Breko: 6-GHz-Band nicht für weiträumigen Mobilfunk geeignet
Der Netzbetreiberverband Breko hat Aussagen von Vodafone zur Bedeutung des oberen 6-GHz-Bands für den Mobilfunkausbau widersprochen.
"Das 6-GHz-Band weist die für hohe Frequenzen typische geringe Reichweite und schwache Gebäudedurchdringung auf. Für die typische Indoor-Nutzung ist WLAN mit niedrigerer Sendeleistung und dichter Access-Point-Struktur energetisch überlegen", sagte ein Breko-Sprecher Golem.
Mit im Gebäude verteilen Wi-Fi Access Points liege die Last auf vielen kleinen Zellen mit lokaler Kontrolle. Mobilfunk versuche hingegen, von außen durch Mauern zu funken – mit hohem Leistungsverlust. "Deshalb ist das Band für WLAN-Zellen in Innenräumen prädestiniert, nicht für die weiträumige Mobilfunkversorgung", erklärte der Sprecher.
Vodafone erreichte in Hannover bei einem Test im oberen 6-GHz-Band (6.425 bis 7.125 GHz) eine Downlink-Datenrate von 2,5 GBit/s. Dabei kamen auch alle C-Band-Frequenzen des Netzbetreibers zum Einsatz.
Mit einem 200-MHz-Kanal im 6-GHz-Band könne der Mobilfunk bei gleicher Leistung die doppelte Bandbreite erreichen wie bei einem 100-MHz-Kanal, erklärte das Unternehmen. Dagegen wandte der Breko ein, dass die Energieeffizienz pro versorgter Fläche oder Nutzer bewertet werden müsse, "nicht pro Funkkanal in laborähnlicher Umgebung".
6 GHz: verzögerte Markteinführung kompatibler Router durch Netzbetreiber
Auch die Aussage von Vodafone, Mobilfunktests im 6-GHz-Band erreichten in öffentlichen Innenräumen Upload-Geschwindigkeiten von 50 bis 180 MBit/s, wies der Breko zurück.
"Aufgrund der geringen Sendeleistung der Endgeräte bleiben die Upload-Geschwindigkeiten bei Nutzung des 6-GHz-Bandes durch den Mobilfunk stark eingeschränkt. Im WLAN ermöglichen diese Frequenzen aufgrund der geringen Signaldämpfung zwischen Endgerät und Access Point viel höhere Upload-Geschwindigkeiten, was insbesondere für Unternehmen wichtig ist."
Dass die Nutzung des unteren 6-GHz-Bands in Deutschland bisher noch nicht ihr volles Potenzial ausschöpfe, liege nicht an mangelndem Bedarf, sondern an der verzögerten Markteinführung kompatibler Router und Endgeräte – maßgeblich durch die Mobilfunkkonzerne, die in Deutschland auch die dominanten Festnetzanbieter seien, hieß es weiter.
Sie hätten erst sehr spät begonnen, ihren Festnetzkunden Wi-Fi-6E-fähige Router bereitzustellen. Dadurch sei die Nutzung künstlich niedrig gehalten worden; dies sei kein Argument gegen eine unlizenzierte Nutzung des oberen 6-GHz-Bands.
"Mit steigendem Datenaufkommen und dem laufenden Umstieg auf Wi-Fi 7 wächst der Bedarf an breiten, störungsarmen 320-MHz-Kanälen rapide", sagte der Sprecher. Nur wenn das gesamte 6-GHz-Band lizenzfrei bleibe, könnten Verbraucher das gesamte Potenzial dieser Technologien nutzen. In Unternehmensnetzwerken sei die Nutzung des 6-GHz-Bands bereits weit fortgeschritten.
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