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Brasilien: Whatsapp für 14 Stunden blockiert

Whatsapp-Nutzer in Brasilien mussten sich für mehrere Stunden nach einem anderen Chat-Programm umsehen, denn die Justiz des Landes hatte eine temporäre Sperre des Dienstes verfügt. Die Sperrung wurde früher als erwartet beendet. Sie dauerte insgesamt 14 Stunden an.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Whatsapp wurde in Brasilien für 14 Stunden gesperrt.
Whatsapp wurde in Brasilien für 14 Stunden gesperrt. (Bild: Screenshot Golem.de)

Whatsapp-Nutzer in Brasilien haben sich für 14 Stunden nach einem alternativen Messenger umsehen müssen. Die Justiz des Landes hatte eine zweitägige Sperre des bei vielen Nutzern beliebten Messaging-Dienstes angeordnet. Die Sperre wurde jedoch von einem Gericht vor der Frist beendet, weil die Maßnahme "unangemessen" sei.

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Hintergrund war ein Strafverfahren, in dem Whatsapp nicht mit der Justiz zusammengearbeitet habe, wie die staatliche brasilianische Nachrichtenagentur Agência Brasil am Mittwochabend meldete. Ein brasilianisches Gericht hatte Whatsapp zur Kooperation aufgerufen - doch der Dienst hat nicht auf die Anfrage vom 23. Juli dieses Jahres reagiert. Im Falle einer ausbleibenden Reaktion bis zum 7. August hatte das Gericht die Sperrung angedroht.

In dem Verfahren ging es um Drogenhandel durch eine der größten Drogenbanden Brasiliens - hier sollte der Messenger-Dienst Nutzerdaten herausgeben. Je nach Art der Anfrage könnte der Dienst dazu aber gar nicht mehr in der Lage sein - wenn beide Gesprächspartner Whatsapp auf Android-Geräten nutzen. Dann nämlich greift die von Signal beziehungsweise Textsecure übernommene Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit dem Axolotl-Ratchet-Protokoll. Metadaten könnten weiterhin herausgegeben werden.

Telefongesellschaften sollen die Sperre umsetzen

Die Sperre soll von den Telefongesellschaften des Landes umgesetzt werden. Sie wurden von einem Gericht in Sao Bernardo do Campo im Bundesstaat Sao Paulo aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ob alle Telefongesellschaften die Sperre auch umsetzen, ist bislang nicht bekannt. In Brasilien nutzen nach Angaben des Tagesspiegel 35 Millionen Menschen Whatsapp.

Nachtrag vom 17. Dezember 2015, 14:02 Uhr

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Offenbar lässt sich die Sperrung mit trivialen Mitteln umgehen. Der deutsche Zeit-Journalist Tom Fischermann twittert: "Brasilien hat tatsächlich (als Strafe wegen Nichtkooperation) 48 Stunden lang #Whatsapp gesperrt. Läuft mit Tricks wie VPN-Diensten trotzdem." Die Telekommunikationsanbieter sähen Whatsapp ohnehin kritisch, weil ihnen Gebühren für SMS und Telefonate entgingen. Daher sei die Gegenwehr gering gewesen, so Fischermann.

Nachtrag vom 17. Dezember 2015, 16:45 Uhr

Die seit Donnerstagfrüh in ganz Brasilien geltende Blockade des Internetdienstes Whatsapp ist von einem Gericht aufgehoben worden. Ein Richter des Gerichtshofs des Bundesstaates São Paulo bezeichnete die Maßnahme einer Richterin der Stadt São Bernardo do Campo als "unangemessen". Eine Geldstrafe sei angebrachter, als Dutzende Millionen von Nutzern zu bestrafen, betonte Richter Xavier de Souz. Kurz nach der Entscheidung funktionierte der Dienst wieder, mit dem Nutzer über das Netz kostenlos Nachrichten verschicken können. Insgesamt dauerte die Blockade rund 14 Stunden an.

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Ninos 20. Dez 2015

Das Tor-Netzwerk wird ebenso von der US-Regierung finanziert und die Five Eyes beißen...

Tuxianer 20. Dez 2015

Nich in meinem Fall, siehe Antwort auf einen Eintrag etwas weiter oben. Hier sind...

franzbauer 18. Dez 2015

Blöd, dann nutze ich halt einen kostenlosen VPN. Wo ist das Problem?

Anonymer Nutzer 18. Dez 2015

Unabhängig von der eingesetzten Verschlüsselung - die wenn man ehrlich ist die meisten...

violator 18. Dez 2015

Und für das Lesen von Texten auf einem Display braucht man kein Gehirn?


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