Breko: Wachstum des FTTH-Ausbaus verlangsamt sich
Der Ausbau von Glasfaserzugängen in Deutschland nimmt weiter stark zu, aber nicht mehr so wie vor einem Jahr. Das ergab die Breko Marktanalyse 2024(öffnet im neuen Fenster), die am 10. September 2024 vorgelegt wurde. Mit 2,6 Millionen neu gebauten Anschlüssen (Homes Passed) steigt die Glasfaserausbauquote von Mitte 2023 und Mitte 2024 um 7,6 Prozentpunkte auf 43,2 Prozent, wächst aber um 1,6 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor.
Die Branche kämpfe mit wirtschaftlichen Herausforderungen wie gestiegenen Ausbaukosten und Fachkräftemangel. Der Anteil der angeschlossenen Haushalte (Homes Connected) – die Glasfaseranschlussquote – stieg um 4,5 Prozentpunkte auf 22,8 Prozent und damit um 3,6 Prozentpunkte stärker als im Vorjahreszeitraum. Zeitgleich stieg auch der Anteil der Haushalte, die einen Glasfaseranschluss gebucht haben (Homes Activated), leicht an: Die Take-up-Rate liegt jetzt bei 26 Prozent.
Studienautor Jens Böcker sagte: "Die Telekommunikationsbranche investiert trotz vieler Hindernisse weiter in den Glasfaserausbau. Auffällig ist: Während der Fokus in den letzten Jahren auf dem Ausbau in der Fläche lag, gehen die Unternehmen jetzt zunehmend dazu über, die Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen anzuschließen."
Flächendeckende Glasfaserversorgung bis 2030 wird deutlich verfehlt
"Laut Prognose wird die Bundesregierung ihr Ziel von Glasfaser für die Hälfte der deutschen Haushalte bis 2025 zwar erreichen. Unter den aktuellen politischen Rahmenbedingungen wird die flächendeckende Glasfaserversorgung bis 2030 aber deutlich verfehlt", erklärte Breko-Präsident Norbert Westfal.
Laut Westfal ist mit Blick auf das politische Ausbauziel 2030 eine klare politische Kurskorrektur nötig, um Investitionssicherheit zu schaffen und Anreize zu setzen. "Insbesondere fordern wir von der Bundesnetzagentur ein Konzept für einen wettbewerbskonformen Übergang von Kupfer- auf Glasfasernetze: Hier gilt es zu verhindern, dass die Deutsche Telekom ihr Kupfernetz strategisch nur dort abschaltet, wo sie selbst Glasfaser verlegt hat."
Die Kupfer-Abschaltung in Regionen, in denen die Telekom Glasfaser verlegt hat, dürfe nur dann genehmigt werden, wenn das Kupfernetz auch in Gebieten abgeschaltet werden kann, die durch Wettbewerber vergleichbar gut mit Glasfaser versorgt sind und vergleichbare Vorleistungsprodukte angeboten werden, forderte Breko-Geschäftsführer Stephan Albers. Sowohl beim Doppelausbau als auch bei der Kupfer-Glasfaser-Migration sei eine Bundesnetzagentur gefragt, die nicht nur die Interessen des marktmächtigen Unternehmens Telekom im Blick hat, sondern aktiv für Wettbewerb sorge.
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