Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Breko über Resilienz: Rechenzentren der Hyperscaler sind nicht für jeden

Deutschland braucht regionale Rechenzentren. Dafür sieht der Branchenverband Breko die Stadtwerke gut aufgestellt.
/ Achim Sawall
3 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Rechenzentrum von M-net (Bild: M-net)
Rechenzentrum von M-net Bild: M-net

Deutschland brauche regionale Rechenzentren zur Stärkung der digitalen Resilienz und Souveränität, zur Erfüllung der steigenden Anforderungen an die Latenz sowie für eine geringe Entfernung zwischen Datenproduktion und -verarbeitung. Das sagte Sven Knapp von der Breko-Geschäftsleitung Golem am 30. Juli 2026 auf Anfrage. "Frankfurt und die großen internationalen Hyperscaler bleiben wichtig, können aber nicht jeden Bedarf abdecken."

"Hyperscaler und KI-Rechenzentren bestimmen die Diskussion um den Rechenzentrumsstandort Deutschland. Dabei wird häufig die Bedeutung von regionalen und insbesondere Colocation-Rechenzentren übersehen – so auch in der aktuellen Debatte um eine Novelle des Energieeffizienzgesetzes", betonte Knapp.

Regionale Rechenzentren brächten digitale Infrastruktur näher zu den Unternehmen. Das ist laut Knapp gerade für die Digitalisierung des Mittelstands wichtig. "Professionelle Colocation-Angebote sind nachhaltiger, sicherer und zuverlässiger als eigene Serverräume im Unternehmen." Regionale Glasfasernetzbetreiber, Energieversorger und Stadtwerke brächten für den Betrieb solcher Rechenzentren leistungsfähige Netze, technisches Know-how und die Nähe zur Wirtschaft vor Ort mit.

Neues Rechenzentrum von M-net

M-net kündigte am 20. Juli an(öffnet im neuen Fenster), im Norden der Stadt München ein neues Rechenzentrum zu errichten. Der Standort bietet auf rund 1.500 Quadratmetern Colocation-Flächen und richtet sich an Unternehmen aus der Region.

Er soll eine redundante Strom- und Klimaversorgung einschließlich unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV) und Notstromversorgung bieten. Mehrstufige Zutrittskontrollen, biometrische Systeme, Videoüberwachung sowie die 24/7-Überwachung durch das M-net Network Operation Center werden zugesagt.

Durch die Anbindung an das M-net-Glasfasernetz sollen Kunden mehrfach redundante Konnektivität mit Bandbreiten von bis zu 800 GbE erhalten. Nach einer Testphase im Jahr 2027 soll 2028 die Inbetriebnahme erfolgen.

Der Bau von kleineren Rechenzentren scheitert derzeit oft an der Netzanschlusskapazität. Stephan Segbers, Vertriebsvorstand Rheinenergie, sagte am 21. Mai 2026 auf der Kongressmesse Anga Com: "Wir stellen immer wieder fest, dass gerade auch in den größeren Bereichen der Engpass zunehmend die Energie wird, die Verfügbarkeit von Netzanschlusskapazität. Energienetze lassen sich nicht in zwei oder in drei Jahren ausbauen. Die Antwort lautet in der Regel: Das dauert zwischen 7 und 15 Jahren. " Er spreche nicht nur über Hyperscaler im dreistelligen Megawattbereich, sondern auch über Projekte, die vielleicht bei 20, 30 MW anböten, also im Colocation-Bereich.


Relevante Themen