Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Brandgefahr: Versicherer fordern strengere Regeln für Batterietransporte

Wenn sich Lithium- Akkus entzünden, kann es zu starken Bränden kommen. Das soll bei Transport und Lagerung besser berücksichtigt werden.
/ Friedhelm Greis
7 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Fremantle Highway geriet angeblich wegen eines E-Autos in Brand. (Bild: Niederländische Küstenwache/Reuters)
Die Fremantle Highway geriet angeblich wegen eines E-Autos in Brand. Bild: Niederländische Küstenwache/Reuters

Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) warnt vor den steigenden Gefahren bei Transport und Lagerung von Lithium-Ionen-Batterien. "Das größte Risiko ist der sogenannte Thermal Runaway, eine Kettenreaktion in der Batterie, die Brände explosionsartig verstärken kann" , sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) und fügte hinzu: "Diese besondere Gefährdungsdynamik wird im aktuellen Gefahrgutrecht nicht ausreichend berücksichtigt."

Einem siebenseitigen Positionspapier(öffnet im neuen Fenster) (PDF) zufolge zählen Lithium-Batterien inzwischen zu den häufigsten Brandursachen auf Frachtschiffen. "Nach Auswertung der Initiative CINS (Cargo Incident Notification System) haben Lithium-Batterien alle anderen Ursachen für Brände auf Schiffen überholt" , heißt es darin.

Bauliche Trennungen gefordert

Daher sollten Container mit Lithium-Batterien oder batteriegetriebenen Fahrzeugen nicht dicht nebeneinander stehen und nicht in der Nähe von Maschinenräumen oder auf den obersten Deckstellplätzen des Schiffs gelagert werden. Zudem sollten Batterien nur noch mit einem begrenzten Ladezustand verschifft werden.

Auch bei der Lagerung an Land müsse die Brandgefahr berücksichtigt werden. Der Verband fordert klar abgegrenzte Lagerbereiche, bauliche Trennungen und ausreichend Abstand zwischen Containern und Fahrzeugen. "Batterien gehören in speziell gesicherte Bereiche und nicht einfach irgendwo ins Regal oder auf den Hof" , sagte Asmussen.

Nach Einschätzung des GDV ist eine eigene Gefahrgutklasse für Lithium-Batterien erforderlich. Bislang würden diese einer Sammelkategorie zugeordnet, die besonderen Risiken nicht ausreichend abbilde. "Es geht nicht um Panikmache, sondern um Vorsorge. Wenn wir Elektromobilität sicher wachsen lassen wollen, brauchen wir moderne Regeln, die Risiken realistisch einschätzen und beherrschbar machen" , so Asmussen.

Schwere Brände auf Autotransportern

In den vergangenen Jahren war es zu mehreren Bränden auf Autotransportern mit Elektroautos oder Plug-in-Hybriden gekommen. Die Brände lösten eine Debatte über die Risiken von Autotransporten aus . Der Brand auf dem Schiff Felicity Ace soll von einem Plug-in-Hybrid ausgelöst worden sein.

Beim Brand der Fremantle Highway vor der niederländischen Küste gab es zunächst ebenfalls Spekulationen darüber, dass ein Elektroauto das Feuer ausgelöst haben soll. Ein geheimer Bericht soll inzwischen bestätigt haben, dass ein elektrisch angetriebener BMW den Brand verursacht habe(öffnet im neuen Fenster) .

Die Entwicklungen bei der Akkutechnik dürften jedoch dazu führen, die Brandgefahr zu verringern. So ist das Risiko eines thermischen Durchgehens bei Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) deutlich geringer. Das trifft auch auf Natrium-Ionen-Akkus zu, die inzwischen in die Massenproduktion gelangt sind . Festkörperakkus sollen ebenfalls eine geringere Brandgefahr aufweisen.


Relevante Themen