Abo
  • IT-Karriere:

Brain Computer Interface: Datenschutz für Gehirnströme

Der Blick in die Zukunft zeigt, dass die Computersteuerung durch Gehirnströme populär werden wird. Doch wie sollen Gedanken vor Unbefugten geschützt werden?

Artikel veröffentlicht am ,
Forscher fürchten um den Datenschutz, wenn das menschliche Gehirn angezapft wird.
Forscher fürchten um den Datenschutz, wenn das menschliche Gehirn angezapft wird. (Bild: Jeremiah Wander/University of Washington)

Es ist ein dystopisches Szenario: Ein Anwender bedient seinen Rechner mit einem Gedankensteuerungssystem oder Brain Computer Interface (BCI). Das Gerät wurde unwissentlich angezapft, alle Gehirnströme fließen an Dritte. Aus den abgegriffenen Daten können sie Passwörter und PINs oder das Geburtsdatum auslesen. EEGs sind auch eine eindeutige biometrische Erkennungsmarke, vergleichbar mit einem Fingerabdruck. Die Erkennungsrate liegt inzwischen bei durchschnittlich 75 Prozent. Jetzt machen sich Forscher Gedanken um den Datenschutz für solche Geräte, etwa über Filter, die nur relevante Gehirnströme durchlassen.

Stellenmarkt
  1. Sparda-Bank Augsburg eG, Augsburg
  2. Hochschule für Technik Stuttgart University of Applied Sciences, Stuttgart

Bereits 2013 analysierten Forscher, wie sie Probanden über angeschlossene BCIs beispielsweise PINs entlocken konnten. Dazu mussten sich die Teilnehmer eine PIN merken. Um die benötigten Gehirnströme der Probanden zu reizen, wurden ihnen entsprechende Objekte oder Bilder gezeigt, etwa eine Bankkarte oder ein Kalenderblatt eines Monats. Diese subliminale Technik funktioniert so gut, dass auch die Werbung kurzzeitig damit experimentieren wollte.

Niedrige Trefferquote - noch

Aus den im BCI angezapften Daten konnten die Forscher immerhin mit einer 20-prozentigen Trefferquote die PINs herauslesen. Akkurater waren die Ergebnisse bei der Suche nach der Bank des Probanden, sie lag bei 30 Prozent. Mit einer Trefferquote von 60 Prozent erfuhren die Forscher den Geburtsmonat der Teilnehmer. Das Experiment sei eher eine Machbarkeitsstudie, die Ergebnisse seien sicherlich ausbaufähig.

Unheimlich wird es bei dem Szenario, wenn Hunderte oder Tausende Spieler über ihre BCIs in einem Massively Multiplayer Online Game zocken. In einem Vermisstenfall erbittet die Polizei Hilfe vom Spieleanbieter. Allen Spielern wird das Bild eines Gesuchten kurzzeitig auf dem Bildschirm gezeigt. Die Spieler müssten es noch nicht einmal merken. Anschließend könnte die Polizei die Daten sämtlicher Spieler auswerten. Bei denen, die auf das Bild besonders stark reagieren, würde dann die IP-Adresse an die Polizei übergeben und schließlich der Betreffende befragt.

Wenn alle Menschen einem EEG unterzogen und die biometrischen Abbilder davon in einer Datenbank gespeichert würden, wäre nicht einmal die IP-Adresse des Spielers nötig. Solche Szenarien rufen zurecht Datenschützer auf den Plan. Sie diskutieren Regeln, wie der Datenschutz und das Recht auf Privatsphäre im Umgang mit BICs und den Daten aus dem Gehirn neu definiert werden müssen.

Fachgebiet: Neurosecurity

Forscher vom MIT und der Technischen Universität Dänemark haben beispielsweise einen Vorschlag unterbreitet, die gesamten Rohdaten der Gehirnströme in einer Datenbank zu speichern, sie aber nur durch spezielle Filter zugänglich zu machen, ohne dass die gesamten Rohdaten zur Verfügung stehen.

Inzwischen gibt es dafür sogar einen Begriff: Neurosecurity. Tamara Denning, Yoky Matsuoka und Tadayoshi Kohno von der University of Washington in Seattle haben ihn geprägt. Die Technik werde bald massentauglich und ermögliche gerade im medizinischen Bereich vielen Menschen neue Heilungsmethoden. Bei Zugriffen auf das menschliche Gehirn müssten aber ganz enge Regeln gesetzt werden, schreiben sie. Die Sicherheitsaspekte unterschieden sich dramatisch von denen für Rechner.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 339,00€
  2. 269,00€
  3. (u. a. Far Cry New Dawn für 19,99€, Ghost Recon Wildlands für 15,99€, Rayman Legends für 4...
  4. (u. a. PUBG für 13,99€, Final Fantasy XIV - Shadowbringers für 27,49€, Mordhau für 19,99€)

Malocchio 10. Jun 2014

Könnte man, wenn man ganz viel Geld hat. Könnte man, wenn man für Freifunk genügend...

User_x 09. Jun 2014

du meinst schmuddelfilme ;) mit hauptdarstellern, ohne das die das wissen... bzw. jetzt...

plutoniumsulfat 09. Jun 2014

wer würde sein Wissen schon auslagern?

pi@raspberry 07. Jun 2014

ist doch gut, deine Kinder bzw. Enkel werden vllt mal alle so rumlaufen

Moe479 07. Jun 2014

bestimmte 'gedankengänge' patentiert und man darf sie nur _noch_ unentgeltlich nutzen...


Folgen Sie uns
       


Backup per Band angesehen

Das Rattern des Roboterarms und Rauschen der Klimaanlage: Golem.de hat sich Bandlaufwerke in Aktion beim Geoforschungszentrum Potsdam angeschaut. Das Ziel: zu erfahren, was die 60 Jahre alte Technik noch immer sinnvoll macht.

Backup per Band angesehen Video aufrufen
Ricoh GR III im Test: Kompaktkamera mit Riesensensor, aber ohne Zoom
Ricoh GR III im Test
Kompaktkamera mit Riesensensor, aber ohne Zoom

Kann das gutgehen? Ricoh hat mit der GR III eine Kompaktkamera im Sortiment, die mit einem APS-C-Sensor ausgerüstet ist, rund 900 Euro kostet und keinen Zoom bietet. Wir haben die Kamera ausprobiert.
Ein Test von Andreas Donath

  1. Theta Z1 Ricoh stellt 360-Grad-Panoramakamera mit Profifunktionen vor
  2. Ricoh GR III Eine halbe Sekunde Belichtungszeit ohne Stativ

Transport Fever 2 angespielt: Wachstum ist doch nicht alles
Transport Fever 2 angespielt
Wachstum ist doch nicht alles

Wesentlich mehr Umfang, bessere Übersicht dank neuer Benutzerführung und eine Kampagne mit 18 Missionen: Das Schweizer Entwicklerstudio Urban Games hat Golem.de das Aufbauspiel Transport Fever 2 vorgestellt - bei einer Bahnfahrt.
Von Achim Fehrenbach

  1. Mordhau angespielt Die mit dem Schwertknauf zuschlagen
  2. Bus Simulator angespielt Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle
  3. Bright Memory angespielt Brachialer PC-Shooter aus China

iPad OS im Test: Apple entdeckt den USB-Stick
iPad OS im Test
Apple entdeckt den USB-Stick

Zusammen mit iOS 13 hat Apple eine eigene Version für seine iPads vorgestellt: iPad OS verbessert die Benutzung als Tablet tatsächlich, ein Notebook-Ersatz ist ein iPad Pro damit aber immer noch nicht. Apple bringt aber endlich Funktionen, die wir teilweise seit Jahren vermisst haben.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Tablets Apple bringt neues iPad Air und iPad Mini
  2. Eurasische Wirtschaftskommission Apple registriert sieben neue iPads
  3. Apple Es ändert sich einiges bei der App-Entwicklung für das iPad

    •  /