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Mobilfunkanbieter übertreiben noch mehr

Noch schlechter fallen die Werte im Mobilfunk aus. Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erhielten im Download nur 18,6 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. Nur bei 1,6 Prozent der Nutzer wurde diese voll erreicht oder überschritten.

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Das ist ein deutlicher Rückgang zur Vorjahresmessung, als immerhin noch 27,6 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der vereinbarten Maximalrate erhielten. Der Grund: Einige Anbieter hätten die vertraglich vereinbarten Maximalraten deutlich erhöht, ohne die Datenrate liefern zu können. Zwar seien die Übertragungsraten insgesamt gestiegen, allerdings nicht in gleichem Maße wie die vertraglichen Vereinbarungen.

Die Kundenzufriedenheit scheint dem Bericht zufolge nicht alleine von der tatsächlichen Übertragungsrate abzuhängen. Demnach waren rund 65 Prozent der Kunden mit der Leistung ihres Anbieters zufrieden und bewerteten diese mit "sehr gut", "gut" oder "zufriedenstellend". Allerdings seien Endkunden zufriedener, wenn das Verhältnis der tatsächlichen gemessenen Datenübertragungsrate im Vergleich zur vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate besser ist.

Keine Aussage zur Verfügbarkeit

Noch zufriedener sind die Kunden bei den Mobilfunkanbietern. Demnach vergaben 76,6 Prozent der Kunden die Noten "sehr gut", "gut" oder "zufriedenstellend". Allerdings ging der Anteil im Vergleich zum Vorjahr zurück, als er noch bei 82,8 Prozent lag: Die Bundesnetzagentur kommt daher zu dem Schluss: "Somit bewerten Endkunden bei mobilen Breitbandanschlüssen weiterhin eher die Mobilität und die zur Verfügung stehende Performance als das Erreichen der in Aussicht gestellten maximalen Datenübertragungsrate."

Aus dem Bericht können laut Bundesnetzagentur "keine Aussagen zur Versorgungssituation oder Verfügbarkeit von breitbandigen Internetzugangsdiensten getroffen werden". Dies hängt damit zusammen, dass Kunden sehr häufig Tarife wählen, die unter dem maximal verfügbaren Angebot liegen. So steht dem Breitbandatlas zufolge mehr als 75 Prozent der Haushalte ein Internetzugang mit mindestens 50 MBit/s zur Verfügung. Die von der Bundesnetzagentur zugrunde gelegte Referenzverteilung der Bandbreiteklassen geht aber davon aus, dass nur 37,1 Prozent der Kunden einen Anschluss haben, der schneller als 30 MBit/s ist.

Die meisten Messungen sind ungültig

Die dem Bericht zugrundeliegenden Daten erhält die Bundesnetzagentur über die Testseite https://breitbandmessung.de. Über diese Seite kann jeder den eigenen Anschluss messen. Um die tatsächliche Übertragungsgeschwindigkeit zu messen, müssen Testrechner per LAN mit dem Router verbunden sein. Zudem darf nur ein einziger Rechner in diesem Moment den Anschluss nutzen. Von den mehr als zwei Millionen Messungen konnte daher nur jede fünfte genutzt werden.

Für ein belastbares Testergebnis sollte die Messung mehrmals täglich zu verschiedenen Zeiten über mehrere Tage hinweg erfolgen. Protokollieren kann man die Messungen etwa mit dem Freeware-Programm Networx. Kommt die Leitung über einen längeren Zeitraum nicht auf die vereinbarte Leistung, kann man seinen Provider kontaktieren, mit den belastbaren Messdaten konfrontieren und zur Nachbesserung auffordern. Für die mobile Geschwindigkeitsmessung hat die Bundesnetzagentur Apps für iOS und Android bereitgestellt.

Nachtrag vom 18. Januar 2018, 11:30 Uhr

"Der Bericht der Bundesnetzagentur zeigt einmal mehr, wie groß die Missstände beim digitalen Verbraucherschutz sind, wenn es um vertraglich zugesicherte Internetgeschwindigkeiten geht, die nicht geliefert werden. Dieser Erkenntnis müssen jetzt aber endlich Taten folgen", forderte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner. Die Bundesnetzagentur habe die Möglichkeit, Bußgelder für Anbieter zu verhängen, bei denen es "erhebliche Abweichungen" von den versprochenen Internetgeschwindigkeiten gebe. Diese Möglichkeit müsse nun verstärkt eingesetzt werden. "Wir schlagen zudem vor, pauschalierte Schadenersatzansprüche für geschädigte Verbraucherinnen und Verbraucher möglich zu machen", sagte Rößner. Denn nur so entstehe der notwendige Druck auf die Anbieter, die gemachten Versprechen tatsächlich einzuhalten.

 Breitbandmessung: Provider halten versprochene Geschwindigkeit fast nie ein
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