Brandenburg: Müllfahrzeuge sollen Funklöcher aufspüren

Fünf Fahrzeuge der Müllabfuhr in Brandenburg sollen auf ihren Restmülltouren für zwölf Monate Funklöcher aufspüren.

Artikel veröffentlicht am , Lennart Mühlenmeier/dpa
Das Symbolbild mit einem Müllberg ersparen wir euch.
Das Symbolbild mit einem Müllberg ersparen wir euch. (Bild: Sigmund/Unsplash-Lizenz)

Die Abfallwirtschafts-Union (AWU) hat in Brandenburg ein Projekt mit fünf Fahrzeugen zum Aufspüren von Funklöchern gestartet. So habe der flächenmäßig größte und zugleich dünn besiedelte Landkreis in Brandenburg Ostprignitz-Ruppin bei der Mobilfunknetzabdeckung noch viel Nachholbedarf. "Vor allem in den Regionen abseits der Städte und Hauptverkehrsachsen, aber auch in Waldgebieten hat man häufig kein oder nur wenig Netz", sagte Landrat Ralf Reinhardt (SPD) am Dienstag. Nicht immer gelinge es, große Mobilfunknetzbetreiber für den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur zu gewinnen.

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Deshalb soll nun ein neues Projekt im Landkreis die Erhebung neuer Daten zu Funklöchern ermöglichen. In Gesprächen mit dem nordrhein-westfälischen Partnerlandkreis Coesfeld war man in Neuruppin auf ein dortiges Datenerhebungsverfahren mittels sogenannter Echtnetz-Boxen des Ingenieursunternehmens STF-Gruppe aufmerksam geworden. Diese Boxen fuhren über einen Zeitraum von einem Jahr in Fahrzeugen der dortigen Abfallwirtschaft mit. "Aktuell gibt es ein solches Projekt auch in anderen Regionen Deutschlands, etwa im ostfriesischen Landkreis Aurich", erklärte der Prokurist der in Dülmen (Kreis Coesfeld) sitzenden STF-Gruppe, Frédéric Dildei.

Erster Landkreis Brandenburgs mit "Echtnetz-Box"

Im Land Brandenburg wird Ostprignitz-Ruppin der erste Landkreis sein, der die Boxen einsetzt. Auch hier werden Fahrzeuge der Abfallwirtschafts-Union mit zwei solcher Boxen ausgestattet. Ziel ist es laut AWU-Geschäftsführer Matthias Noa, dass eine Box innerhalb der kommenden sechs Monate drei Mal auf jeder Route für die Restmüllentsorgung mitfährt. "Wir arbeiten auch viel mit Mobilfunktechnik, daher ist es uns selbst ein Bedürfnis, beim Aufspüren der Funklöcher behilflich zu sein", sagte Noa.

Laut Landrat Rheinhardt ist die AWU für die Aufgabe bestens geeignet, weil sie aufgrund des Entsorgungsauftrags in jeden Winkel des Landkreises vordringt. "Geplant ist aber auch der Einsatz auf Feld- und Waldwegen, wofür wir etwa Mitarbeiter aus der Kreisverwaltung, die diese Stecken abradeln, gewinnen werden", sagte Dildei. Wie in Coesfeld ist das Projekt auf zwölf Monate angesetzt. Gemessen werden sowohl die Gesprächsqualität als auch die Qualität der Datenübertragung. Die Kosten dafür liegen dem Landrat zufolge im niedrigen fünfstelligen Bereich. Sie sollen von der Wirtschaftsförderung des Landkreises getragen werden.

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Die erhobenen Daten sollen im Anschluss mit in die Verhandlungen um den weiteren Bau von Funkmasten in der Region genommen werden. Sollte es nicht gelingen, die Netzbetreiber für den Ausbau zu gewinnen, will der Landkreis laut Reinhardt die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft des Bundes (MIG) hinzuziehen. Diese könnte den Netzbetreibern mit entsprechenden Förderangeboten Anreize bieten.

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