Breko: Was passiert, wenn die Telekom ihr Kupfernetz abschaltet
Wenn die Deutsche Telekom anfängt, breit Glasfaser auszubauen, könnte sie all ihre DSL-Kunden direkt zu Glasfaser transferieren. Das will der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) möglichst verhindern. Wie Benedikt Kind, Leiter Regulierungsverfahren und Recht bei dem Verband am 7. August 2018 erklärte, sollte dies durch Open Access geregelt werden. Dann würden den Haushalten mehrere Anbieter in einem Netz zur Auswahl stehen.
Immerhin verfügt die Telekom noch über rund 80 Prozent der Anschlüsse in Deutschland, die den Haushalten direkt oder über Reseller angeboten werden.
Denkbar sei, sagte Kind, dass die Telekom ihre Kunden anschreibe und ihnen Glasfaser für nur 5 Euro oder 10 Euro mehr im Monat anbietet. Damit wäre eine deutlich bessere Technologie für fast das gleiche Geld verfügbar. Dann hätte die Telekom sofort wieder einen hohen Marktanteil auch bei FTTH (Fiber To The Home).
Durch das Open-Access-Modell könnte laut Kind ein halbes Dutzend Unternehmen auf demselben Netz tätig werden. Technisch sei auch mehr möglich, sagte er.
Der Übergang aus der Kupferwelt in die Glasfaserwelt kann nach Darstellung von Kind nicht völlig in Wild-West-Manier erfolgen. Beim Kupfernetz solle die Regulierung bleiben, Zwischentechnologien von Kupfer zu Glas wie Super Vectoring oder G.fast dürften nicht mehr gefördert werden.
Migrationskonzept von Kupfer zu Glas
Zudem müsse ein Migrationskonzept den Übergang regeln. Die Telekom als Herrscher über das Kupfernetz dürfe das Kupfer nicht nur da abschalten, wo sie selbst Glasfaser ausgebaut habe und es da weiter nutzen, wo andere Glasfaser haben, um denen Konkurrenz zu machen.
Breko-Vizepräsident Karsten Kluge trat bereits im Juni 2018 für eine kontrollierte Abschaltung der Kupfernetze in Deutschland ein: "Der Übergang von der heute noch bestehenden Kupferwelt hin zur reinen Glasfaser muss für alle Beteiligten fair und nach klaren Regeln gestaltet werden. So dürfen die noch bestehenden Kupfernetze nicht einseitig und zu selbst gewählten Zeitpunkten zu Lasten des Wettbewerbs abgeschaltet werden. Hierfür brauchen wir ein Migrationskonzept, das von der Bundesnetzagentur gemeinsam mit allen Marktteilnehmern erarbeitet wird." Kluge ist seit 2011 Geschäftsführer des Stadtnetzbetreibers Thüringer Netkom mit Sitz in Weimar.
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