Boundless XR: Qualcomms Headset funktioniert mit und ohne PC

Qualcomm hat die Games Developer Conference 2019 in San Francisco genutzt, das Boundless XR(öffnet im neuen Fenster) genannte Konzept für das eigene Virtual-Reality-Headset vorzustellen. Das Referenz-Design basiert auf einem Snapdragon 845 und wurde schon mehrmals gezeigt, vergangenes Jahr auf der GDC beispielsweise erstmals mit Eye-Tacking. Die neue Version unterstützt eine drahtlose Verbindung zu einem PC statt nur autark zu funktionieren.
VR-Headset wie das bald erscheinde Oculus Quest sind zwar kabellos und nutzen Inside-Out-Tracking, müssen aber mit dem integrierten Snapdragon 835 auskommen. Das neue Rift S wiederum nutzt ebenfalls eine Positionsbestimmung ohne externe Kameras, hängt jedoch per Strippe am leistungsstarken Rechner. Das Referenz-Modell von Qualcomm hingegen beinhaltet einen 802.11ad-Chip für 60-GHz-WLAN und kann somit drahtlos mit einem PC kommunizieren, wenn dieser die Technik ebenfalls unterstützt. Zumindest ein ähnliches Verfahren verwendet auch HTC beim Vive Pro, der Wireless-Adapter kostet allerdings extra und ohne Rechner läuft das Headset nicht; überdies sind externe Kameras notwendig.

Laut Qualcomm müssen Anwendungen oder Spiele für den PC-Modus des Snapdragon-Headsets nicht angepasst werden, die simultane Berechnung bestimmter Funktionen auf dem Rechner und dem Head-mounted Display erfordert aber einen passenden Treiber. Wie bisher auch entwickelt Qualcomm nur Referenz-Geräte, welche dann von Partnern angepasst werden. Aus dem Snapdragon-835-Modell etwa entstanden neben dem Oculus Quest auch Lenovos Mirage Solo und HTCs Vive Focus, die Variante mit dem Snapdragon 845 wird von Pico für das Neo 2 verwendet. Das VR-Headset soll im zweiten Halbjahr 2019 erscheinen. Software-Partner wie Framestore und Zero Light wollen Boundless XR für das Automotive-Segment ebenfalls unterstützen.
Mit Tpcast gibt es zudem einen Hersteller, welcher das Oculus Go (Test) per Tpcast Air(öffnet im neuen Fenster) in ein PC-Headset verwandelt.
