Breko: "Kupferabschaltung für 5 Prozent sofort einleiten"

Der Branchenverband Breko wird dem Bundesdigitalministerium vorschlagen, den Übergangsprozess der Kupferabschaltung für mindestens 5 Prozent der Haushalte sofort einzuleiten. Das sagte Breko-Vorstand Timo von Lepel am 11. November 2025 im Vorfeld des Jahreskongresses des Verbandes in Berlin(öffnet im neuen Fenster) . "Wir sind als Breko-Verband gebeten worden, bis zum 14. November unsere Kommentierung, unsere Forderung zu diesem Papier zu bringen" , erklärte von Lepel.
Die Aufbruchsstimmung, die von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und seinem Eckpunktepapier ausgehe, müsse man nutzen. "Es gibt den wunderbaren Satz von Erich Kästner: 'Es gibt nichts Gutes, außer man tut es'. Wir sind der Meinung, wir müssen jetzt dieses Kupferglas-Upgrade einleiten, wir müssen ins Tun kommen. Und deswegen ist einer unserer Vorschläge: Lassen Sie uns doch diesen Übergangsprozess für mindestens 5 Prozent der Haushalte sofort einleiten" , sagte Lepel. Die Periode des Übergangs betrage dann drei Jahre lang.
Wenn 85 Prozent der Haushalte mit Homes Passed versorgt sind
Ein weiterer notwendiger Schritt sei "eine Gesetzesänderung" , sagte von Lepel, der zugleich Chef des regionalen Netzbetreibers Netcologne ist. In Paragraf 34 des Telekommunikationsgesetzes ist geregelt, dass ausschließlich die Telekom das Antragsrecht hat, das Kupfernetz abzuschalten. Für Lepel bedeutet das, "für die 70 Prozent der bereits versorgten Homes Connected, wo Glasfaser im Keller liegt, haben die Wettbewerber keinerlei Möglichkeit, diesen Upgrade-Prozess anzustoßen" . Deswegen sei eine Gesetzesänderung nötig.
Wenn 85 Prozent der Haushalte mit Homes Passed versorgt seien, beginne der Abschaltprozess, der sich über drei Jahre erstrecke. Die entscheidende Behörde sei die Bundesnetzagentur. Sie habe bereits jetzt alle Mittel in der Hand, um ein Migrationskonzept zu erstellen und "die Telekom aufzufordern, ein Konzept für eine Abschaltung und einen Migrationsplan zu erstellen" , erklärte von Lepel.
FTTH: 100 Prozent sind nicht zu erreichen
Doch was wird aus den verbliebenen 15 Prozent? Man gehe davon aus, so Lepel, "dass es immer ein paar Haushalte gibt, die sagen: Ich will das nicht. Es gibt viele Wohnungsgesellschaften, für mich unverständlich, die sagen, ich habe eine HFC-Infrastruktur von Vodafone, ich will keine Glasfaser haben" , sagte von Lepel. 100 Prozent seien nicht zu erreichen.
Breko-Präsident Norbert Westphal räumte ein, dass man für einige wenige verbliebene DSL-Nutzer den Weiterbetrieb des Netzes nicht garantieren könne. Das werde dann "irgendwann sehr teuer" .



