Breitbandausbau: Nutzer fragen kaum Dienste über 6 MBit/s nach
Konsumenten fragen derzeit kaum Dienste oberhalb von 6 MBit/s nach. Das sei beim Breitbandausbau ein Knackpunkt, sagte Peter Winzer, Partner bei Dialog Consult und Professor für Telekommunikationswirtschaft an der Hochschule Rhein Main auf dem VATM-Cebit-Abend(öffnet im neuen Fenster) am 10. März 2014 in Hannover. Entscheidend sei, dass die Zugangsvoraussetzungen so ausgestaltet würden, dass die Netze und Dienste als Gesamtheit von der Bevölkerung genutzt werden könnten.
"Graben, funken oder vielleicht doch aufhängen?" , fragte VATM-Präsident Peer Knauer in seiner Begrüßungsrede. Christof Sommerberg von QSC forderte Dienstewettbewerb beim Breitbandausbau: "Die Auslastung gerade der hochbreitbandigen Netze muss noch zulegen. Hier besteht noch eine Nachfragelücke, die nur ein verstärkter Dienstewettbewerb schließen kann." Knauer forderte: "Es muss eine Nachfragestimulierung erfolgen. Die Akzeptanz, für deutlich höhere Bandbreiten auch mehr zu bezahlen, muss erst noch geschaffen werden. Sonst kann der Breitbandausbau nicht, oder nur deutlich teurer erfolgen. An dieser Stelle ist auch der Staat gefragt."
Volker Leyendecker vom Satellitenbetreiber SES Broadband Services wiederum kritisierte, dass Satellitenanbieter bei den Ausschreibungen häufig ausgegrenzt würden. In einzelnen Regionen habe sein Unternehmen jedoch bereits gezeigt, dass der Breitbandanschluss auch zu einem Zehntel der Kosten realisierbar sei. "Moderne Satelliten bieten heute bereits mehr Bandbreite, als die meisten Kunden überhaupt verlangen" , sagte Leyendecker. Mit technischen Innovationen könne bis 2018 auch noch mehr Bandbreite erzielt werden.
Investitionsvolumen in der Größenordnung von 30 bis 35 Milliarden Euro seien für den Ausbau hochmoderner Breitbandnetze nötig. Das entspricht in etwa dem anderthalbfachen Jahresumsatzvolumen der Mobilfunkbranche. Um solche Investitionen leisten zu können, sei aus Sicht der Mobilfunkbranche Größe schon entscheidend, erläuterte Andreas Pfisterer, CTO der E-Plus Gruppe.
Der Breitbandausbau im Festnetzbereich spiele sich hingegen häufig regional ab, sagte Winzer. Neben dem Technologiemix seien insbesondere ein geeigneter regulatorischer Rahmen und gemeinsame Anstrengungen der Unternehmen mit Ländern und Kommunen wichtig, so Pfisterer.
Rainer Helle vom Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein und Vorsitzender des Länderarbeitskreises TIP erklärte, insbesondere die kleineren Anbieter würden Breitband in die Fläche bringen. Die Länder und Kommunen seien für den Erfolg der Breitbandpolitik von großer Bedeutung und müssten deshalb vom Bund beteiligt werden.
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