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Bradley Kuhn: Free-Software-Aktivist kritisiert MongoDB-Lizenzwechsel

Der Lizenz- und Compliance-Experte Bradley M. Kuhn von der Software Freedom Conservancy zeigt sich wenig begeistert vom Lizenzwechsel bei MongoDB. Die OSI solle die Lizenz ablehnen und MongoDB klar als proprietär bezeichnen.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin/
Bradley Kuhn kritisiert MongoDB für seinen Lizenzwechsel.
Bradley Kuhn kritisiert MongoDB für seinen Lizenzwechsel. (Bild: Groveronline/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Der Entwickler Bradley Kuhn hat für die Free Software Foundation (FSF) gearbeitet und beschäftigt sich seit Jahren mit Softwarelizenzen sowie deren korrekter Einhaltung und arbeitet inzwischen für die Software Freedom Conservancy (kurz Conservancy). Kuhn erhebt Vorwürfe gegen MongoDB in Bezug auf deren Lizenzwechsel. In einem langen Blogpost schreibt er: "Was passiert, wenn profitorientierte Unternehmen ihre eigenen hyperaggressiven Quasi-Copyleft-Lizenzen zusammenschustern, um dabei ihr Hauptziel, den Verkauf proprietärer Lizenzen, über die Verteidigung von Software-Freiheit zu stellen? Wir werden es herausfinden, denn gestern hat sich MongoDB zum Schiedsrichter für 'starke Copyleft'-Lizenzen erklärt."

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Copyleft bezeichnet das Prinzip von Lizenz wie der GPL, der dazu führt, dass abgeleiteter Code ebenfalls wieder unter die Lizenz gestellt werden muss wie der ursprüngliche Code. Durch dieses auch als viral bezeichnete Konzept soll erreicht werden, dass die betroffene Software dauerhaft frei verfügbar bleiben soll.

Copyleft als Wirtschaftsmodell

Kuhn wirft nun MongoDB nach dessen Lizenzwechsel ebenso wie auch anderen Firmen vor, das Copyleft-Prinzip lediglich zum Geschäftemachen zu nutzen. Es gehe solchen Firmen nicht darum, die Softwarefreiheit zu bewahren. Seiner Erfahrung nach bieten diese Firmen zwei Lizenzen an. Öffentlich stehe die Software unter einer sehr starken Copyleft-Lizenz, privat bieten die Firmen ihre Software mitunter leicht modifiziert, aber noch einmal unter einer proprietären Lizenz an. Das funktioniere auch, weil der Firma dank Contributor License Agreements (CLAs) der komplette Code gehöre.

Allerdings bieten die Firmen laut Kuhn die proprietäre Lizenz nicht nur Kunden an, die danach fragen, sondern wenden sich an solche, die die Software unter strenger Copyleft-Lizenz einsetzen. Diesen werfen sie Verstöße gegen die Lizenz vor, um sie dann dazu zu bewegen, auf die proprietäre Lizenz zu wechseln. Das sei laut Kuhn das Geschäftsmodell, keine dieser Firmen habe je die Prinzipien der Community-orientierten GPL-Durchsetzung verfolgt.

Auf diese Prinzipien haben sich die Conservancy ebenso wie die FSF vor mehreren Jahren verständigt und mit denen von ihnen vertretenen Softwareprojekten abgestimmt. Ziel der Durchsetzung ist allein die freie Verfügbarkeit der Software im Sinne der Lizenz und eben keine wirtschaftliche Bereicherung, die bei Lizenzverletzungen theoretisch möglich ist. Im Streit um den ehemaligen Netfilter-Entwickler Patrick McHardy, der unter anderem auch deutsche Unternehmen abgemahnt hatte, stellte sich die Conservancy etwa explizit gegen McHardy und verwies dazu auf die Community-Richtlinien.

Anders als MongoDB-Technikchef Eliot Horowitz sieht Kuhn bei vielen anderen Projekten, die die AGPL einsetzen - etwa Mastodon oder Mediagoblin -, keine der geschilderten Probleme. Diese würden offenbar nur proprietäre Unternehmen betreffen, was Horowitz aber "vergesse zu erwähnen".

Fehlende Öffentlichkeit für Lizenzwechsel

Noch gravierender sei für Kuhn aber, dass es keine Community-Begutachtung der geänderten Lizenz gegeben habe. Sie sei quasi im Hinterzimmer entstanden. Das habe Horowitz auch der Open Source Initiative so bestätigt, der die Lizenz nun zur Begutachtung vorliegt. Technisch betrachtet erfüllt sie vermutlich die Anforderungen an eine Copyleft-Lizenz, Kuhn meldet aber aufgrund des nichttransparenten Entwurfsprozesses grundsätzliche Zweifel an.

Ein öffentlicher Entwurfsprozess sei für Lizenzen, die dem öffentlichen Wohl und der Softwarefreiheit dienen, essenziell. Anders als Organisationen wie die FSF vertrete MongoDB nur die eigenen kommerziellen Interessen und sei daher wenig geeignet, die Debatte um Copyleft-Lizenzen zu bestimmen.

Am Ende geht es Kuhn vor allem darum, die Entscheidung der Open Source Initiative (OSI) zu beeinflussen. Er fordert, Lizenzen künftig generell und unabhängig von ihrem Text abzulehnen, wenn sie nicht in einem öffentlichen Prozess und mit einer Diskussion in der Öffentlichkeit entstanden seien. Das solle die OSI zur Bedingung für eine Akzeptanz von OSI-Lizenzen machen. Zugleich lädt er die MongoDB-Entwickler dazu ein, auf der Copyleft-Conf diese öffentliche Diskussion zu führen.



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mnementh 23. Okt 2018

Mit kontrolle meine ich, dass Stallman über seinen geschriebenen Code noch nachträglich...


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