BR-Intendant: Rundfunk der Zukunft wird Community-Plattform sein

Als europäisches Gegengewicht zu Facebook, Google und Amazon will der öffentlich-rechtliche Rundfunk eine Plattform werden.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm
Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm (Bild: BR)

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte aus Sicht des Intendanten des Bayerischen Rundfunks Ulrich Wilhelm auch externe Inhalte einbinden. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Zukunft wird eine Plattform sein", sagte der Intendant des Bayerischen Rundfunks der Deutschen Presse-Agentur. "Neben eigenen Inhalten muss er auch Inhalte Dritter - zum Beispiel aus Wissenschaft und Kultur - bündeln und kuratieren können, sozusagen im Sinne einer gemeinwohlorientierten Community."

Nötig seien mehr rechtliche Freiheiten, "uns als Plattform begreifen zu dürfen". Seit langem macht sich Wilhelm als Intendant für ein europäisches Gegengewicht zu Facebook, Google und Amazon stark.

Wilhelm sagte zu seiner Idee der Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, dass weiterhin ein vielfältiges Angebot an Information, Bildung, Kultur, Sport und Unterhaltung zur Verfügung gestellt werde, wie es das Bundesverfassungsgericht immer gefordert habe. "Sein Alleinstellungsmerkmal bleibt die Gemeinwohlorientierung. Zum Gesamtangebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zählen auch weiterhin lineare Angebote aus Hörfunk und Fernsehen", betonte Wilhelm.

Der von ihm von Anfang an eingeschlagene Kurs des trimedialen Umbaus habe sich voll bestätigt. "Ohne die Bürde des Stellenabbaus wäre es besser gelungen, mehr eigene Software-Entwickler einzustellen." Unter dem trimedialen Umbau wird die Überwindung der Trennung von Hörfunk, Fernsehen und Online verstanden.

Rundfunkbeitrag könnte kippen

Bisher versucht das Länderparlament in Sachsen-Anhalt, die geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum 1. Januar 2021 zu verhindern. "Wenn 15 Landesparlamente ratifizieren und eines nicht, dann ist das zuerst ein Thema der Gesamtheit der Länder, wie sie mit der Situation umgehen", sagte Wilhelm. Eine Klage beim Bundesverfassungsgericht sei für den Bayerischen Rundfunk selbstverständlich eine Option. Der Schutz der Rundfunkfreiheit ist laut Wilhelm ein Verfassungsgut. "Die Rechtslage zur Umsetzung der KEF-Empfehlung ist klar. Meine Hoffnung ist, dass es zu einer Verabschiedung des Staatsvertrags in allen 16 Landesparlamenten kommt."

Der gebürtige Münchner Ulrich Wilhelm (59) ist seit 2011 BR-Intendant. Nach zwei Amtszeiten verlässt er den Sender Ende Januar kommenden Jahres.

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ptepic 12. Okt 2020

GEZ... schon mal gehört? Wie auch immer das ewig gleiche abGEZocke bis dahin umbenannt...

isaccdr 09. Okt 2020

Nein, es gibt hier keinen kausalen Zusammenhang in Verbindung mit dem ÖR. Man braucht...

Dumpfbacke 08. Okt 2020

Gibt es auch eine Quelle zu dieser Äußerung? Personalkosten sind halt immer ein Thema...

divStar 08. Okt 2020

Die Entscheidungsträger insbesondere bei den ÖRs haben irgendwelche Kompetenzen? Ist mir...



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