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Brandgefahr: Mercedes tauscht komplette Akkus bei EQA- und EQB-Modellen

Ebenso wie in den USA tauscht Mercedes nun auch in Deutschland bestimmte Hochvoltbatterien aus. Diese sollen von Farasis stammen.
/ Friedhelm Greis
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Mercedes muss bei vielen EQA-Modellen den Akku komplett tauschen. (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Mercedes muss bei vielen EQA-Modellen den Akku komplett tauschen. Bild: Friedhelm Greis/Golem

Wegen Brandgefahr muss bei Tausenden Elektroautos von Mercedes-Benz die komplette Batterie ausgetauscht werden. Das Unternehmen habe sich entschieden, "bei bestimmten Fahrzeugen der Baureihen EQA und EQB eine neue Hochvoltbatterie einzubauen" , teilte ein Firmensprecher auf Anfrage von Golem mit und bestätigte damit einen Bericht des Blogs MBPassion(öffnet im neuen Fenster) . Hintergrund ist dem Sprecher zufolge, "dass bei einem sehr hohen Ladezustand der Batterie in sehr seltenen Fällen ein Brandrisiko infolge eines internen Kurzschlusses einer Batteriezelle nicht vollständig ausgeschlossen werden kann" .

Betroffen sind laut MBPassion die Versionen EQA 250+ und EQB 250+, die bislang mit Farasis-Batterien ausgestattet waren und über eine Kapazität von 70,5 Kilowattstunden (kWh) verfügen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) startete zu dem Problem bereits im Februar 2025 einen Rückruf (Referenznummer 14775R). Dieser betraf weltweit 52.881 Fahrzeuge, darunter 4.677 in Deutschland, die zwischen dem 20. Februar 2021 und dem 23. Januar 2024 produziert worden waren.

Softwareupdate reicht nicht aus

Damals wurde als Maßnahme angeordnet: "Die Software des Batteriemanagementsystems wird aktualisiert." Doch dies erwies sich als nicht ausreichend. "Unsere laufende und intensive Feldbeobachtung sowie darauf aufbauend weitere umfassende Untersuchungen haben gezeigt, dass das im Rahmen der bisherigen Feldmaßnahme durchgeführte Softwareupdate das Brandrisiko in seltenen Einzelfällen nicht vollständig beseitigt" , teilte Mercedes weiter mit.

Zudem führte das Softwareupdate dazu, dass die Akkukapazität nicht mehr vollständig zur Verfügung stand, so dass sich die Reichweite reduzierte. Die Rechtsanwaltskanzlei Dr. Stoll & Sauer reichte deshalb im Oktober 2025 beim Landgericht Dortmund eine Klage ein(öffnet im neuen Fenster) .

Mercedes EQA Probe gefahren
Mercedes EQA Probe gefahren (02:28)

Mercedes an Farasis beteiligt

Mercedes bittet die Kunden bis zum Werkstatttermin, das Fahrzeug nicht über 80 Prozent zu laden und im Freien zu parken. Der Austausch der Batterie werde kostenlos durchgeführt und dauere in der Regel wenige Stunden. Welcher Hersteller die neuen Akkus liefert, teilte Mercedes nicht mit. Es hieß lediglich: "Mit dem Einbau der neuen Batterie wird der nutzbare Energiegehalt sowie die Ladeleistung wieder auf den technischen Stand einer Batterie in einem Neufahrzeug gebracht."

Der Autohersteller hatte sich im Juli 2020 am chinesischen Akkuhersteller Farasis beteiligt . Damals gab es noch Pläne für den Bau einer Batteriezellfabrik in Sachsen-Anhalt, die sich im Mai 2022 jedoch zerschlugen . Im Juli 2021 gab es zudem Berichte über angebliche Qualitätsprobleme. Diese wies Mercedes damals zurück .


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