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Smart City System schließt Fehler aus

Kunden nehmen die Sensoren auf Supermarktparkplätzen sehr unterschiedlich auf. "Ich find's eine Schweinerei. Ich stand letztens nur fünf Minuten länger und habe sofort ein Knöllchen bekommen. Da habe ich quasi eine Gurke für 20 Euro gekauft!", sagte ein Rentner der Berliner Boulevardzeitung B.Z.. Einer Hausfrau hingegen gefiel das Konzept, weil sie nicht mehr dafür bestraft werden kann, wenn sie ihre Parkscheibe vergisst. Unberechtigte Knöllchen würden die Akzeptanz der Sensoren sicherlich noch verringern.

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Solche Fälle schließt Eckart für das Konzept von Parking Pilot jedoch aus. Das System registriere sehr genau den Zeitpunkt, an dem die Änderung stattgefunden habe. Dann werde die Zeitspanne wieder auf null gesetzt. "Im unwahrscheinlichen Fall, dass die Sensorinformationen eines Fahrzeugwechsels nicht am Backend ankommen, werden permanent die Magnetfeldwerte verglichen. Bei großen Abweichungen einzelner Sensorwerte wird durch Sicherheitsfunktionen sichergestellt, dass die Parkdauer zurückgesetzt wird und niemand zu Unrecht ein Knöllchen kassiert", sagt Eckart. Theoretisch sei das zwar möglich, aber beim bisherigen Einsatz der Sensoren kein Problem. Die Detektionsquote liege bei einem normalen Parkplatz mit eingezeichneten Stellplätzen bei 99 Prozent. Das selbstkalibrierende System könne allerdings durch Dauerparker verwirrt werden, räumt Eckart ein.

Schon 30.000 Sensoren im Einsatz

Um möglichst viele Nachrichten störungsfrei senden zu können, verzichtet Parking Pilot auf das LoRa-WAN-Protokoll. Stattdessen werden andere Unterfrequenzen des ISM-Bandes verwendet, um Kollisionen mit den LoRa-WAN-Geräten zu vermeiden. Darüber hinaus sind noch einige Funktionen in das eigene Lora-Protokoll eingebaut worden, um beispielsweise Repeater zu unterstützen und ein effizientes und flexibles bidirektionales Kommunikationsverhalten zu ermöglichen. Trotz der höheren Senderate sollen die Batterien der Sensoren fünf Jahre halten. Bosch kann auch deshalb nicht so oft senden, weil der Radarsensor viel Energie benötigt und möglichst wenig zum Einsatz kommen soll.

  • Der Parkplatzsensor von Bosch soll den Belegungszustand von Parkplätzen durch Magnetfelddetektion und Radar erkennen.  (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Normalerweise wird die Bodenplatte des Sensors festgeklebt, sie lässt sich aber auch mit Schrauben befestigen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der eigentliche Sensor wird in die Bodenplatte eingesetzt und damit aktiviert. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Sensor hat eine Haltbarkeit von bis zu fünf Jahren, dann muss er komplett ausgetauscht werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das gesamte Paket mit Kleber kostet in Internetshops etwa 250 Euro. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das LoRa-WAN-Gateway lässt sich selbst zusammenbauen. Benötigt werden ein Raspberry Pi und ein sogenanntes Konzentrator-Board. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit einigen wenigen Kabeln wird das Board mit dem Raspberry verbunden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Für den Druck des Gehäuses gibt es im Netz Vorlagen für den 3D-Drucker. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Bei innenliegenden Gateways ist ein Sichtkontakt zu dem Sensor hilfreich. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Gateway haben wir auf der Seite von The Things Network angemeldet. (Screenshot: Golem.de)
  • Um einen Sensor anzumelden, sind verschiedene Keys erforderlich, die Bosch zur Verfügung stellt. (Screenshot: Golem.de)
  • Ein typischer Uplink mit Coding-Rate (CR) von 4/5, Spreizfaktor (SF) von 12 und Bandbreite von 125 kHz. Die Sendezeit lag bei fast 1,5 Sekunden. (Screenshot: Golem.de)
  • Die Uplinks des Sensors unterscheiden sich nach Port und Payload. Uplink 10 meldet einen freien Parkplatz. (Screenshot: Golem.de)
  • Smart City System aus Nürnberg stattet bereits viele Parkplätze in Deutschland mit den Sensoren aus. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die AGB von Park & Control sind ziemlich lang. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Sensoren nutzen zwar LoRa, verwenden aber nicht das LoRa-WAN-Protokoll. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Parking-Pilot-Sensoren sind günstiger als die Bosch-Geräte, verfügen jedoch nicht über Radar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Smart City System bietet auch das Backend an, um die Sensordaten vollständig auszuwerten. (Screenshot: Golem.de)
Die Sensoren nutzen zwar LoRa, verwenden aber nicht das LoRa-WAN-Protokoll. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Das Konzept von Parking Pilot ist schon recht erfolgreich. "Wir haben mittlerweile über 30.000 Sensoren deutschlandweit im Einsatz und beschäftigen über 40 Mitarbeiter", sagt Eckart. Zum Erfolg dürfte beitragen, dass das Startup das komplette Nutzungsszenario abdeckt. Dabei stattet Smart City System nicht nur die Parkplätze mit Sensoren und Gateways aus, sondern bereitet auch die Daten im Backend auf. Die Kunden erhalten einen eigenen Zugang per Schnittstelle oder ein eigenes Dashboard. Per Android-App können die Kontrolleure von unterwegs die Parkplatzbelegung abrufen und so ihre Routen planen.

Das Unternehmen hat inzwischen Projekte in Österreich, Serbien und auf Malta umgesetzt. Im kommenden Jahr sei eine Expansion in weitere europäische Länder geplant. Da die Sensoren rund um Nürnberg produziert würden, könne das Unternehmen sehr schnell Anpassungen an der Hardware vornehmen.

Fazit

Doch es ist nicht so, dass das Konzept von Bosch nicht auch seine Vorteile hätte. Das gilt beispielsweise für Fälle, in denen es nicht darauf ankommt, einem Dauerparker ein Knöllchen zu verpassen. Das heißt, wenn es nicht erforderlich ist, die Parkdauer eines bestimmten Fahrzeugs minutengenau zu ermitteln. Zudem gibt es viele Parkplätze, in denen ein zuverlässiger Einzelsensor von Vorteil ist. Beispielsweise bei Ladesäulen für Elektroautos oder um Alarm zu schlagen, wenn eine Feuerwehrzufahrt zugeparkt wird. Auch wenn es darum geht, Autofahrer auf freie Parkplätze zu lotsen, wie in Parkhäusern oder auf großen Firmenparkplätzen, lassen sich die Bosch-Sensoren sinnvoll einsetzen. Voraussetzung ist natürlich, dass der Sensor nach der Anlernphase seine Launen verliert und nicht häufiger die Belegungszustände vertauscht.

Einfache Umsetzung mit hohen Austauschkosten

Gerade für Einzelanwendungen ist die Bosch-Lösung empfehlenswert, weil sie sich kostengünstig umsetzen lässt. Der Sensor ist in Internetshops für etwa 250 Euro zu kaufen. Gateways für den Innenbereich gibt es von The Things für 69 US-Dollar, für den Außeneinsatz gibt es die Geräte für etwas mehr als 500 Euro. TTN listet auf seiner Website eine ganze Reihe von kommerziellen Anbietern auf. Zudem ist eine Lösung ohne Cloud-Anbindung möglich, wenn der Netzwerk-Server lokal eingerichtet wird. Damit vermeidet man auch Probleme mit Datenspeicherung in der Cloud, wie sie einen Tag lang auch bei TTN aufgetreten sind.

Ein Nachteil besteht darin, dass die Batterie nicht ausgetauscht werden kann, wenn sie nach einigen Jahren leer geworden ist. Bosch bietet zwar einen Austausch des eigentlichen Sensors an, doch dafür werden immer noch 75 Prozent des Kaufpreises fällig. Die Sensoren sollen anschließend recycelt werden. Für den Betreiber eines größeren Parkplatzes entstehen alle fünf Jahre wieder recht hohe Investitionskosten.

Monatliche Kosten pro Stellplatz

Smart City Systems hat nach eigenen Angaben ein solarbetriebenes Gateway entwickelt. Damit ließen sich Parkplätze ohne aufwendige Installationsarbeiten schneller ausstatten. Für den Parking Pilot wird eine niedrige dreistellige Investition pro Stellplatz für Hardware und Installation fällig. Hinzu kommt noch eine monatliche Gebühr von einigen Euro pro Stellplatz für die Nutzung der Software und Daten. Vergleichbare Ausgaben könnten auch bei der Nutzung des Bosch-Sensors entstehen, wenn auf einen Dienstleister zurückgegriffen wird, der die Daten aufbereitet und mit Anwendungen wie einer App verbindet. Smart City System hat bislang nicht die Frage beantwortet, ob sich bei den Sensoren der leere Akku austauschen lässt und welche Kosten damit verbunden sind.

Beide Lösungen sind daher geeignet, die Parkraumbewirtschaftung und -überwachung neu zu organisieren. Langfristig könnte es deutlich einfacher werden, einen freien Parkplatz in den überfüllten Innenstädten zu finden. Autofahrern könnte in der Navigationsapp schon angezeigt werden, wo genau sich freie Parkplätze an der Straße, in Parkhäusern oder auf großen Firmenparkplätzen finden. Dann würde die Technik auch eher als Vorteil empfunden und nicht als Ärgernis, wenn es dann doch einen Strafzettel gibt.

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crazypsycho 13. Nov 2019

Gibt schlimmeres. Könntest ja zu einem anderem Supermarkt fahren. Andere haben es...

crazypsycho 13. Nov 2019

Es gibt noch Supermärkte in denen erst jemand mit Schlüssel kommen muss, damit storniert...

senf.dazu 11. Nov 2019

angesichts solcher Sensoren und Kommunikationstechnik für mehrere 100¤ von deutschen...

mainframe 11. Nov 2019

Ist eine Schranke bei der Ein- und Ausfahrt nicht günstiger? Einfach zählen, wieviele...

Eheran 11. Nov 2019

Der Sensor kann kein Auto mehr detektieren, wenn das Magnetfeld dauerhaft anders ist...


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