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Boston Dynamics: Humanoider Roboter übernimmt körperlich schwere Arbeit

Der humanoide Roboter Atlas von Boston Dynamics kann schwere Gegenstände tragen, was für den Einsatz in Fabrik- oder Lagerhallen ideal sein könnte.
/ Patrick Klapetz
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Der Atlas-Roboter, nachdem er einen Minikühlschrank getragen hat. (Bild: Boston Dynamics)
Der Atlas-Roboter, nachdem er einen Minikühlschrank getragen hat. Bild: Boston Dynamics

Gehören körperlich herausfordernde Arbeiten bald der Vergangenheit an? In einem neuen Video zeigt das Unternehmen Boston Dynamics(öffnet im neuen Fenster), wie ihr humanoider Roboter Atlas in die Hocke geht, einen Minikühlschrank anhebt und diesen zu einem Ingenieur trägt, um ihn dort abzusetzen.

Der Kühlschrank wiegt 22,7 kg; Atlas sei jedoch auch in der Lage, einen etwa 45 kg schweren Kühlschrank anzuheben und zu platzieren, teilte Boston Dynamics mit.

Oberkörper lässt sich um 180 Grad drehen

Atlas bedient ein breites Spektrum an Fähigkeiten, um in Fabriken, Lagerhallen oder auf Baustellen zu arbeiten. Dafür sind ein hohes Maß an Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit erforderlich. Damit dies gelingt, kann der Roboter seinen Oberkörper um 180 Grad drehen.

Obwohl Atlas mit seinem Körperbau viele Ähnlichkeiten mit einem Menschen aufweist, kann er sich im Gegensatz zu Menschen gleich gut vor- und zurückbewegen. Und obwohl er auch Detailaufgaben erledigen kann, soll er laut Boston Dynamics hauptsächlich beim Transport von schweren Objekten behilflich sein.

"Man kann einen Kühlschrank nicht einfach anheben, indem man ihn nur ansieht und die Hände benutzt", heißt es in einem Blogbeitrag des Unternehmens. "Man muss sich darauf vorbereiten: das Gewicht antizipieren, sich dagegenstemmen und den Körper die eigentliche Arbeit verrichten lassen – nämlich sich der Form des Objekts anzupassen, auf dessen Gewicht zu reagieren und zu prüfen, ob man es überhaupt anheben kann."

Simulierte Berufsschule

Um diese Fähigkeiten zu erreichen, kommt bei Atlas Reinforcement Learning (RL) aus dem Bereich des maschinellen Lernens zum Einsatz. Der Anhebeprozess wurde somit parallel auf mehreren Grafikprozessoren (GPUs) über mehrere Millionen Stunden hinweg simuliert.

Dabei lernte Atlas, Kühlschränke in unterschiedlicher Form und Größe anzuheben. Das Erlernte konnte er in der realen Welt schließlich mittels Hardwaretests anwenden. Diese Tests sind notwendig, da es häufig noch eine Diskrepanz zwischen der Simulation und der realen Welt gibt; falls etwas bei den Hardwaretests nicht funktioniert, wird das Training noch einmal angepasst.

Handstände und Rückwärtssaltos seien für den 90-Kilogramm-Roboter ebenfalls kein Problem, auch wenn diese Fähigkeiten für seine Einsatzfelder weniger nützlich sein dürften. Um die Fähigkeiten des Roboters weiter zu verbessern, arbeitet Boston Dynamics an einem neuartigen und geschickten Greifer und nähert sich der Phase der Massenproduktion.


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