Bounty Train: Nonnen nach Cincinnati fahren

Eisenbahn-Management plus Echtzeit-Strategie plus Elemente aus Rollenspielen - und das alles im späten Wilden Westen: Mit Bounty Train entsteht bei Daedalic ein ebenso ungewöhnlicher wie komplexer PC-Genremix. Golem.de hat einen ausführlichen Blick auf das Spiel geworfen.

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Bounty Train
Bounty Train (Bild: Daedalic Entertainment)

Wir haben 33 Tage Zeit, um ein paar Nonnen von der Ostküste nach Cincinnati zu bringen. Wenn wir das schaffen, bekommen wir 300 Dollar. Nehmen wir die Mission in Bounty Train an? Was wir vielleicht noch dazu sagen sollten: Wir können die Betschwestern nicht ins nächstbeste Flugzeug setzen, sondern müssen sie mit unserer eigenen Eisenbahnlinie im späten 19. Jahrhundert transportieren. Dabei müssen wir so gut wie sicher mit Banditenüberfällen und vergleichbaren unschönen Überraschungen rechnen.

Bounty Train ist zum Teil ein Eisenbahn-Managementspiel, in dem wir als Hauptfigur Walter Reed unser frisch geerbtes Firmenimperium führen und uns unter anderem gegen missgünstige Verwandtschaft wehren müssen. Dazu kommen in Echtzeit geführte Kämpfe, in denen wir etwa aus dem fahrenden Dampfzug heraus einen Überfall vereiteln. Dazu platzieren wir unsere angeheuerten Cowboys etwa so an den Fenstern, dass sie möglichst gute Deckung haben und mit den eingeblendeten Sichtfeldern trotzdem ein möglichst weites Areal im Blick haben, um mit ihren Revolvern oder Schrotflinten die Angreifer vom Pferd zu schießen.

Zusätzlich soll Bounty Train viele Elemente aus Rollenspielen bieten - die Revolver etwa lassen sich mit ausreichend finanziellen Mitteln immer weiter verbessern. In Dialogen verschaffen bestimmte Charakterwerte uns mehr Antwortmöglichkeiten, und nicht zuletzt gibt es teils umfangreiche Quests - etwa den mit den Nonnen. Aber auch einige historisch angehauchte Missionen sind geplant: So soll der Spieler die Möglichkeit haben, Jagd auf Billy the Kid zu machen oder Abraham Lincoln vor dem Tod zu retten und so die Geschichte zu verändern.

Bei einem ausführlichen Blick auf eine frühe Version wird klar, dass sich Bounty Train recht klar an erfahrene Spieler richtet. Das Programm ist komplex, selbst um Details soll und kann sich der Spieler kümmern. So ist er nicht nur zuständig dafür, welches Personal auf seinem Zug mitfährt, sondern auch dafür, welche Ladung wo in welchem Waggon steht. Das soll spürbare Auswirkungen haben: Je höher das Gesamtgewicht, desto niedriger das Tempo.

  • Bounty Train (Bild: Daedalic)
  • Bounty Train (Bild: Daedalic)
  • Bounty Train (Bild: Daedalic)
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  • Bounty Train (Bild: Daedalic)
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Bounty Train (Bild: Daedalic)

Auch die in Echtzeit geführten Kämpfe - die übrigens jederzeit pausierbar sein sollen - richten sich an Könner: Neben der Position der Schützen und ihrer Sichtfelder müssen auch Details wie der Druck im Kessel der Lokomotive, die Lagerung brennbarer Waren - etwa Petroleum - beachtet werden. Während einer Verfolgungsjagd soll der Spieler Abkopplungsversuche von Waggons durch Banditen unterbinden und Brände löschen müssen. Das alles bei einem fahrenden Zug.

Ein Großteil der Daten über Lokomotiven, Waggons, den Aufbau der Eisenbahn und über Bahnhöfe basiert laut dem Publisher Daedalic Entertainment auf aufwendig recherchierten historischen Daten. Nur einige Figuren wie Walter Reed sind frei erfunden. Übrigens soll auch die Kampagne komplex verlaufen: Je nachdem, wie der familieninterne Erbschaftsstreit verläuft, bekommt der Spieler eines von fünf Enden zu sehen.

Für die eigentliche Entwicklung ist - zusammen mit Daedalic aus Hamburg - ein kanadisches Entwicklerstudio namens Corbie Games zuständig. Einen Termin für die finale Version gibt es noch nicht, allerdings will Daedalic voraussichtlich am 17. August 2015 eine Early-Access-Version auf Steam veröffentlichen.

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