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Brainflight: Fliegen mit Gedankenkraft

Datenkappe ersetzt Steuerknüppel: Forscher aus München und Berlin entwickeln ein BCI-basiertes System zum Fliegen. Erste Tests im Simulator verliefen überraschend gut.
/ Werner Pluta
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Projekt Brainflight: alternative Rückmeldung für Belastung (Bild: A. Heddergott/TU München)
Projekt Brainflight: alternative Rückmeldung für Belastung Bild: A. Heddergott/TU München

Mit einer Gehirn-Maschine-Schnittstelle (Brain-Computer-Interface, BCI) statt mit einem Steuerknüppel haben Forscher Probanden ein Flugzeug steuern lassen. Brainflight(öffnet im neuen Fenster) heißt das Gemeinschaftsprojekt der Technischen Universitäten München (TUM) und Berlin (TUB).

Fliegen mit Gedankenkraft – Projekt Brainflight
Fliegen mit Gedankenkraft – Projekt Brainflight (04:10)

Die Probanden setzen eine Datenkappe auf, in die Elektroenzephalografie(öffnet im neuen Fenster)-Elektroden (EEG) integriert sind. Die Elektroden erfassen Hirnstromsignale. Ein Algorithmus, den die Forscher vom Team PhyPA(öffnet im neuen Fenster) (Physiological Parameters for Adaptation) an der TUB entwickelt haben, setzt die Hirnströme in Steuerbefehle um.

Die Münchner haben die Steuerung und die Flugdynamik des Flugzeugs so angepasst, dass Fliegen mit Gedankenkraft möglich wird. Dazu gehört beispielsweise, eine Form der Rückmeldung zu finden: Steuert ein Pilot ein Flugzeug mit dem Steuerknüppel, spürt er einen Widerstand, wenn er das Flugzeug zu stark belastet. Diese Form der Kontrolle fällt bei der Steuerung per BCI weg. Die TUM-Forscher suchen deshalb nach einer Alternative.

Simulatortests

Die ersten Tests mit dem System verliefen bereits vielversprechend: Die Forscher ließen sieben Testpiloten mit BCI im Simulator antreten. Die Probanden hatten unterschiedliche Vorkenntnisse. Einer von ihnen hatte noch nie in einem Cockpit gesessen.

Die Forscher waren überrascht, wie gut Probanden das Flugzeug steuerten. Teilweise hätten sie so genau gesteuert, dass sie damit die Flugscheinprüfung hätten bestehen können. Einige hätten den Landeanflug auch bei schlechter Sicht geschafft. Einer sei nur wenige Meter neben der Mittellinie aufgesetzt. "Einer der Probanden konnte acht von zehn vorgegebenen Kursen mit einer Abweichung von nur 10 Grad folgen", erzählt Projektleiter Tim Fricke(öffnet im neuen Fenster), Luft- und Raumfahrtingenieur an der TUM.

Einfacher fliegen

"Durch die Hirnsteuerung könnte das Fliegen an sich einfacher werden", sagt Fricke. Das könne zum einen mehr Menschen den Zugang zum Fliegen eröffnen. Zum anderen könne es professionelle Piloten entlasten und so das Fliegen sicherer machen. "Die Piloten hätten außerdem mehr Bewegungsfreiheit, um andere manuelle Aufgaben im Cockpit zu übernehmen."

Die Forscher wollen die Ergebnisse von Brainflight beim Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress(öffnet im neuen Fenster) vorstellen. Der Kongress findet vom 16. bis 18. September 2014 in Augsburg statt.


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