Abo
  • Services:

Brain-Computer-Interface: Affe greift trotz betäubter Nerven

Ein Affe kann einen Ball greifen, obwohl die Nerven in seinem Arm betäubt sind. US-Wissenschaftler nehmen die elektrischen Signale mit einer Elektrode vom Bewegungszentrum im Gehirn des Tieres ab, übersetzen sie und stimulieren damit Muskeln in seinem Arm.

Artikel veröffentlicht am ,
Gehirn mit Elektroden (Symbolbild): elektrische Signale belauscht und übersetzt
Gehirn mit Elektroden (Symbolbild): elektrische Signale belauscht und übersetzt (Bild: University of Utah Department of Neurosurgery)

Einen Cyborg, eine Mischform aus Organismus und Maschine, haben US-Wissenschaftler geschaffen: Ein Affe kann trotz einer Blockade seiner Nerven einen Ball greifen und in einen Behälter legen.

Stellenmarkt
  1. thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal
  2. Universität Konstanz, Konstanz

Die Forscher von der Northwestern-Universität in Chicago um Lee Miller haben zwei Rhesusaffen Elektroden in den rechten Arm sowie in den Teil des Gehirns implantiert, der für dessen Steuerung zuständig ist. Ins Gehirn haben sie eine Anordnung aus Elektroden, die mit rund 100 Nervenzellen verbunden sind, eingesetzt. In den Arm implantierten sie bis zu fünf Elektroden in den Muskeln. Über die Elektroden im Bewegungszentrum konnten Impulse an die Elektroden im Arm übertragen werden, so dass der Affe einfache Bewegungen durchführen kann.

Übersetzer für Hirnströme

Damit dies gelingt, haben die Wissenschaftler zunächst die Signale aus dem Gehirn und dem Arm aufgezeichnet, wenn ein Affe den Ball ergriff, ihn hochnahm und dann in den Behälter fallen ließ. Aus diesen Daten entwickelten die Forscher einen Algorithmus, der die Hirnströme in Steuersignale für die Armmuskeln übersetzt.

Um das System zu testen, legten sie die Nerven des Affen im Ellenbogen mit einer lokalen Betäubung lahm. Dann ließen sie die Affen den Ball ergreifen. Obwohl die direkte Nervenbahn unterbrochen gewesen sei, habe der Affe seine Muskeln kontrollieren können, schreiben die Forscher um Miller in der Fachzeitschrift Nature. Er habe den Ball ergreifen und ihn in den Behälter befördern können.

Motorischer Lernprozess

Die Affen haben ihre Hand nicht ganz so wie gewohnt bewegen können, sagte Miller. Aber sie hätten eine Art motorischen Lernprozess durchgemacht. Die Forscher vermuten, dass dieser dem Lernprozess ähnele, der nötig sei, um sich an eine neue Computermaus oder einen anderen Tennisschläger zu gewöhnen. "Die Dinge sind anders, und man passt sich an sie an."

"Wir belauschen die natürlichen elektrischen Signale aus dem Gehirn, die dem Arm und der Hand mitteilen, wie sie sich bewegen sollen, und senden diese Signale direkt an die Muskeln", erklärt Miller. Mit Hilfe einer solchen Verbindung vom Gehirn zu den Muskeln könnten vielleicht eines Tages Patienten, die infolge einer Rückenmarksverletzung gelähmt sind, ihre Gliedmaßen wieder bewegen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (heute u. a. Be quiet Dark Base 900 139,90€, Intenso 960-GB-SSD 149,90€)
  2. (u. a. Roccat Kone Pure SE Gaming Maus 28,49€, Corsair-Lüfter)

elitezocker 23. Apr 2012

Na. Mal ein Thema bei dem wir wohl einer Meinung sind.

Myxier 20. Apr 2012

Vielleicht solltest du mal zum arzt. Oder dich besser informieren.

Myxier 20. Apr 2012

Hier hat bisher noch niemand diskutiert. Macht auch wenig sinn.


Folgen Sie uns
       


Lenovo Thinkpad T480s - Test

Wir halten das Thinkpad T480s für eines der besten Business-Notebooks am Markt: Der 14-Zöller ist kompakt und recht leicht und weist dennoch viele Anschlüsse auf, zudem sind Speicher, SSD, Wi-Fi und Modem aufrüstbar.

Lenovo Thinkpad T480s - Test Video aufrufen
Oldtimer-Rakete: Ein Satellit noch - dann ist Schluss
Oldtimer-Rakete
Ein Satellit noch - dann ist Schluss

Ursprünglich sollte sie Atombomben auf Moskau schießen, dann kam sie in die Raumfahrt. Die Delta-II-Rakete hat am Samstag ihren letzten Flug.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Stratolaunch Riesenflugzeug bekommt eigene Raketen
  2. Chang'e 4 China stellt neuen Mondrover vor
  3. Raumfahrt Cubesats sollen unhackbar werden

Fifa 19 und PES 2019 im Test: Knapper Punktsieg für EA Sports
Fifa 19 und PES 2019 im Test
Knapper Punktsieg für EA Sports

Es ist eher eine Glaubens- als eine echte Qualitätsfrage: Fifa 19 oder PES 2019? Golem.de zieht anhand der Versionen für Playstation 4 den Vergleich - und kommt zu einem schwierigen, aber eindeutigen Urteil.
Ein Test von Olaf Bleich und Benedikt Plass-Fleßenkämper

  1. Fifa 19 angespielt Präzisionsschüsse, Zweikämpfe und mehr Taktik
  2. EA Sports Fifa 18 bekommt kostenloses WM-Update
  3. Bestseller Fifa 18 schlägt Call of Duty in Europa

Sky Ticket mit TV Stick im Test: Sky kann's gut, Netflix und Amazon können es besser
Sky Ticket mit TV Stick im Test
Sky kann's gut, Netflix und Amazon können es besser

Gute Inhalte, aber grauenhafte Bedienung: So war Sky Ticket bisher. Die neue Version macht vieles besser, und mit dem Sky Ticket Stick lässt sich der Pay-TV-Sender kostengünstig auf den Fernseher bringen. Besser geht es aber immer noch.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Comcast Bezahlsender Sky für 38,8 Milliarden US-Dollar verkauft
  2. Videostreaming Wiederholte Sky-Ausfälle verärgern Kunden
  3. Sky Ticket TV Stick Sky verteilt Streamingstick de facto kostenlos

    •  /