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Grenzen seiner finanziellen Möglichkeiten

Das Projekt von OpenAI in Deutschland werde zunächst nicht weiterverfolgt. "Das könnte mit den von der Bundesregierung genannten Gründen zusammenhängen – und damit, dass OpenAI derzeit an die Grenzen seiner finanziellen Möglichkeiten stößt", sagte Linda Klapdor, Expertin für Big Tech & KI bei Greenpeace, zu Golem.

"In Deutschland regelt das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) die Anforderungen an den Betrieb von Rechenzentren. Es schreibt unter anderem einen bestimmten Anteil an erneuerbarem Strom sowie die Nutzung der Abwärme vor. Aufgrund des massiven Lobbyismus von Big-Tech-Konzernen wie Amazon, Google oder Microsoft verhandelt die Bundesregierung jedoch aktuell die Aufweichung dieser wichtigen und zukunftsweisenden Anforderungen. Gleichzeitig strebt sowohl die EU als auch die deutsche Bundesregierung einen schnellen Ausbau neuer Rechenzentren an, unter anderem, um die Abhängigkeit von US-Anbietern wie OpenAI zu verringern und den europäischen KI-Standort zu stärken."

Bei der Entwicklung um künstliche Intelligenz sei aktuell völlig unklar, wie der KI-Boom mit den planetaren Grenzen in Einklang gebracht werden solle.

Der Blick in Länder mit hoher Rechenzentrumsdichte, etwa die USA oder Irland, zeigt laut Greenpeace dabei schon heute sehr genau, welche lokalen Folgen mit dem Ausbau verbunden sind. Dort wachse der Widerstand in der Bevölkerung, die die Kosten des KI-Booms unmittelbar trage.

Von immensem Lobbydruck aufgeweicht

Klapdor betonte: "Mit Blick auf geplante Großprojekte in Deutschland rechnen wir fest damit, dass sich diese ökologischen und demokratischen Grundprobleme auch bei uns stellen: Der immense Strombedarf von Rechenzentren gefährdet nicht nur die Energiewende, sondern bringt auch lokale Stromnetze an ihre Grenzen. In Frankfurt verbrauchen Rechenzentren bereits heute rund 40 Prozent des gesamten städtischen Stroms. Diese Kapazitäten konkurrieren zunehmend mit anderen Bereichen der Elektrifizierung, etwa Wärmepumpen und Elektromobilität. Besonders alarmierend: Auch in Deutschland greifen Betreiber bei Engpässen auf dedizierte Gaskraftwerke zurück, was zusätzliche Emissionen und lokale Luftbelastung verursacht."

Viele Regionen in Deutschland erlebten in diesem Sommer erneut akuten Stress um das Wasser, vielerorts wird die Bevölkerung zum Wassersparen aufgerufen. Klapdor sagte: "Gleichzeitig entstehen teilweise in unmittelbarer Nähe neue Rechenzentren. Und obwohl alternative Kühltechnologien zur Verfügung stehen, nutzen die meisten Rechenzentren immer noch Frischwasser zur Kühlung der Server. Wir bewegen uns hier auf gefährliche Ressourcenkonflikte zu."

Erschwert werde die Bewertung solcher Projekte durch die mangelnde Transparenz der Betreiber. Außerdem würden verpflichtende Berichtspflichten zu Energie- und Wasserverbrauch in der neuen Fassung des EnEfG infolge von immensem Lobbydruck aufgeweicht. Dies mache eine informierte Debatte und demokratische Teilhabe unmöglich.

Beim massiven Ausbau von KI-Infrastruktur stellten US-amerikanische Tech-Konzerne ökologische und demokratische Grundprinzipien hinten an. Während die Bewertungen einzelner Unternehmen explodieren, würden die Kosten des Booms auf die Allgemeinheit ausgelagert.


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