Abo
  • Services:

Brendan Eich: Browser als Überwachungsinstrument

Wenn die US-Regierung einen Anbieter wie Lavabit dazu zwingen kann, seine privaten Schlüssel auszuhändigen, um die gesamte Kommunikation von dessen Kunden entschlüsseln zu können und es den Anbietern zugleich verbietet, darüber zu sprechen, wie können wir uns dann sicher sein, dass für Browser nicht etwas Ähnliches gilt?

Artikel veröffentlicht am ,
Mozillas Technikchef Brendan Eich
Mozillas Technikchef Brendan Eich (Bild: Mozilla)

Mozillas Technikchef Brendan Eich greift zusammen mit Mozillas Forschungschef Anderas Gal in einem Blogeintrag die Frage auf, inwieweit wir Browsern heute noch vertrauen können. Denn nach aktuellem Kenntnisstand ist es durchaus möglich, dass eine Regierung von den großen Browseranbietern verlangt, eine Hintertür in ihre Software einzubauen, um bei verschlüsselter Kommunikation mitlesen zu können, ohne dass die Nutzer etwas davon mitbekommen, da den betroffenen Herstellern verboten wird, darüber zu reden. Gleiches gelte für praktisch alle Internetdienste.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Stuttgart
  2. KfW Bankengruppe, Frankfurt am Main

Zwar gebe es derzeit keinerlei Hinweise darauf, dass je ein Browserhersteller aufgefordert wurde, irgendeine Überwachungsfunktion in seinen Browser einzubauen, wäre dies aber der Fall, müssten wir davon ausgehen, dass dies nicht öffentlich bekannt ist. Daraus resultiert nach Ansicht von Eich und Gal die Konsequenz, dass keinem Browserhersteller blind vertraut werden kann, einschließlich Mozilla. Schließlich könnten die Browserhersteller gezwungen sein, im Geheimen gegen ihre Prinzipien zu verstoßen, auch wenn sie das gar nicht wollen.

Dennoch gebe es bei Mozillas Browser Firefox im Vergleich zu anderen Browsern einen entscheidenden Unterschied: Firefox ist komplett Open Source. Der Internet Explorer sei hingegen komplett proprietär. Und obwohl die Rendering Engine Webkit und Blink wie Firefox Open Source sind, gelte dies nicht für die Browser Safari und Chrome, da diese eine nennenswerte Menge an Closed-Source-Code enthalten.

Der Fakt, dass ein Browser Open Source ist, reicht aber allein nicht aus. Es bedarf einer unabhängigen Überprüfung, und genau dazu fordert der Mozilla-CTO unabhängige Sicherheitsforscher aus allen Teilen der Welt auf. Sie sollen den Quelltext von Firefox regelmäßig prüfen und die von ihnen selbst daraus erzeugten Binärdateien mit den von Mozilla verteilten vergleichen. Neue Versionen sollen nach Möglichkeit auf diese Weise automatisch geprüft und die Öffentlichkeit alarmiert werden, wenn die von den Forschern aus dem Quellcode erzeugten Dateien von Mozillas offiziell verteilten abweichen.

Eich und Gal hoffen darauf, dass es gelingt, ein solches Prüfsystem auf globaler Ebene mit Teilnehmern aus unterschiedlichen geografischen Regionen sowie politischen und strategischen Interessen und Verbindungen aufzubauen. So würde dann ein Prozess entstehen, der dauerhaft für ein hohes Maß an Sicherheit und Vertrauen sorgt. Das gelte vor allem für Plattformen, auf denen der Browser mit Open-Source-Compilern erzeugt werden kann und die selbst Open Source sind, so dass sie sich in gleicher Art und Weise überprüfen lassen, so Eich und Gal, die ausdrücklich auf Linux als Plattform verweisen. Sie merken aber zugleich an, dass auch unter Linux einzelne Komponenten, beispielsweise mancher Grafikkartentreiber, nicht Open Source sind und sich damit nicht entsprechend prüfen lassen.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 34,99€

Tuxianer 10. Mär 2014

"Der Unterschied zwischen einem Nationalisten und einem Patrioten ist der: Der Patriot...

Tuxianer 10. Mär 2014

Das sind alles Beispiele von Dingen, die ich nicht benutze. Und nicht brauche. Und wegen...

Tuxianer 10. Mär 2014

Firmen mit Sitz in den usa trauen: das kann man inzwischen vergessen. Adblock hat sich...

Tuxianer 10. Mär 2014

Auf der Erde schon lange gelten keine nationalen Gesetze mehr; das ist alles nur noch...

Atalanttore 15. Jan 2014

Nicht alles glauben was über den Atlantik kommt. Zur Bekämpfung der Kriminaltität gibt...


Folgen Sie uns
       


Toshiba Dynaedge ausprobiert

Das Dynaedge ist wie Google Glass eine Datenbrille. Allerdings soll sie sich an den industriellen Sektor richten. Die Brille paart Toshiba mit einem tragbaren PC - für Handwerker, die beide Hände und ein PDF-Dokument brauchen.

Toshiba Dynaedge ausprobiert Video aufrufen
Grafikkarten: Das kann Nvidias Turing-Architektur
Grafikkarten
Das kann Nvidias Turing-Architektur

Zwei Jahre nach Pascal folgt Turing: Die GPU-Architektur führt Tensor-Cores und RT-Kerne für Spieler ein. Die Geforce RTX haben mächtige Shader-Einheiten, große Caches sowie GDDR6-Videospeicher für Raytracing, für Deep-Learning-Kantenglättung und für mehr Leistung.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Tesla T4 Nvidia bringt Googles Cloud auf Turing
  2. Battlefield 5 mit Raytracing Wenn sich der Gegner in unserem Rücken spiegelt
  3. Nvidia Turing Geforce RTX 2080 rechnet 50 Prozent schneller

Zahlen mit Smartphones im Alltagstest: Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein
Zahlen mit Smartphones im Alltagstest
Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein

In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten, drahtlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Wir haben Google Pay mit der Sparkassen-App Mobiles Bezahlen verglichen und festgestellt: In der Handhabung gleichen sich die Apps zwar, doch in den Details gibt es einige Unterschiede.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smartphone Auch Volksbanken führen mobiles Bezahlen ein
  2. Bezahldienst ausprobiert Google Pay startet in Deutschland mit vier Finanzdiensten

Segelflug: Die Höhenflieger
Segelflug
Die Höhenflieger

In einem Experimental-Segelflugzeug von Airbus wollen Flugenthusiasten auf gigantischen Luftwirbeln am Rande der Antarktis fast 30 Kilometer hoch aufsteigen - ganz ohne Motor. An Bord sind Messinstrumente, die neue und unverfälschte Daten für die Klimaforschung liefern.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Luftfahrt Nasa testet leise Überschallflüge
  2. Low-Boom Flight Demonstrator Lockheed baut leises Überschallflugzeug
  3. Elektroflieger Norwegen will elektrisch fliegen

    •  /