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Boston Dynamics: Künstler lassen Paintball-Roboter übers Internet fernsteuern

Mit der Aktion will das Künstlerkollektiv zeigen, dass ein putziger Roboter wie der Spot von Boston Dynamics auch als Waffe verwendet werden kann.
/ Tobias Költzsch
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Der bewaffnete Roboterhund Spot von Boston Dynamics (Bild: MSCHF/Screenshot: Golem.de)
Der bewaffnete Roboterhund Spot von Boston Dynamics Bild: MSCHF/Screenshot: Golem.de

Der Roboterhund Spot von Boston Dynamics wird durch das Künstlerkollektiv MSCHF mit einem Paintball-Gewehr ausgestattet und von Zuschauern eines Livestreams ferngesteuert. Die Übertragung startet am 24. Feburar 2021 um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit, Teilnehmer müssen sich eine App herunterladen.

Während der Aktion namens Spot's Rampage soll die Steuerung alle zwei Minuten an einen anderen Nutzer weitergegeben werden, wie T3N berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Wer aktuell die Kontrolle hat, kann Spot bewegen und mit dem Paintball-Gewehr auf Objekte schießen.

Mit der Aktion will MSCHF darauf hinweisen, wie einfach ein gelenkiger und aus der Ferne bedienbarer Roboter wie Spot auch als Waffe verwendet werden kann. Den Roboter haben die Künstler offenbar regulär gekauft, er hat ihren Angaben zufolge knapp 75.000 US-Dollar gekostet.

Boston Dynamics distanziert sich

Der Hersteller Boston Dynamics hat auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) eine Stellungnahme zu dem Projekt veröffentlicht, in der sich das Unternehmen distanziert. Zwar habe man zunächst überlegt, sich an der Idee zu beteiligen, einen Spot über das Internet fernlenken zu lassen. Als MSCHF dann allerdings das Paintball-Gewehr ins Spiel gebracht habe, sei man ausgestiegen.

Boston Dynamics verurteilt in seiner Stellungnahme, dass die Technologie des Unternehmens in Zusammenhang mit Gewalt und Einschüchterung gebracht werde. Man achte beim Verkauf des Spot streng darauf, dass der Roboter nur für legale Zwecke verwendet werde und nur an Personen gehe, die nicht von der US-Regierung vom Kauf ausgenommen sind.

Hintergrund der Kritik des Künstlerkollektivs dürfte der Umstand sein, dass Boston Dynamics in der Vergangenheit unter anderem mit dem US-Militär zusammengearbeitet hat. Unter der Stellungnahme des Herstellers bei Twitter fragen Nutzer entsprechend, wann Boston Dynamics beispielsweise explizit die Nutzung seiner Roboter durch die Polizei verbieten werde.

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