Abo
  • IT-Karriere:

Brave: Ex-Mozilla-Chef plant Browser mit speziellem Adblocker

Brave heißt der Name eines neuen Browsers mit einem sehr speziellen Adblocker: Der Browser blockiert Werbung und Tracking-Techniken, will im Gegenzug aber langfristig selbst Werbung ausliefern und an den Einnahmen beteiligt werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Brave-Browser geht an den Start.
Brave-Browser geht an den Start. (Bild: Screenshot Golem.de)

Mehr Datenschutz und eine höhere Geschwindigkeit beim Surfen im Web - das sind die beiden Hauptziele, die sich das US-Startup Brave mit dem gleichnamigen Browser gesetzt hat. Prinzipiell blockiert Brave nicht nur Werbeeinblendungen, sondern auch alle Tracking-Techniken. Dadurch soll eine Webseite schneller als in herkömmlichen Browsern geladen werden können. Brave verwendet die Rendering-Engine Chromium, die auch Bestandteil von Googles Chrome-Browser ist.

Ex-Mozilla-Chef leitet Brave

Stellenmarkt
  1. MVZ Labor Ludwigsburg GbR, Ludwigsburg
  2. Etkon GmbH, Gräfelfing

Das Unternehmen Brave wird von einem geleitet, der seit Jahren im Browserbereich tätig ist: Brendan Eich. Er ist ein Mitbegründer von Mozilla.org sowie der Mozilla Corporation und hat an der Entwicklung von Javascript mitgearbeitet, als er noch für Netscape Communications tätig war. Für weniger als zwei Wochen war er vor fast zwei Jahren Chef der Mozilla Corporation. Aufgrund öffentlichen Drucks gab er sein Amt wieder ab, nachdem seine Spenden für die Gesetzesinitiative Proposition 8 gegen gleichgeschlechtliche Ehen in Kalifornien bekanntgeworden waren.

Der Brave-Browser soll aber nicht nur stur Werbung blockieren, sondern langfristig wieder Werbung über ein eigenes Netzwerk anzeigen. Dabei klingt das Ziel der Brave-Macher ambitioniert: Sie wollen um die 10 Millionen Nutzer gewinnen, um das anvisierte Geschäftsmodell des Browsers umsetzen zu können. Bis es so weit ist, wird der Browser aber nur Werbung und Tracking-Techniken blockieren.

Brave will künftig selbst Werbung ausliefern

Das anvisierte Geschäftsmodell der Brave-Macher sieht so aus, dass das Unternehmen selbst erst einmal alle Werbeeinnahmen einnimmt. Mindestens 55 Prozent der Einnahmen will Brave an die entsprechenden Webseitenbetreiber weitergeben. Nach Ansicht von Brave ist das mehr als die üblichen 20 bis 45 Prozent von bisherigen Werbenetzwerken. Dazu will Brave mit den Seitenbetreibern zusammenarbeiten und den Werbeplatz direkt an Werbetreibende verkaufen.

Etwa 15 Prozent der Einnahmen behält Brave direkt und weitere etwa 15 Prozent erhalten die Partner des Unternehmens. Nochmals bis zu 15 Prozent will Brave an die Nutzer des Browsers verteilen. Aber ganz ohne Nutzerdaten kommt auch Brave nicht aus. Die Macher reichen einige Daten an die Werbeindustrie weiter. So weiß der Browser, welche Webseiten der einzelne Nutzer besucht, wie lange er sich darauf aufhält und was er dort macht. Dabei versichert Brave, dass diese Daten nicht einzelnen Nutzern zugewiesen werden können.

Bewusst gegen Firefox entschieden

Trotz der engen Bindung zu Firefox hat sich Brave unter Eichs Führung für die Chromium-Engine und gegen den Einsatz von Firefox entschieden. Das wird damit begründet, dass Chrome verbreiteter und damit von Entwicklern besser getestet sei. Dadurch sei das Risiko geringer, dass Brave bestimmte Webseiten falsch darstellt.

Brave gibt es derzeit in einem internen Betatest als Version 0.7, die Entwickler und Interessierte nach einer Anmeldung ausprobieren können. Der Browser wird für Windows, Mac OS X, Linux, iOS und Android angeboten und steht auch im Sourcecode auf Github zur Verfügung.

Brave-Browser für Android beruht auf Link Bubble Browser

Der Brave-Browser für Android basiert auf dem Link Bubble Browser, den Brave-Mitbegründer Brian R. Bondy im August 2015 von Chris Lacy übernommen hatte. Dieser wird seitdem kostenlos angeboten und ist weiterhin unter dem bisherigen Namen verfügbar. Derzeit ist nicht bekannt, ob er parallel zum Brave-Browser weiter angeboten oder langfristig durch diesen ersetzt wird. Die iOS-Version beruht auf Firefox für iOS, auch hier ist nicht bekannt, ob die bisherige Version langfristig weiter angeboten wird.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (Samsung 970 EVO PLus 1 TB für 204,90€ oder Samsung 860 EVO 1 TB für 135,90€)
  2. 279,90€
  3. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

Pjörn 22. Jan 2016

Werbung hat im Internet dazu geführt, dass jeder der darin surft,potentieller Kunde ist...

Squirrelchen 21. Jan 2016

Nicht nur Axel. Das ist klarer Diebstahl. Ich habe nichts gegen Adblocker, verwende ich...

quadronom 21. Jan 2016

Naja, Kaperware halt :D Da werden die Ads der anderen gekapert.

YoungManKlaus 21. Jan 2016

https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_the_Opera_web_browser#Version_9 Opera 9 hat...

Yash 21. Jan 2016

Seit bei mir das Flash Plugin deaktiviert ist, hab ich keine Probleme mehr mit FF


Folgen Sie uns
       


FX Tec Pro 1 - Hands on

Das Pro 1 von FX Tec ist ein Smartphone mit eingebauter Hardware-Tastatur. Der Slide-Mechanismus macht im ersten Kurztest von Golem.de einen sehr guten Eindruck.

FX Tec Pro 1 - Hands on Video aufrufen
Vision 5 und Epos 2 im Hands on: Tolinos neue E-Book-Reader-Oberklasse ist gelungen
Vision 5 und Epos 2 im Hands on
Tolinos neue E-Book-Reader-Oberklasse ist gelungen

Die Tolino-Allianz bringt zwei neue E-Book-Reader der Oberklasse auf den Markt. Der Vision 5 hat ein 7 Zoll großes Display, beim besonders dünnen Epos 2 ist es ein 8-Zoll-Display. Es gibt typische Oberklasse-Ausstattung - und noch etwas mehr.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. Tolino Page 2 Günstiger E-Book-Reader erhält Displaybeleuchtung

Rohstoffe: Lithium aus dem heißen Untergrund
Rohstoffe
Lithium aus dem heißen Untergrund

Liefern Geothermiekraftwerke in Südwestdeutschland bald nicht nur Strom und Wärme, sondern auch einen wichtigen Rohstoff für die Akkus von Smartphones, Tablets und Elektroautos? Das Thermalwasser hat einen so hohen Gehalt an Lithium, dass sich ein Abbau lohnen könnte. Doch es gibt auch Gegner.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Wasserkraft Strom aus dem Strom
  2. Energie Wie Mikroben Methan mit Windstrom produzieren
  3. Erneuerbare Energien Die Energiewende braucht Wasserstoff

Alexa: Das allgegenwärtige Ohr Amazons
Alexa
Das allgegenwärtige Ohr Amazons

Die kürzlich angekündigten Echo-Produkte bringen Amazons Sprachassistentin Alexa auf die Straße und damit Datenschutzprobleme in die U-Bahn oder in bisher Alexa-freie Wohnzimmer. Mehrere Landesdatenschutzbeauftragte haben Golem.de erklärt, ob und wie die Geräte eingesetzt werden dürfen.
Von Moritz Tremmel

  1. Digitaler Assistent Amazon bringt neue Funktionen für Alexa
  2. Echo Frames und Echo Loop Amazon zeigt eine Brille und einen Ring mit Alexa
  3. Alexa Answers Nutzer smarter Lautsprecher sollen Alexa Wissen beibringen

    •  /