Brasilien: USA will Huawei mit Milliardenfinanzierung stoppen

Eine US-Delegation will in Brasilien einen 5G-Ausbau ohne Huawei finanzieren. Doch die Entscheidung der brasilianischen Regierung ist weiter offen.

Artikel veröffentlicht am ,
Huawei-Beschäftigte in Brasilien
Huawei-Beschäftigte in Brasilien (Bild: Huawei)

Die US-Regierung hat eine weitere Offensive gestartet, um Huawei Technologies vom brasilianischen 5G-Markt auszuschließen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, teilten Vertreter der US-amerikanischen International Development Finance Corporation (DFC), der US-amerikanischen EXIM-Bank und des Nationalen Sicherheitsrates Reportern während eines Besuchs in dem größten lateinamerikanischen Land mit, dass Mittel für den Kauf der Ausrüstung von anderen Unternehmen zur Verfügung stünden.

Stellenmarkt
  1. IT-Mitarbeiter (m/w/d) First Level Support
    Knappschaft Kliniken Service GmbH, Bochum
  2. Softwareentwickler (w/m/d) .NET
    HAUX-LIFE-SUPPORT GmbH, Karlsbad
Detailsuche

Die US-Delegation wurde vom nationalen Sicherheitsberater Robert O'Brien geleitet, der sich mit Präsident Jair Bolsonaro traf, bevor er an der Unterzeichnung eines EXIM-Bankfinanzierungsvertrags teilnahm, zu denen auch 5G-Telekommunikation gehört. US-Handelsvertreter Robert Lighthizer sagte, Handelsabkommen schafften ein Gegengewicht zur Expansion Chinas in der Region. "Ich würde klar sagen, dass es in allem, was wir tun, ein China-Element gibt", sagte Lighthizer auf einer Veranstaltung der US-Handelskammer. "Sie sind Brasiliens größter Handelspartner, daher machen wir uns Sorgen."

Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter sagte Reuters, Brasiliens Position zu Huawei habe sich aufgrund erhöhter Sicherheitsbedenken geändert, obwohl noch keine endgültige Entscheidung bekannt gegeben worden sei. "Das Blatt hat sich für Huawei in Brasilien eindeutig gewendet", sagte er über das Land mit der fünftgrößten Bevölkerung der Erde.

Brasilien: Später 5G-Ausbau unter rechtsgerichtetem Präsidenten

Die Regierung Brasiliens steht noch weiter rechts als die Trump-Administration, beide konnten sich aber bisher nicht auf ein Handelsabkommen einigen. Huawei ist seit 20 Jahren in Brasilien aktiv und hat 5G-Tests mit allen vier großen Mobilfunkbetreibern Telefónica Brasil, TIM Participacoes sowie Claro und Oi von America Movil durchgeführt. Der chinesische Ausrüster modernisiert derzeit deren Netze für die seit langem angekündigte 5G-Frequenzauktion der ultrarechten Regierung unter dem Exmilitär Jair Bolsonaro, der im Wahlkampf die Militärdiktatur von 1964 bis 1985 lobte und die Verfolgung linker Aktivisten androhte. Beobachter fürchten, durch eine Einschränkung der Unabhängigkeit der Gerichte drohe Brasilien in einen totalitären Staat abzugleiten.

Golem Karrierewelt
  1. CEH Certified Ethical Hacker v11: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    30.05.-03.06.2022, Virtuell
  2. Hands-on C# Programmierung: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    09./10.06.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Huawei hat angekündigt, bis zum Jahr 2022 800 Millionen US-Dollar in den Bau einer weiteren Fabrik im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo zu investieren. Die 5G-Auktion soll 2021 stattfinden.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump setzt weltweit Regierungen unter Druck, Huawei wegen unbewiesener Spionagevorwürfe zu boykottieren, Staaten wie Australien, Großbritannien und zuletzt Schweden sind dem nachgekommen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) verwies im vergangenen Jahr auf ein Vorgehen Chinas in Afrika, das dem der USA in Brasilien ähnelt und bei dem "Komplettpakete" beim 5G-Ausbau angeboten werden: "Mit einem Produkt erhält man auch eine sehr günstige Finanzierung über eine staatliche chinesische Bank", sagte er.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ukrainekrieg
Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert

Eine Switchblade-Drohne hat offenbar einen russischen Panzer getroffen. Dessen Besatzung soll sich auf dem Turm mit Alkohol vergnügt haben.

Ukrainekrieg: Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert
Artikel
  1. Heimnetze: Die Masche mit dem Nachbarn
    Heimnetze
    Die Masche mit dem Nachbarn

    Heimnetze sind Inseln mit einer schmalen und einsamen Anbindung zum Internet. Warum eine Öffnung dieser strengen Isolation sinnvoll ist.
    Von Jochen Demmer

  2. Deutsche Bahn: 9-Euro-Ticket gilt nicht in allen Nahverkehrszügen
    Deutsche Bahn  
    9-Euro-Ticket gilt nicht in allen Nahverkehrszügen

    So einfach ist es dann noch nicht: Das 9-Euro-Ticket gilt nicht in allen Zügen, die mit einem Nahverkehrsticket genutzt werden können.

  3. Übernahme: Twitter zahlt Millionenstrafe und Musk schichtet um
    Übernahme
    Twitter zahlt Millionenstrafe und Musk schichtet um

    Die US-Regierung sieht Twitter als Wiederholungstäter bei Datenschutzverstößen und Elon Musk will sich das Geld für die Übernahme nun anders besorgen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Mindstar (u. a. Palit RTX 3050 Dual 319€, MSI MPG X570 Gaming Plus 119€ und be quiet! Shadow Rock Slim 2 29€) • Days of Play (u. a. PS5-Controller 49,99€) • Viewsonic-Monitore günstiger • Alternate (u. a. Razer Tetra 12€) • Marvel's Avengers PS4 9,99€ • Sharkoon Light² 200 21,99€ [Werbung]
    •  /