Kopfhörer für diskreten Musikgenuss

Je länger wir uns mit der Frames auf der Nase in Berlin bewegen, desto häufiger fragen wir uns, was Bose mit dem Konzept eigentlich vorhat. Eine Sonnenbrille wird - ihrem Zweck folgend - wohl hauptsächlich draußen getragen. Draußen ist aber auch der Bereich, in dem die eingebaute Musikbeschallung am wenigsten gut funktioniert. Wer mit der Frames halbwegs anständig Musik hören will, sollte sich in ruhigeren Innenräumen aufhalten. Dort sind Sonnenbrillen tendenziell aber eher nicht so sinnvoll.

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Denkbar ist für uns ein Einsatz am Strand, wo wir im Hintergrund Musik hören und gleichzeitig das Rauschen des Meeres genießen können, oder bei anderen Freizeitaktivitäten ohne viele Hintergrundgeräusche. Bei derartigen Einsatzszenarien würden wir aber nicht von Musikgenuss sprechen, sondern eher von Hintergrundberieselung. Diese Einsatzzwecke kommen Boses Vorstellung für die Nutzung der Frames aber wohl am nächsten: Der Hersteller spricht davon, dass sich die Sonnenbrille für "diskretes" Musikhören eignen soll. Der Gesprächspartner soll dabei noch verstanden werden. Ein Ersatz für echte Kopfhörer ist die Frames für uns nicht.

Betrachten wir die Frames jedoch nicht als Kopfhörer zum Musikhören, erscheint uns die Brille sinnvoller. Über die Bose-Connect-App können wir einige Augmented-Reality-Apps mit der Sonnenbrille verwenden, bisher allerdings nur in Verbindung mit einem iPhone. Hier gibt es eine App, die uns im Alltag tatsächlich hilft: die Routennavigation, die allerdings bisher nur auf Englisch erhältlich ist.

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Fahren wir beispielsweise Fahrrad und tragen die Frames, können wir uns bequem den Weg ansagen lassen. Das funktioniert gut, in den meisten Situationen können wir die Ansagen trotz Straßenlärms ausreichend gut verstehen - Ausnahmesituationen wie das Fahren neben einem lauten Lkw mal ausgenommen. Dass wir die Umgebungsgeräusche hören können, ist ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsvorteil gegenüber herkömmlichen Kopfhörern. Alternativ zur Bose-App können wir natürlich auch einfach die Navigation von Google Maps verwenden, die eine deutsche Sprachausgabe hat - und damit die Frames auch mit einem Android-Smartphone für die Navigation verwenden.

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Die weiteren AR-Apps sind im Bereich Spielerei einzusortieren, aber durchaus interessant. Sie sind jedoch nicht speziell für die Frames entworfen, sondern können auch mit anderen Bose-Kopfhörern verwendet werden. Als Musikliebhaber finden wir diejenigen Apps interessant, die es uns ermöglichen, uns die Teile verschiedener Musikstücke durch Umherlaufen in einem Raum einzeln anzuhören. So können wir beispielsweise die einzelnen Tonspuren von Elvis' Suspicious Minds genauer unter die Lupe nehmen.

  • Die Bose Frames sieht auf den ersten Blick wie eine herkömmliche Sonnenbrille aus. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • In den Bügeln sind allerdings Lautsprecher eingebaut. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mehrere Lautsprecher pro Bügel sorgen für die Beschallung der Ohren. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Frames ist gut verarbeitet und fühlt sich hochwertig an. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Lautsprecheröffnungen des linken Brillenbügels (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Frames wiegt 47 Gramm und sitzt gut auf der Nase. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Kabel ist relativ kurz, ein Netzteil wird nicht mitgeliefert - das dürften die meisten Nutzer aber auch zu Hause haben. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Ladekabel wird über einen magnetischen Anschluss befestigt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Mehrere Lautsprecher pro Bügel sorgen für die Beschallung der Ohren. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Gut funktionieren die Frames zudem als Headset zum Telefonieren. Die Sprachqualität ist in beide Richtungen gut, unser Gesprächspartner konnte uns gut verstehen. Auch wir hatten keine Probleme mit dem Verständnis, allerdings nur, solange wir uns nicht in einer etwas lauteren Umgebung aufgehalten haben. In einem lauten Bus etwa taugt die Sonnenbrille genauso wenig zum Telefonieren wie zum Musikhören. Beim Telefonieren finden wir es zudem etwas bedenklich, dass Umstehende in einer Umgebung ohne viele Hintergrundgeräusche unseren Gesprächspartner durchaus hören können. Zudem müssen wir beim Telefonieren mit den mitleidigen Blicken der umstehenden Passanten leben, die uns aufgrund der fehlenden Kopfhörer wohl für etwas irre halten.

Lange währt der Spaß mit der Frames leider nicht: Der eingebaute Akku soll Bose zufolge eine Laufzeit von bis zu 3,5 Stunden ermöglichen, was wir bestätigen können. Das ist für drahtlose Kopfhörer sehr wenig. Geladen wird die Sonnenbrille über ein USB-Kabel mit magnetischen Pins. Zum Lieferumfang gehört ein stabiles Etui, in dem die Frames sicher aufbewahrt, aber nicht geladen werden kann - drahtloses Laden wird nicht unterstützt. Den Ladestand können wir zudem nur über die Bose-Connect-App auf unserem Smartphone ablesen.

Die Gläser schützen vor UV-A- und UV-B-Strahlen. Für die Bedienung steht ein einzelner Knopf am rechten Brillenbügel zur Verfügung. Hierüber schalten wir die Brille ein, können die Wiedergabe stoppen und Lieder überspringen. Ausschalten tut sich die Sonnenbrille von selbst. Die Lautstärke lässt sich nicht direkt am Gerät regulieren, sondern nur am Smartphone selbst.

Wir haben Bose gefragt, ob es die Frames auch für Brillenträger mit geschliffenen Gläsern geben wird - aktuell ist die Brille nur ohne Sehstärke verfügbar. Der Hersteller hat uns geantwortet, dass dieses Thema für ihn sehr interessant sei und bald eine entsprechende Ankündigung gemacht werde.

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 Bose Frames im Test: Sonnenbrille mit MusikVerfügbarkeit und Fazit 
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Bembelzischer 26. Jun 2019

Wie? Da hat sich was getan? Okay, das ist überraschend. Wobei ich gerade in den...

Labbm 25. Jun 2019

Die grundsätzliche Idee ist definitiv super. Aber grade die kurze Laufzeit kann ich kein...

Dwalinn 24. Jun 2019

Gibt auch knochenschall Kopfhörer, vielleicht wäre das noch eine Alternative.

rafterman 24. Jun 2019

Mir waren schon 34 Gramm zu schwer und trage nun 22 Gramm. Hätte nie Gedacht was diese...



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