Bpfilter: Linux-Kernel könnte weitere Firewall-Technik bekommen

Zusätzlich zu Iptables und Nftables könnte der Linux-Kernel mit Bpfilter künftig einen weiteren Mechanismus für Firewalls und Paketfilter bekommen. Die neuen Technik basiert auf BPF, das von einem Paketfilter zu einer universellen VM im Kernel gewachsen ist.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Linux-Kernel bekommt vielleicht eine neue Firewall-Technik.
Der Linux-Kernel bekommt vielleicht eine neue Firewall-Technik. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Seit 2001 sind die Iptables die Standard-Firewall von Linux. Mit Nftables gibt es seit rund vier Jahren allerdings einen Paketfilter, der zwar als Nachfolger gilt, sich bisher industrieweit aber nicht durchgesetzt hat. Doch statt einer Ablösung von Iptables gibt es mit dem nun vorgestellten Bpfilter künftig vielleicht eine dritten Lösung für eine Linux-Kernel-Firewall.

Stellenmarkt
  1. Team Leader IT Security (m/w/d)
    BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH, Weiherhammer
  2. ERP-Systembetreuer (m/w/d)
    Ragaller GmbH & Co. Betriebs KG, Langenweddingen
Detailsuche

Wie das Online-Magazin LWN in seiner aktuellen Ausgabe schreibt, könnte Bpfilter langfristig möglicherweise sogar die beiden bisher bestehenden Lösungen ersetzen. Bis es dazu komme, müsse die Kernel-Community wohl aber noch einige offene Fragen rund um die Technik klären, heißt es bei LWN. Und bisher hat Bpfilter lediglich den Status einer Machbarkeitsstudie.

Nftables nutzt zur Umsetzung seiner Filterregeln eine virtuelle Maschine (VM) die direkt im Kernel implementiert ist. Das neue Bpfilter nutzt einen ähnlichen Ansatz um und greift auf BPF zurück. BPF stand ursprünglich für "Berkeley packet filter" und diente als Vereinfachung zum Schreiben von Paketfilterregeln. Das Projekt habe sich im Linux-Kernel aber zu einer universell einsetzbaren VM weiterentwickelt, wie LWN schon im Jahr 2014 bemerkte. Inzwischen dient BPF etwa zur Umsetzung weitgehender Analysewerkzeuge im Kernel, die etwa Oracles Dtrace Konkurrenz machen.

Schneller und kompatibel zu Iptables

Eben diese universelle VM soll nun auch für Bpfilter genutzt werden. Da BPF-Programme Just-in-Time kompiliert werden, sei der neue Filter besonders schnell, darüber hinaus könnten die neuen Regeln dank BPF an verschiedenen Punkten angewendet werden, die ein Paket im Kernel durchläuft. Ebenso sollen sich alte Iptables-Regeln auch auf Bpfilter überführen lassen können.

Golem Akademie
  1. Unreal Engine 4 Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    28. Februar–2. März 2022, Virtuell
  2. Kotlin für Java-Entwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    03.–04. Februar 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die bisherige Diskussion zu dem neuen Filter fasst LWN wie üblich ebenfalls zusammen. Demnach habe das Projekt "in der nahen Zukunft" wohl keine Aussicht auf eine Aufnahme in den Hauptzweig des Linux-Kernel, sei aber wegen der daran beteiligten Entwickler als ernsthafte Initiative zu betrachten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Reddit
IT-Arbeiter automatisiert seinen Job angeblich vollständig

Ein anonymer Entwickler will unbemerkt seinen Job vollständig automatisiert haben. Dem Arbeitgeber sei dies seit einem Jahr nicht aufgefallen.

Reddit: IT-Arbeiter automatisiert seinen Job angeblich vollständig
Artikel
  1. Deutsche Telekom: iPads für mehr als 400.000 Schüler in Rheinland-Pfalz
    Deutsche Telekom
    iPads für mehr als 400.000 Schüler in Rheinland-Pfalz

    Rheinland-Pfalz beschafft iPads für 1.660 Schulen. Die Ausschreibung hat die Deutsche Telekom gewonnen. Auch Notebooks gibt es.

  2. Bundesservice Telekommunikation: Ist eine scheinexistente Behörde für Wikipedia relevant?
    Bundesservice Telekommunikation  
    Ist eine scheinexistente Behörde für Wikipedia relevant?

    Die IT-Sicherheitsexpertin Lilith Wittmann hat eine dubiose Bundesbehörde ohne Budget entdeckt. Reicht das für einen Wikipedia-Artikel?

  3. Elektroauto: VW e-Up ab Mitte Februar wieder bestellbar
    Elektroauto
    VW e-Up ab Mitte Februar wieder bestellbar

    Der e-Up gehörte 2021 zu den meistgekauften Elektroautos. Nun will VW den Kleinwagen wieder verfügbar machen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 12GB bei Mindfactory • MindStar (u.a. GTX 1660 6GB 499€) • Bosch Professional zu Bestpreisen • WSV bei MediaMarkt • Asus Gaming-Notebook 17“ R9 RTX3060 • 1.599€ Philips OLED 65" Ambilight 1.699€ • RX 6900 16GB 1.499€ • Samsung QLED-TVs günstiger [Werbung]
    •  /