Breko und VATM: Telekom-Konkurrenz gegen einheitliches Open-Access-Modell

Die Telco-Verbände Breko und VATM haben dem Vorschlag der Bundesnetzagentur widersprochen, mit der Kupferabschaltung in Deutschland ein einheitliches Open-Access-Modell für alle Netzbetreiber einzuführen. Stephan Albers, Geschäftsführer des Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) erklärte am 20. Januar 2026, ein kritischer Punkt sei die Forderung der Bundesnetzagentur nach einer Gesetzesänderung "... um die Wettbewerber der Telekom zu einem 'One-size-fits-all'-Open-Access-Modell verpflichten zu können. Eine solche Regulierung würde den regional sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen im Glasfaserausbau nicht gerecht und die Attraktivität von Investitionen in den weiteren Ausbau schmälern." Effektiver Open Access sei auch jetzt schon möglich, wie die stetig steigende Zahl an Kooperationsvereinbarungen zeige.
Freiwillige Open-Access-Modelle
Als grundsätzlich falsch bewertete VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer die Vorschläge zur zwangsweisen Ausweitung von Zugangsverpflichtungen in Richtung einer symmetrischen Regulierung, wie dies durch Änderung des Paragrafen 22 des Telekommunikationsgesetzes angedacht sei. Dies würde die unternehmerische Gestaltungskraft dieser Modelle beschneiden und die Anreize schmälern, Netze überhaupt im Open-Access-Modell zu errichten.
Es seien gerade die Wettbewerber im Markt, die Kooperationen auf Basis freiwilliger Open-Access-Modelle weiterentwickelten und dem Glasfaserausbau damit einen Schub verleihen würden. "Eine mittlerweile dreistellige und immer schneller wachsende Anzahl von freiwillig verhandelten Kooperationen im Markt zeigt, dass sich Open Access durchsetzt. Das TKG ermöglicht der Bundesnetzagentur schon heute, gegen eine Verweigerung des Zugangs einzuschreiten. Dieses System sollte nicht ohne zwingenden Grund grundlegend verändert werden, da dies mit erheblichen Risiken sowohl für den Wettbewerb als auch für die Investitionssicherheit und Investitionsdynamik im Markt einherginge" , gab Ufer zu bedenken.
Der Anga erklärte: "Wir bewerten den Ruf nach einer gesetzlichen Ausweitung der symmetrischen Regulierung kritisch. In Zeiten rückläufiger Investitionszahlen bei Wettbewerbern ist das ein falsches Signal. Dabei zeigt der Markt klar, dass Open Access bei den Wettbewerbern funktioniert: Zahlreiche Kooperationen auf Basis freiwilliger Vereinbarungen belegen das eindrücklich." Die Anga-Netzbetreiber stünden für Open Access und praktizierten diese Zusammenarbeit. "Eine regulatorische Gleichschaltung lehnen wir jedoch ab – Kooperationen müssen Raum für individuelle Lösungen lassen. Dass dieser Ansatz erfolgreich ist, zeigt der deutsche Markt."