Abo
  • Services:

Botnet Windigo: 10.000 kompromittierte Linux-Server als Malwareschleudern

Mehr als 10.000 Linux- und Unix-Server sollen mit unterschiedlicher Malware infiziert worden sein und zusammen unter dem Namen Operation Windigo Spam weitere Malware sowie zweifelhafte Werbung ausliefern.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Botnet Windigo infiltriert Webserver mit gestohlenen SSH-Zugangsdaten.
Das Botnet Windigo infiltriert Webserver mit gestohlenen SSH-Zugangsdaten. (Bild: Eset)

Mit einer Kombination aus Rootkits und weiterer Schadsoftware liefern Kriminelle über gekaperte Linux- und Unix-Webserver Malware, pornografische Werbung und massenhaft Spam aus. Forscher haben das seit 2011 agierende Botnet "Operation Windigo" benannt. Möglicherweise wurde auch der Server von Kernel.org der Linux Foundation Opfer eines solchen Angriffs. Das Sicherheitsunternehmen Eset hat Windigo zusammen mit dem europäischen CERT, der europäischen Kernforschungsagentur CERN und der schwedischen National Infrastructure for Computing analysiert.

Stellenmarkt
  1. BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Berlin
  2. OHB System AG, Bremen, Oberpfaffenhofen

Die Betreiber des Botnets verschaffen sich über gestohlene Zugangsdaten Zugriffe auf die Server, auf denen in der Mehrzahl Linux läuft. Dort wird das Rootkit Linux/Ebury installiert, mit dem sich SSH-Zugangsdaten auf den infizierten Servern auslesen lassen. Mit dem Befehl ssh -G 2>&1 | grep -e illegal -e unknown > /dev/null && echo "System clean" || echo "System infected" lässt sich laut den Sicherheitsforschern bei Eset ermitteln, ob ein Server Teil des Windigo-Botnets geworden ist. Erste Versionen von Linux/Ebury veränderten noch die OpenSSH-Dateien ssh, sshd und ssh-add. Aktuelle Versionen manipulieren stattdessen die Datei libkeyutils.so, die von allen ausführbaren SSH-Dateien verwendet wird. Die infizierte Version der Bibliothek libkeyutils.so ist 30 KByte statt wie üblich 10 KByte groß. Die aktuelle Version von Linux/Ebury stammt von Mitte Februar 2014.

Angreifer nutzen die ergatterten SSH-Zugangsdaten, um sich Zugang zu Webseiten zu verschaffen, die über die infiltrierten Server ausgeliefert werden. Dort wird dann Linux/Cdorked installiert, über den weitere Malware die Besucher der infizierten Webseiten attackiert. Alternativ wird zweifelhafte Werbung ausgeliefert, etwa für pornografische Webseiten. Zusätzlich installieren die Angreifer das Perl-Skript Perl/Calfbot, über das Spam verschickt werden kann. Das Perl-Skript wird auch dann installiert, wenn sich die Angreifer keinen Root-Zugang zu einem Server verschaffen können, sondern nur Benutzerrechte erhalten.

Die Forscher bei Eset kommen zu dem Schluss, dass vor allem die unzureichende Authentifizierung auf den betroffenen Server den Angreifern zugutekomme. Stattdessen empfehlen die Sicherheitsforscher eine zweifache Authentifizierung. Da vermutlich nicht nur die genannte Malware auf den infizierten Servern installiert sei, sondern möglicherweise auch bislang unbekannte Schadsoftware, bleibe den Betroffenen meist nur die Möglichkeit, das Betriebssystem komplett neu zu installieren. Eine Reinigung der Server sei nahezu unmöglich, heißt es in der Analyse. Außerdem müssten Zugangsdaten zurückgesetzt und die betroffenen Nutzer informiert werden.

Diese Erfahrung haben wohl auch die Administratoren der Server Odin1 und Hera bei der Linux Foundation gemacht. Nach wochenlanger Suche wurden die Server von Kernel.org komplett neu aufgesetzt und sämtliche SSH-Zugänge als kompromittiert eingestuft und zurückgesetzt. Eine versprochene Fehleranalyse wurde bis heute nicht nachgereicht.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (nur für Prime-Mitglieder)
  2. 19€ für Prime-Mitglieder
  3. (u. a. HP 27xq WQHD-Monitor mit 144 Hz für 285€ + Versand - Bestpreis!)
  4. 288€

chrulri 20. Mär 2014

Das einzige was etwas bezüglich gestohlenen Zugangsdaten ändern würde, wäre eine 2-Level...

DASPRiD 20. Mär 2014

deaktiviert man als allererstes beim Einrichten eines Servers die Password...

M.P. 20. Mär 2014

Aus den Aussagen des Artikels abgelesen (abgesehen von der Überschrift) sind es...

Moe479 19. Mär 2014

... ist ja eher gering bei der großen anzahl an linux basierten web-servern.

Baron Münchhausen. 19. Mär 2014

Jep, und es wird speziell die stderr ausgabe (2) überprüft, in die ssh schreibt. Bei...


Folgen Sie uns
       


Amazons Echo Sub im Test

Mit dem Echo Sub lassen sich Echo-Lautsprecher mit Tiefbass nachrüsten. Die Echo-Lautsprecher sind allerdings im Mittenbereich vergleichsweise schwach, so dass das Klangbild entsprechend leidet. Sobald zwei Echo-Lautsprecher miteinander verbunden sind, gibt es enorm viele Probleme: Die Echo-Geräte reagieren langsamer, es gibt Zeitverzögerungen der einzelnen Lautsprecher und das Spulen in Musik ist nicht mehr möglich. Wie dokumentieren die Probleme im Video.

Amazons Echo Sub im Test Video aufrufen
Padrone angesehen: Eine Mausalternative, die funktioniert
Padrone angesehen
Eine Mausalternative, die funktioniert

CES 2019 Ein Ring soll die Computermaus ersetzen: Am Zeigefinger getragen macht Padrone jede Oberfläche zum Touchpad. Der Prototyp fühlt sich bei der Bedienung überraschend gut an.
Von Tobias Költzsch

  1. Videostreaming Plex will Filme und Serien kostenlos und im Abo anbieten
  2. People Mover Rollende Kisten ohne Fahrer
  3. Solar Cow angesehen Elektrische Kuh gibt Strom statt Milch

IT-Sicherheit: 12 Lehren aus dem Politiker-Hack
IT-Sicherheit
12 Lehren aus dem Politiker-Hack

Ein polizeibekanntes Skriptkiddie hat offenbar jahrelang unbemerkt Politiker und Prominente ausspähen können und deren Daten veröffentlicht. Welche Konsequenzen sollten für die Sicherheit von Daten aus dem Datenleak gezogen werden?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Datenleak Ermittler nehmen Verdächtigen fest
  2. Datenleak Politiker fordern Pflicht für Zwei-Faktor-Authentifizierung
  3. Politiker-Hack Wohnung in Heilbronn durchsucht

Nubia Red Magic Mars im Hands On: Gaming-Smartphone mit Top-Ausstattung für 390 Euro
Nubia Red Magic Mars im Hands On
Gaming-Smartphone mit Top-Ausstattung für 390 Euro

CES 2019 Mit dem Red Magic Mars bringt Nubia ein interessantes und vor allem verhältnismäßig preiswertes Gaming-Smartphone nach Deutschland. Es hat einen Leistungsmodus und Schulter-Sensortasten, die beim Zocken helfen können.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. ATH-ANC900BT Audio Technica zeigt neuen ANC-Kopfhörer
  2. Smart Clock Lenovo setzt bei Echo-Spot-Variante auf Google Assistant
  3. Smart Tab Lenovo zeigt Mischung aus Android-Tablet und Echo Show

    •  /