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Brainflight: Gehirn lenkt Drohne

"Ein bisschen weiter nach oben", denkt sich der Pilot und schon schwebt die Drohne höher. Das ist keine Szene aus einem Science-Fiction-Film, sondern das Ziel des Projekts Brainflight. Es könnte eines Tages auch zur Steuerung von Passagierflugzeugen genutzt werden.
/ Michael Linden
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Drohnenpilot mit EEG-Kappe (Bild: BBC/Screenshot: Golem.de)
Drohnenpilot mit EEG-Kappe Bild: BBC/Screenshot: Golem.de

Europäische Forscher haben unter dem Namen Brainflight(öffnet im neuen Fenster) eine Drohnenfernsteuerung entwickelt, die auf die Auswertung von Gehirnströmen setzt. Der Pilot kann dadurch das Fluggerät manövrieren und hat gleichzeitig die Hände frei. Er muss lediglich eine Sensorkappe tragen, mit der die Gehirnströme abgegriffen, durch eine Software ausgewertet und in Befehle umgesetzt werden können.

Neben dem Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen Tekever(öffnet im neuen Fenster) aus Portugal, das als Projektkoordinator tätig ist, forschten an Brainflight auch die portugiesische Champalimaud Foundation, Eagle Science aus den Niederlanden und die Technische Universität München daran, wie Drohnen per Gedanken gesteuert werden können.

Bei einer öffentlichen Präsentation in Lissabon haben Teams von Tekever und Champalimaud ein EEG (Elektroenzephalogramm) benutzt, bei dem eine Kappe die Gehirnströme des Piloten misst. Die Daten werden von einer Software ausgewertet und zur Steuerung einer kleinen Drohne verwendet. Dieses sogenannte Brain Computer Interface (BMI) wurde zuerst mit einem Simulator für das österreichische, zweimotorige Leichtflugzeug Diamond DA42(öffnet im neuen Fenster) sowie Simulatoren für unbemannte Luftfahrzeuge eingesetzt und getestet.

Mehrere Monate üben

Wie lange der Nutzer trainieren muss, bis er die Steuerung mit seinen Gedanken beherrscht, verrieten die Forscher nicht. Die BBC(öffnet im neuen Fenster) berichtet, dass es mehrere Monate dauert, bis die Anwender es schaffen, einen kleinen Kreis am Bildschirm gezielt in die gewünschte Richtung zu bewegen.

Die futuristische Flugsteuerung könnte auf lange Sicht sowohl in bemannten als auch in unbemannten Flugzeugen eingesetzt werden – vom Ultraleichtflugzeug bis hin zum Passagier- und Militärflugzeug. Das hoffen zumindest die Forscher, doch es dürfte erhebliche Bedenken und auch regulatorische Hürden geben, bis dies möglich wird. Dennoch könnte das Verfahren die Flugsteuerung nicht nur deutlich vereinfachen, sondern den Piloten auch entlasten – und ihm die Möglichkeit geben, sich Aspekten wie zum Beispiel der Sensorbeobachtung oder Waffensystemsteuerung zu widmen. Denkbar wäre es aus Sicht der Wissenschaftler auch, das BMI für andere Steuerungsaufgaben etwa von Autos, Booten oder Zügen einzusetzen.

Auch in den USA haben Forscher eine Gedankensteuerung für eine Drohne entwickelt. Deren Brain Computer Interface ist für Patienten gedacht, die wegen einer Krankheit ihre Gliedmaßen nicht mehr bewegen können. Die Wissenschaftler berichteten, dass der Gedanke daran, die Faust zu ballen, Signale produziere, die sich gut identifizieren ließen. Folglich wird die Drohne vor allem mit der Faust geflogen: Denke der Pilot daran, seine rechte Hand zur Faust zu ballen, steuere die Drohne nach rechts. Der Gedanke, beide Fäuste zu ballen, lässt die Drohne steigen.


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