Brainflight: Fliegen mit Gedankenkraft

Datenkappe ersetzt Steuerknüppel: Forscher aus München und Berlin entwickeln ein BCI-basiertes System zum Fliegen. Erste Tests im Simulator verliefen überraschend gut.

Artikel veröffentlicht am ,
Projekt Brainflight: alternative Rückmeldung für Belastung
Projekt Brainflight: alternative Rückmeldung für Belastung (Bild: A. Heddergott/TU München)

Mit einer Gehirn-Maschine-Schnittstelle (Brain-Computer-Interface, BCI) statt mit einem Steuerknüppel haben Forscher Probanden ein Flugzeug steuern lassen. Brainflight heißt das Gemeinschaftsprojekt der Technischen Universitäten München (TUM) und Berlin (TUB).

Stellenmarkt
  1. Projektmanager - Digitalisierung Produktion (w/m/d)
    Pro Projekte-GmbH & Co. KG, Weißenfels (Raum Halle/Leipzig)
  2. Data Foundation Engineer (m/w/d)
    Volkswagen Financial Services AG, Braunschweig
Detailsuche

Die Probanden setzen eine Datenkappe auf, in die Elektroenzephalografie-Elektroden (EEG) integriert sind. Die Elektroden erfassen Hirnstromsignale. Ein Algorithmus, den die Forscher vom Team PhyPA (Physiological Parameters for Adaptation) an der TUB entwickelt haben, setzt die Hirnströme in Steuerbefehle um.

Die Münchner haben die Steuerung und die Flugdynamik des Flugzeugs so angepasst, dass Fliegen mit Gedankenkraft möglich wird. Dazu gehört beispielsweise, eine Form der Rückmeldung zu finden: Steuert ein Pilot ein Flugzeug mit dem Steuerknüppel, spürt er einen Widerstand, wenn er das Flugzeug zu stark belastet. Diese Form der Kontrolle fällt bei der Steuerung per BCI weg. Die TUM-Forscher suchen deshalb nach einer Alternative.

Simulatortests

Die ersten Tests mit dem System verliefen bereits vielversprechend: Die Forscher ließen sieben Testpiloten mit BCI im Simulator antreten. Die Probanden hatten unterschiedliche Vorkenntnisse. Einer von ihnen hatte noch nie in einem Cockpit gesessen.

  • Projekt Brainflight: Der Proband setzt eine Datenkappe auf... (Foto: A. Heddergott/TU München)
  • .. und steuert ein Flugzeug im Simulator allein mit der Kraft seiner Gedanken. (Foto: A. Heddergott/TU München)
  • Die Präzision hat die Forscher überrascht. (Foto: A. Heddergott/TU München)
Projekt Brainflight: Der Proband setzt eine Datenkappe auf... (Foto: A. Heddergott/TU München)
Golem Karrierewelt
  1. Blender Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    12.-14.12.2022, Virtuell
  2. Certified Network Defender (CND): virtueller Fünf-Tage-Workshop
    06.-10.02.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Forscher waren überrascht, wie gut Probanden das Flugzeug steuerten. Teilweise hätten sie so genau gesteuert, dass sie damit die Flugscheinprüfung hätten bestehen können. Einige hätten den Landeanflug auch bei schlechter Sicht geschafft. Einer sei nur wenige Meter neben der Mittellinie aufgesetzt. "Einer der Probanden konnte acht von zehn vorgegebenen Kursen mit einer Abweichung von nur 10 Grad folgen", erzählt Projektleiter Tim Fricke, Luft- und Raumfahrtingenieur an der TUM.

Einfacher fliegen

"Durch die Hirnsteuerung könnte das Fliegen an sich einfacher werden", sagt Fricke. Das könne zum einen mehr Menschen den Zugang zum Fliegen eröffnen. Zum anderen könne es professionelle Piloten entlasten und so das Fliegen sicherer machen. "Die Piloten hätten außerdem mehr Bewegungsfreiheit, um andere manuelle Aufgaben im Cockpit zu übernehmen."

Die Forscher wollen die Ergebnisse von Brainflight beim Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress vorstellen. Der Kongress findet vom 16. bis 18. September 2014 in Augsburg statt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


HinkePank 27. Mai 2014

Na ja, dann strickt er halt Socken oder malt Auqarelle. Vielleicht telefoniert er ja auch...

Himmerlarschund... 27. Mai 2014

Ich stelle mir das schon bildlich vor. in Zukunft werden Kampfflugzeuge dann mit LED...

KritikerKritiker 27. Mai 2014

Und dann gerät das Flugzeug außer Kontrolle da die Fenster der Pilotenkabine plötzlich...

motzerator 27. Mai 2014

Ich will sowas, um Spiele zu steuern :)



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
El-Ali-Meteorit
Forscher entdecken zwei neue Minerale in einem Meteoriten

In einer Probe aus einem in Somalia niedergegangenen Meteoriten wurden zwei Mineralien entdeckt, die auf der Erde so bisher nicht gefunden wurden.

El-Ali-Meteorit: Forscher entdecken zwei neue Minerale in einem Meteoriten
Artikel
  1. Kraftfahrt-Bundesamt: Elektrischer Corsa sollte zur Abgasuntersuchung
    Kraftfahrt-Bundesamt
    Elektrischer Corsa sollte zur Abgasuntersuchung

    Das Kraftfahrt-Bundesamt ruft den Opel Corsa samt der Elektro-Variante zurück, weil ein Softwarefehler im Auto eine Messung verhindert.

  2. Recruiting: Personalauswahl mit KI kann Unternehmen schaden
    Recruiting
    Personalauswahl mit KI kann Unternehmen schaden

    Software ist objektiv und kennt keine Vorurteile, das macht Künstliche Intelligenz interessant für die Personalauswahl. Ist KI also besser als Personaler? Die Bewerber sind skeptisch und die Wissenschaft liefert keinen Beweis dafür.
    Ein Bericht von Peter Ilg

  3. Gerichtsurteil: MDR darf Facebook-Kommentare ohne Sendungsbezug löschen
    Gerichtsurteil
    MDR darf Facebook-Kommentare ohne Sendungsbezug löschen

    Öffentlich-rechtliche Sender begehen keine Zensur, wenn sie nicht strafbare Kommentare auf Facebook löschen. Manchmal sind sie eher dazu verpflichtet.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar • Tiefstpreise: Crucial SSD 4TB 319€, Palit RTX 4080 1.499€, HTC Vive Pro 2 659€ • Alternate: Team Group SSD 512GB 29,99€, AOC Curved 27" 240 Hz 199,90€ • Samsung Cyber Week • Top-TVs (2022) LG & Samsung über 40% günstiger • AOC Curved 34" WQHD 389€ [Werbung]
    •  /