizit offline zu spielen, sei in der Brettspielszene sehr stark. "Und die Verlage haben in den letzten Jahren wahnsinnig viel Geld in solche Experimente investiert", sagt Fritsch. "Die sind zum Teil gefloppt, es wurde sehr viel Geld versenkt. Eine App zu entwickeln, kostet meistens mehr als die Entwicklung eines Brettspiels."

Ein paar große Verlage machen noch Hybride

Auch Johannes Jaeger hält Hybridspiele für "ein schwieriges Thema". "Da passiert schon was, sie haben sich aber bislang nicht so richtig durchgesetzt", sagt er. Nur große Brettspiel-Verlage wie Fantasy Flight Games aus den USA seien in puncto Hybridspiele noch richtig aktiv.

"Ihre großen, schweren Fantasy-Spiele haben App-Unterstützung, zum Beispiel ganz neu ein Spiel zu 'Der Herr der Ringe', das Tablet-Unterstützung hat. Das sind Abenteuerspiele, bei denen das Tablet die Rolle des Game Masters übernimmt, also sagt, wie der Plan aufgebaut werden muss - oder auch die Monster steuert."

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Durch diesen Computeranteil ließen sich die Szenarien ein bisschen variieren, sagt Jaeger. "Das hat einen Zufallsgenerator mit drin und sieht immer wieder ein bisschen anders aus, wenn man die Mission noch mal spielt."

Alexa, spiel mit mir!

Allerdings müsse man beim Spielen immer noch sehr viel aufs Tablet starren. "Und das funktioniert eigentlich nur gut, wenn sich ein Spieler opfert und alles vorliest, was in der App steht - und die anderen sich wirklich auf das Brettspiel konzentrieren können."

Eine probate Lösung sieht Jaeger in der Sprachsteuerung à la Alexa: "Sobald ein komplett sprachgesteuerter Game Master möglich ist, der ohne Bildschirm auskommt, dann reden wir noch mal. Das könnte tatsächlich etwas sein, was das Brettspiel in der Zukunft noch auf eine andere Stufe stellt."

Ein Problem seien jedoch die begrenzten Brettspiel-Budgets."Natürlich ist es sehr kostspielig, eine solche App zu entwickeln." In Deutschland experimentiert die Firma Ravensburger auch weiterhin mit Hybrid-Spielen. Ermutigt durch den Erfolg von Tiptoi will der Verlag im Weihnachtsgeschäft neue Spiele mit App-Unterstützung auf den Markt bringen. "Es bleibt spannend", sagt Jaeger.

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 Die 'Versoftung' von BrettspielenUnd das Brett? 
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