Bradley Kuhn: Streit um Busybox-Alternative beigelegt
Am Rande der Embedded Linux Conference hat der Anwalt und Leiter der Software Freedom Conservancy (SFC) Bradley Kuhn ein Gespräch mit Sony-Entwickler Tim Bird geführt. Offenbar hat Kuhn ihn davon überzeugt(öffnet im neuen Fenster) , dass Klagen wegen Verletzung der GPL keineswegs so drastische Konsequenzen haben würden, wie Bird in einem Wiki-Eintrag befürchtete. Bird handelte auch nicht im Namen seiner Firma, schreibt Kuhn, sondern auf eigene Initiative. Birds Initiative zeigt jedoch, dass Firmen aus Angst vor der GPL immer öfter andere Lizenzen vorziehen , etwa bei Android, das größtenteils die Apache-Lizenz verwendet.
Bird hatte angeregt, eine Alternative zu Busybox zu entwickeln, die unter der BSD-Lizenz steht. Als Basis sollte die Busybox-Alternative Toybox des Entwicklers Rob Landley dienen. Landley hatte als Busybox-Entwickler an mehreren Verhandlungen teilgenommen.. Er beklagte, dass trotz mehrfacher Klagen keine einzige Zeile Code von den Herstellern in das Projekt zurückgekommen sei. Das Toybox-Projekt stand ursprünglich unter der GPL, bis Landley es unter die BSD-Lizenz gestellt hat.
Angst vor der GPL
Bird befürchtete Konsequenzen für Firmen bei einer Verletzung der GPL. Ziel seiner Busybox-Alternative(öffnet im neuen Fenster) sei es nicht, die GPL zu umgehen, sondern das Risiko für Unternehmen zu reduzieren, verklagt zu werden, schreibt Bird, denn im schlimmsten Ausgang einer GPL-Klage müsste ein Hersteller sämtliche Geräte mit GPL-Software vom Markt nehmen. Dann wäre der monetäre Schaden weitaus höher als der Nutzen beim Einsatz der Software. Die Busybox-Alternative könne auch unter Android zum Einsatz kommen, denn die dort eingesetzte Toolbox sei funktionsarm. Deshalb würden zahlreiche Nutzer weiterhin zu Busybox greifen.
Kuhn hat Bird nun in dem Gespräch die normale Vorgehensweise bei GPL-Verletzungen erklärt. Er habe Bird davon überzeugen können, dass die Konsequenzen bei Linzenzverletzungen mäßig und auch für Firmen zumutbar sind. Birds Befürchtungen resultieren aus Gerüchten zur Vorgehensweise der Busybox-Entwickler und SFC.
Im Normalfall müsste ein Unternehmen lediglich den Bestimmungen der GPL nachkommen. Außerdem klagt die Software Freedom Conservancy einen unbestimmten Geldbetrag ein, der unter den Entwicklern und der SFC aufgeteilt wird. Die SFC habe im Jahr 2010 etwa 200.000 US-Dollar durch Klagen eingenommen.
Kuhn wünscht dem Toybox-Projekt viel Glück, denn jede Software unter egal welcher freien Lizenz sei eine Bereicherung. Das Busybox-Projekt müsse einen gesunden Wettbewerb nicht fürchten. Letztlich sei in der Sache "viel Wind um nichts" gemacht worden.
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