Anwendungen für die Messnetze von Breeze

Ein weiterer Vorteil des Breeze-Systems sind die Kosten: Das Geschäftsmodell sieht den Aufbau, die Wartung und den Betrieb von Sensornetzen mit zugehöriger Software vor. Während eine Messstation, wie sie die Stadt Hamburg aufstellt, gut und gerne 100.000 Euro und mehr kostet, geht Breeze von Langzeitkosten von 1.000 Euro pro Jahr für einen Sensor aus. Im ersten Jahr, wenn er installiert werden muss, ist es mehr.

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Zu kaufen gibt es die Sensoren nicht, da sie nur in einem Messnetz zusammen mit dem Cloud-Dienst nutzbar sind. Wird das Netz nur für ein Projekt eingerichtet, können die Sensoren anschließend eingesammelt und wiederverwendet werden. Durch den Austausch einzelner - veralteter oder kaputter - Komponenten lassen sich die Geräte über einen langen Zeitraum nutzen. "Das hat auch den Charme, dass wir Elektroschrott reduzieren können", sagt Heinecke.

Verkehrsbeeinflussung in Echtzeit

Mit einem solchen Messnetz könnte die Luftqualität in einer Stadt über die Zeit, aber auch in Echtzeit erfasst werden. Eine Anwendung dafür könnte dynamisches Verkehrsmanagement sein. "Das müssen dann auch nicht immer starre Fahrverbote sein, sondern ein Fahrverbot könnte dynamisch erlassen werden, also nur dann, wenn es von den Grenzwerten her nötig ist", erläutert Heinecke. "Es könnte wie in London eine Citymaut für bestimmte Stadtgebiete auf Basis der aktuellen Luftmesswerte erhoben werden. Über Ampelanlagen oder eine intelligente Beschilderung könnten Autofahrer über andere Strecken geroutet werden."

Das ist aber nur eine mögliche Anwendung. Eine weitere könnte der Katastrophenschutz sein. Denn ein solches Netzwerk könnte nach einem Brand oder einem Chemieunfall erfassen, wo Gefahr für die Bewohner besteht. Bei zwei Feuern in Hamburg war das der Fall: "Wir waren als einer der Ersten in der Lage zu sagen, in welche Stadtquartiere sich die Verschmutzung ausgebreitet hat - und das mit nur zwei oder drei Sensoren, die wir damals erst im Stadtgebiet installiert hatten", erzählt Heinecke.

In einem Projekt mit dem US-Heimatschutzministerium will Breeze testen, ob die Sensoren sich auch dazu eignen, Buschfeuer zu detektieren. In den vergangenen Jahren brannten im US-Bundesstaat Kalifornien große Waldflächen ab.

Andere Abnehmer sieht das Unternehmen in der Immobilienbranche: Die Unternehmen könnten gezielt dort bauen, wo die Luftqualität hoch ist. Krankenversicherungen könnten darauf drängen, dass Städte und Unternehmen in Maßnahmen zur Luftreinhaltung investieren, um Gesundheitskosten zu senken. Anbieter von Fitness-Apps könnten mit den Daten ihren Nutzern Laufstrecken anbieten, wo die Luft gerade sehr sauber ist.

Sensoren sollen Umweltsünder identifizieren

Nicht zuletzt könnten die Sensoren auch dazu genutzt werden, Luftverschmutzer zu identifizieren. Dazu könnten beispielsweise die im Auftrag des Nabu an der Elbe installierten Sensoren dienen. Die Schiffsemissionen sind in Hafenstädten wie Hamburg ein Problem: Zwar dürfen Schiffe in den Häfen nur Diesel verbrennen und nicht wie auf hoher See Schweröl.

Doch auch wenn sie festgemacht sind, emittieren die Schiffe Schadstoffe wie Feinstaub, Ruß, Schwefeloxide und Stickoxide, da die Maschinen laufen, um die Bordsysteme mit Strom zu versorgen. Hamburg hat deshalb angefangen, eine Landstromversorgung für Schiffe einzurichten.

Sollte die Nutzung von Landstrom eines Tages verbindlich sein, könnten Sensoren erfassen, ob ein Schiff - und wenn ja, welches - keine Landstromversorgung nutzt. In Marseille wurden 2018 ein englisches Kreuzfahrtunternehmen und einer seiner Kapitäne verurteilt, weil der Kapitän im Hafen Dieselöl mit einem höheren Schwefelanteil als erlaubt verfeuert hatte. "Es gibt viele Möglichkeiten, was man mit diesen Daten alles machen kann", resümiert Heinecke.

Als Abnehmer sieht Breeze in erster Linie Städte. Projekte gibt es beispielsweise in Hennef bei Bonn oder in Neckarsulm in Baden-Württemberg. Das Projekt in Hamburg ist jedoch Eigeninitiative, also ohne Auftrag der Stadt. Das Unternehmen verhandelt mit weiteren Städten im Land, aber auch im europäischen und asiatischen Ausland. Sie alle haben das Ziel, die Luft- und damit die Lebensqualität zu verbessern. Auch in Zeiten nach dem Corona-Lockdown.

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 Wie dicht muss das Sensornetz von Breeze sein?
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m9898 14. Mai 2020

Bringst du das gleiche Argument auch bei Wettervorhersagen?

christian_k 11. Mai 2020

Wie immer. Die einen sind missgünstig. Die anderen freuen sich, dass Straßen und S...

air-Q 10. Mai 2020

Im Artikel wird gesagt, dass Teilweise 5m schon den Unterschied machen. Zudem sind wir...

MrAndersenson 09. Mai 2020

https://forum-raspberrypi.de/forum/thread/7451-luftqualitaet-messen/

Anonymer Nutzer 09. Mai 2020

Genau so ist es, durch den "Kessel" sammelt sich dort alles und kann nicht so leicht...


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