Branchenverbände: Umweltauflagen schleifen für OpenAI-Rechenzentrum in Deutschland
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Nach einem Bericht um ein geplantes OpenAI-Rechenzentrum in Deutschland gibt es Diskussionen zwischen Befürwortern und Kritikern. OpenAI wollte eine Anlage mit einer Kapazität von bis zu einem Gigawatt errichten. Das ist mehr, als alle bestehenden deutschen KI-Rechenzentren zusammen haben. Für OpenAI-Chef Sam Altman war jedoch wichtig, den Standort nahe der französischen Grenze zu haben, damit das Rechenzentrum auf französischen Atomstrom zugreifen könne.
Eine Sprecherin der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen im Branchenverband Eco sagte Golem anlässlich der Diskussion über ein mögliches OpenAI-Rechenzentrum in Deutschland: "Der Fall OpenAI ist ein Stresstest für den Rechenzentrumsstandort Deutschland. Heute entscheidet sich, ob ein KI-Rechenzentrum in Deutschland entsteht, nicht an politischen Ambitionen, sondern an der praktischen Verfügbarkeit von Strom, Netzen, Flächen und Genehmigungen."
Internationaler Preiskampf um niedrige Strompreise für Milliardäre
Für Unternehmen wie OpenAI sei der Netzanschluss derzeit der größte Engpass: Knappe Kapazitäten, langwierige und schwer kalkulierbare Verfahren sowie fehlende verbindliche Anschlusszusagen erschwerten Investitionsentscheidungen. Benötigt würden bundesweit einheitliche digitale Anschlussportale, belastbare Transparenz über verfügbare Netzkapazitäten und ein praxisnaher First-ready-first-served-Ansatz, der realisierungsreife Projekte tatsächlich schneller ans Netz bringt.
Hinzu kämen angeblich "international nicht wettbewerbsfähige Stromkosten. Rechenzentren benötigen eine sichere und kontinuierliche Stromversorgung; klimafreundliche Beschaffungsmodelle wie Direktbelieferung und PPAs müssen deshalb erleichtert werden". Ein PPA (Power Purchase Agreement) ist ein langfristiger Strombezugsvertrag. Doch tatsächlich zahlen im direkten Vergleich zu privaten Haushalten Rechenzentren und Industriebetriebe in Deutschland deutlich weniger pro Kilowattstunde. Während ein privater Haushalt in Deutschland im Schnitt rund 37 bis 40 Cent pro kWh (brutto) zahlt, liegen die Kosten für Betreiber von Großrechenzentren bei etwa 14 bis 20 Cent pro kWh (netto).
Die Sprecherin der Allianz im Eco betonte dagegen: "Bis ein Rechenzentrum genehmigt und gebaut ist, können in Deutschland mehrere Jahre vergehen."
Bestehende Umweltauflagen würde man lieber beseitigen: "Abwärmenutzung ist grundsätzlich sinnvoll, kann aber nicht pauschal vorgeschrieben werden: Ob sie praktisch möglich ist, hängt von vorhandenen Wärmenetzen, geeigneten Abnehmern, technischer Machbarkeit und der Wirtschaftlichkeit vor Ort ab", sagte die Sprecherin des Verbands im Eco.
Auch Kilian Wagner, Bereichsleiter für nachhaltige digitale Infrastrukturen im IT-Branchenverband Bitkom, sagte Golem: "Ein Unternehmen steht bei einem großen Rechenzentrumsprojekt in Deutschland vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen. Am Anfang steht häufig die Suche nach einem geeigneten Standort, der ausreichend Fläche, eine leistungsfähige Glasfaseranbindung und vor allem einen zeitnah verfügbaren Stromnetzanschluss mit ausreichender Kapazität bietet."
Gerade die Verfügbarkeit eines solchen Netzanschlusses könne zum entscheidenden Engpass werden. Weitere Herausforderungen entstünden durch umfangreiche regulatorische Anforderungen, etwa bei Energieeffizienz, Abwärmenutzung sowie Berichts- und Nachweispflichten. Tatsächlich fließen die Kosten für den Netzausbau der Rechenzentren in die Netzentgelte ein. Netzentgelte sind Bestandteil jedes Stromvertrags und werden von allen Kunden (Haushalten, Gewerbe und Industrie) in dem jeweiligen Netzgebiet bezahlt. Hier zahlt die Bevölkerung den Ausbau der allgemeinen Infrastruktur also mit.
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