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Branchenbuch: Was Google und Bing nicht anzeigen, ist wertlos

Das Landgericht Wuppertal hat geurteilt, dass ein Branchenbuch, das nicht bei Google und Bing erscheint, wertlos ist. "Dabei wäre es für sie ein Leichtes, durch Schaltung von Anzeigen in Suchmaschinen, Nutzerzahl zu generieren", erklärte das Gericht.

Artikel veröffentlicht am ,
Google
Google (Bild: David Paul Morris/Getty Images)

Ein kostenpflichtiges Online-Verzeichnis, das nicht bei Google, Bing und Ask unter den ersten fünf Suchtreffern platziert ist, ist wertlos und erfüllt den Tatbestand der Sittenwidrigkeit. Über diese Entscheidung des Landgerichts Wuppertal (Aktenzeichen 9 S 40/14) berichtet der Hamburger Rechtsanwalt Martin Bahr in seinem Blog.

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Das Geschäftsmodell des Branchenverzeichnisses Branche100.eu sei sittenwidrig im Sinne eines wucherähnlichen Rechtsgeschäfts wegen eines "objektiv auffälligen Missverhältnisses von Leistung und Gegenleistung" und einer "verwerflichen Gesinnung des Begünstigten". Ein objektiv auffälliges Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung liege bei einer jährlichen Zahlung von 910 Euro pro Kunde für einen Eintrag in Branche100.eu vor. Diese "Gegenleistung" sei "quasi wertlos", so das Gericht.

Eine Internet-Recherche der Kammer habe ergeben, dass das Verzeichnis Branche100.eu nach Eingabe der Begriffe "Branchenbuch", "Branchenverzeichnis" oder "Gelbe Seiten" in die Suchmaschinen Google, Bing und Ask auf den jeweils ersten fünf Suchtrefferseiten nicht erscheint. "Dabei wäre es für sie ein Leichtes, etwa durch Schaltung von Anzeigen in den genannten Suchmaschinen, eine entsprechende Nutzerzahl zu generieren", erklärte das Gericht.

Der Betreiber habe überhaupt kein Interesse an einer Nutzung seines Branchenverzeichnisses und könne keine Angaben zu Nutzungszahlen machen.

Auch die subjektiven Voraussetzungen eines wucherähnlichen Geschäfts seien gegeben. Das Anschreiben an die Kunden sei "ersichtlich darauf angelegt, den Empfänger über den wahren Gegenstand dieses Schreibens und die mit der Rücksendung verbundenen Rechtsfolgen im Unklaren zu lassen." Die Kenntnisnahme des Vertragsinhalts werde erschwert.



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Bleistiftspitze 06. Mär 2015

Ja, Wucher ist eine Straftat und ein Offizialdelikt, der Staatsanwalt muss in einem...

quadronom 05. Mär 2015

THIS! Boaaah, wie mich das jedes mal nervt....

der_wahre_hannes 05. Mär 2015

Nichts für ungut, aber wie kommt man eigentlich drauf, dass "Haken" mit 'r' geschrieben...

Jakelandiar 05. Mär 2015

+1. Der Frage schließ ich mich ebenfalls an. Ich such noch den Sinn

gardwin 05. Mär 2015

Hier mal ein klassischer Eintrag. Da lasse ich doch gerne ein paar Euros mir abdrücken...


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