Branchenwechsel in der IT: Zu spezialisiert, um mal was anderes zu machen?

ITler müssen sich spezialisieren, weil sie Branchenwissen brauchen. Doch heißt das auch, dass sie ihr ganzes Arbeitsleben an eine Branche gebunden sind?

Artikel von Peter Ilg veröffentlicht am
Im Sport wie in der IT gibt es Disziplinen, von denen aus man in andere, ähnliche Disziplinen wechseln kann. Was die Sportarten angeht, gehört Baseball eher nicht dazu.
Im Sport wie in der IT gibt es Disziplinen, von denen aus man in andere, ähnliche Disziplinen wechseln kann. Was die Sportarten angeht, gehört Baseball eher nicht dazu. (Bild: Greg Fiume / Getty Images)

Sportler und Informatiker haben mehr gemeinsam, als es auf den ersten Blick scheint. Beide brauchen zunächst die notwendigen Grundlagen für ihre Profession. Bei Sportlern sind es Wille, Disziplin und im Idealfall Talent. Informatiker müssen vor allem die reale Welt in eine digitale transferieren können, was ein hohes Maß an Abstraktionsvermögen voraussetzt - bestenfalls kommt auch bei ihnen Begabung dazu.

Inhalt:
  1. Branchenwechsel in der IT: Zu spezialisiert, um mal was anderes zu machen?
  2. In Branchen mit ähnlichen Aufgaben wechseln

Allein mit diesen Grundvoraussetzungen können Sportler Sport machen und Informatiker programmieren. Nun gibt es aber Hunderte verschiedene Sportarten, die ganz spezielle Fähigkeiten voraussetzen. Beim Marathon ist es die Ausdauer, beim Gewichtheben die Kraft. Marathonläufer sind leicht und ausdauernd, Gewichtheber schwer und kräftig. Deshalb werden die einen nie den Sport der anderen erfolgreich ausüben können.

Aber: Läufer könnten in andere Laufdisziplinen wechseln und Gewichtheber zum Ringen. Gilt das auch für Informatiker? Können IT-Spezialisten etwa von der Automobilbranche in die Medizintechnik wechseln und umgekehrt? Wie wichtig ist spezielles Branchenwissen für Informatiker?

Michael Wintergerst hat Informatik mit dem Nebenfach Elektrotechnik studiert und dann bei SAP als Entwickler angefangen. 18 Jahre war er dort in unterschiedlichen und immer höheren Positionen tätig, zuletzt war er verantwortlich für die Cloud-Plattform.

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Vor einem Jahr hat der 44-Jährige den Arbeitgeber und gleich auch die Branche gewechselt. Er ist nun Head of Vehicle and Cloud Platform bei Cariad, der Softwaretochter des VW-Konzerns mit rund 4.500 Mitarbeitern.

Bei SAP geht es um betriebswirtschaftliche Standardsoftware, bei Cariad um Software fürs Auto. Das sind zwar zwei grundsätzlich unterschiedliche Industriebereiche, manche der genutzten Technologien unterscheiden sich jedoch kaum. Auch deshalb hat der Wechsel von Wintergerst geklappt.

"Als Informatiker kann man von einer in die andere Branche wechseln, wenn die Aufgaben vergleichbar sind", sagt Wintergerst. Er hat bei SAP an der technischen Basis gearbeitet, am Betriebssystem und mit der Cloud-Plattform. Praktisch neu sind für ihn Embedded-Systeme und deren hardwarenahe Programmierung.

Wissen über die neue Branche aneignen

Das ist im Auto Standard, etwa bei allen Assistenzsystemen. Wie Embedded-Software funktioniert, hat er in der Theorie im Studium der Elektrotechnik gelernt und wendet dieses Wissen nun in der Praxis an. Er ist in seiner Funktion zwar ein hoher Manager, bestimmt in dieser aber auch die Software-Architekturen.

Wirklich neu ist für Wintergerst die Branche Automobil. "Es ist gut und wichtig, dass man das Umfeld kennt, in dem man arbeitet", sagt er. Die Automobilbranche ist ein riesiges Ökosystem, bestehend aus Herstellern und noch viel mehr Zulieferern rund um die ganze Welt mit beispielsweise branchenspezifischen Standards in der Qualitätssicherung von Software für automatisiertes Fahren. "Solches Wissen muss man sich als Einsteiger in eine neue Branche aneignen", sagt Wintergerst.

IT-Freelancer: Ein Handbuch nicht nur für Einsteiger

Ein Branchenwechsel kommt nicht von heute auf morgen. Wer den vorhat, informiert sich, um zu wissen, worauf er sich einlässt. Für die Automobilindustrie ist das recht einfach: Da hilft es schon, die aktuellen Nachrichten zu verfolgen.

Weil die Automobilbranche eine für Deutschland sehr wichtige Industrie ist, wird regelmäßig darüber berichtet - zum Beispiel, dass China der bedeutendste Absatzmarkt ist, der Chipmangel die Automobilproduktion ausbremst oder es zu wenig Ladesäulen für Elektroautos gibt. Solche grundsätzlichen Dinge sind wichtig zu wissen, Spezielleres bekommt man im Alltag am Arbeitsplatz mit.

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In Branchen mit ähnlichen Aufgaben wechseln 
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Landorin 09. Sep 2021 / Themenstart

Haha, geile Anekdote. Und ich hatte immer abgewunken, als Kollegen und Freunde mir...

Enrico der Eunuche 07. Sep 2021 / Themenstart

Na dann herzlich willkommen im Jahr 2010.

Kleba 07. Sep 2021 / Themenstart

Ich hab ihn ganz selten abschreiben lassen. Das war nur ganz am Anfang der Ausbildung...

AvailableLight 05. Sep 2021 / Themenstart

Als ehemaliger Baseballer kann ich die Bildunterschrift nicht bestätigen. Dort benötigt...

rjsedv 04. Sep 2021 / Themenstart

Ich finde den Titel des Beitrags komplett irreführend. Von wegen Spezialisierung. Die...

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