Brennstoffzelle: Daimler will künftig mehr Wasserstoffantriebe anbieten

Nach einem Bericht der Automobilwoche(öffnet im neuen Fenster) will Daimler künftig stärker auf den Wasserstoffantrieb setzen. Ein Brennstoffzellenmodul soll gebaut werden, das in alle Fahrzeugtypen integriert werden kann. "Wir entwickeln ein modulares System für die Brennstoffzelle, um diese in ganz verschiedenen Fahrzeugtypen unseres Konzerns einsetzen zu können" , sagte Jochen Hermann, Entwicklungschef für elektrische Antriebe gegenüber der Automobilwoche. 2022 soll das System marktreif sein.
Ein neues Wasserstoff-Serienmodell hat Daimler schon fertiggestellt. Der Mercedes GLC F-Cell, den der Fahrzeughersteller auf der IAA 2017 vorstellte, wird nun ausgeliefert. Der GLC F-Cell wird von einem Elektromotor im Heck angetrieben. Er hat eine Leistung von 147 Kilowatt und ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmeter. Beim GLC F-Cell handelt es sich um einen Plugin-Hybriden, dessen Akku auch an der Steckdose geladen werden kann. Der Wasserstofftank im Unterboden fasst 4,4 Kilogramm Wasserstoff, was für eine Reichweite von rund 440 Kilometer reichen soll. Der Akku mit 13,8 Kilowattstunden ist hingegen nur für 50 km (NEFZ) ausgelegt.
Der F-Cell wird allerdings nicht verkauft, sondern nur für rund 800 Euro pro Monat an ausgewählte Kunden vermietet, hat die Automobilwoche erfahren(öffnet im neuen Fenster) .
Aktuell haben Hersteller wie Toyota und Hyundai beim Brennstoffzellenantrieb die Nase vorn. Mit dem Toyota Mirai gibt es schon länger eine Mittelklassenlimousine mit dieser Technik, der Hyundai Nexo ist hingegen recht neu auf dem Markt.




Neben den hohen Kosten für die Fahrzeuge ist das größte Problem derzeit die geringe Anzahl von Wasserstofftankstellen. In Berlin gibt es zwar laut h2.live(öffnet im neuen Fenster) mittlerweile vier Tankstellen, doch in ganz Deutschland sollen es nur 52 Stück sein. 42 weitere sind in der Realisierung. 2019 soll es 100 öffentliche Wasserstoff-Stationen für Pkw werden.

Ein weiteres Problem stellt die Gewinnung von Wasserstoff dar. Er kann unter anderem durch Elektrolyse(öffnet im neuen Fenster) aus Wasser, per Erdgasreformation(öffnet im neuen Fenster) oder aus Biomasse hergestellt werden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere Verfahren(öffnet im neuen Fenster) . Die eingesetzte chemische, elektrische, thermische oder solare Energie ist unterschiedlich zu bewerten. Einerseits unterscheiden sich die Wirkungsgrade stark voreinander, andererseits kommt es bei der Energiegewinnung auch zu Umweltbelastungen.



