Brasilien: Keine abhörsichere staatliche E-Mail für Deutschland

Das Vorhaben Brasiliens, eine staatliche E-Mail zu schaffen, die vor ausländischen Geheimdiensten geschützt ist, ist kein Vorbild für Deutschland. Das Bundesinnenministerium redet stattdessen über De-Mail.

Artikel veröffentlicht am ,
Angela Merkel und Telekom-Chef René Obermann
Angela Merkel und Telekom-Chef René Obermann (Bild: Fabian Bimmer/Reuters)

Der Plan der brasilianischen Regierung, ein staatliches E-Mail-System zu schaffen, das vor dem Zugriff der NSA und anderer ausländischer Geheimdienste sicher ist, ist offenbar kein Vorbild für das Bundesinnenministerium. Stattdessen verweist ein Sprecher auf die De-Mail und zusätzliche End-To-End-Verschlüsselung.

Inhalt:
  1. Brasilien: Keine abhörsichere staatliche E-Mail für Deutschland
  2. Alle De-Mails werden unverschlüsselt zwischengespeichert

Als Reaktion auf Enthüllungen über die umfassende elektronische Überwachung durch die NSA hatte Brasiliens Kommunikationsminister Paulo Bernardo der Tageszeitung Folha de São Paulo erklärt, dass bis zur zweiten Jahreshälfte 2014 ein nationales E-Mail-System geschaffen werde. Die NSA hatte E-Mails aus der Wirtschaft des Landes und von Staatspräsidentin Dilma Rousseff angegriffen. Bernardo: "Wenn ich Ihnen eine E-Mail sende, möchte ich niemanden darin schnüffeln lassen."

Auf die Frage von Golem.de, "Brasilien will staatlich einen verschlüsselten E-Mail-Dienst anbieten. Dabei geht es wohl um End-To-End-Verschlüsselung, was die De-Mail ja nicht bietet. Ist so etwas nach Prism auch eine Option für die deutsche Bevölkerung?", antwortete ein Sprecher des Innenministeriums: "Es ist aus dem von Ihnen zitierten Artikel nicht ersichtlich und hier auch nicht bekannt, ob der in Brasilien geplante Dienst Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vorsieht oder andere Verschlüsselungsmechanismen."

Der Zugriff auf zentrale Netzknotenpunkte oder das Abhören von Kabeln wie in Presseartikeln über Prism und Tempora berichtet, betreffe vor allem E-Mail und andere Dienste, die unverschlüsselt Daten über das Internet übertragen. Für einen Schutz vor einem solchen Zugriff sei es entscheidend, dass die Daten während ihrer Übermittlung im Internet verschlüsselt seien.

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"Die Kommunikation über De-Mail ist vor einem solchen Zugriff im Gegensatz zur unverschlüsselten Internetkommunikation in besonderer Weise geschützt, da bei De-Mail die Nachrichten auf ihrem Weg durch das Internet - also zwischen Nutzer und De-Mail-Provider sowie zwischen den De-Mail-Providern - immer über einen verschlüsselten Transportkanal übermittelt werden", so der Sprecher. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schütze ebenfalls vor einem solchen Zugriff, erfordere aber auf Seiten der Nutzer die Installation von Soft- und/oder Hardware sowie die Verwaltung von Verschlüsselungszertifikaten und habe sich vor allem aus diesem Grund in der Vergangenheit nicht in der Fläche durchsetzen können. "Versierte Nutzerinnen und Nutzer können bei De-Mail zusätzlich zu der standardmäßigen Transportverschlüsselung eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einrichten."

Hartmut Pohl von der Gesellschaft für Informatik hatte dazu erklärt: "Grundsätzlich begrüßen wir die Möglichkeit eines Kontaktes mit Behörden auf elektronischem Weg. Allerdings bietet die De-Mail in ihrer derzeitigen Form keine wirklich höhere Sicherheit gegenüber der herkömmlichen E-Mail."

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Alle De-Mails werden unverschlüsselt zwischengespeichert 
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Julius Csar 14. Sep 2013

Jo oder AESload.de mit Textdokumenten.

Arcardy 09. Sep 2013

Und die reden von de mail, weil da nur relevantes verschickt wird.

BadBoy.Shane 09. Sep 2013

HAHA, ich stell mir das grad so vor: Der Mitarbeiter vom BND scrollt ein bisschen auf...

ap (Golem.de) 09. Sep 2013

Bevor es hier richtig beleidigend wird, wurde der Thread geschlossen.



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