Synchronbranche befürchtet negative Folgen
In einer aktuellen Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) zeigt sich der Verband enttäuscht darüber, "dass unsere Bedenken und Wünsche kein Gehör finden und dass Regelungen ohne unseren Input über unsere Köpfe hinweg für unser Gewerk gemacht wurden" .
Der Verband lobt eine bisherige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Netflix auf Augenhöhe und räumt ein, dass das neue Verhalten beim Unternehmen bisher nicht üblich gewesen sei. Der Verband setzt weiterhin darauf, "gemeinsam mit Netflix eine branchenweisende Regelung erarbeiten" zu können. Nur so könne die hohe Qualität erhalten werden, die Zuschauer von Netflix-Inhalten erwarten, heißt es.
Dafür gab der Sprecherverband ein juristisches Gutachten bei Spirit Legal in Auftrag, um die neuen Verträge hinsichtlich Datenschutz, Vertragsrecht, Urheberrecht und der KI-Verordnung zu beurteilen. Damit sollen rechtssichere Produktionen von synchronisierten Inhalten für den deutschen Markt ermöglicht werden.
Juristisches Gutachten soll bei Verhandlungen helfen
Der Verband lädt Netflix nach eigenen Angaben ein, mit ihm zusammenzuarbeiten. In dem Schreiben an Synchronsprecher spricht auch Netflix von einem "offenen und kontinuierlichen Dialog" , den das Unternehmen führen wolle. Dabei geht das Unternehmen in dem Brief von "Missverständnissen" aus, die im Rahmen der Debatte aufgekommen seien.
Netflix verteidigt die KI-Klausel: "Wir glauben, dass diese Bestimmungen Ihnen die Gewissheit geben sollten, dass wir ohne Ihre gesonderte und ausdrückliche Zustimmung keine digitale Nachbildung oder synthetische Stimme verwenden werden, die aus Ihrer Stimme generiert wurde."
Teile der Synchronbranche fordern Ende des Netflix-Boykotts
Während die Sprecher auf weitere Verhandlungen mit Netflix hoffen, erfuhr die Schauspielgewerkschaft BFFS(öffnet im neuen Fenster) von Netflix nach eigenen Angaben, dass es lediglich darum gehe, Vertreter des VDS informell zu treffen, um die KI-Klauseln näher zu erläutern. Verhandlungen mit dem VDS seien nicht geplant.
Der Bundesverband Synchronregie und Dialogbuch (BSD)(öffnet im neuen Fenster) rief dazu auf, den Boykott gegen Netflix(öffnet im neuen Fenster) zu beenden und den KI-Klauseln zuzustimmen. Der Bundesverband sieht gute Chancen, mit Netflix weitere KI-Schutzregelungen zu erarbeiten, wie sie Synchronschauspieler mit der Netflix-KI-Vereinbarung Synchron-Schauspiel vor einem Jahr erzielt hätten.