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Die Zeiten ändern sich - auch beim Studium

Motivation ist für eine erfolgreiche Bewerbung bei Ironhack ebenfalls das wichtigste Kriterium. Die Teilnehmer kommen auch hier aus den unterschiedlichsten Berufen vom Anwalt bis zum Lehrer. "Wir schauen nicht auf ihre Lebensläufe, sondern wir wollen wissen, ob jemand wirklich in die Branche gehen und sein Bestes geben will", sagt Gonzalo Manrique, Mitgründer des spanischen Unternehmens. Als er vor etwa zehn Jahren erfuhr, dass in der EU 700.000 IT-Jobs unbesetzt waren und diese Zahl jährlich um 100.000 wuchs, beschloss er, ein Startup zu gründen, das Programmierer schult. "Ich will Menschen Arbeit geben", sagt Manrique, "das treibt mich an."

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Er selbst hat ein Management-Studium in den USA absolviert. "Das war lang, sehr allgemein und sehr teuer. Dass Studiengänge vier Jahre dauern, das wurde vor 100 Jahren erfunden. Es hat für einige Fächer seine Berechtigung, aber größtenteils ist es nicht mehr zeitgemäß."

Gleichzeitig sind die Bootcamps für ihn aber keine Konkurrenz zu universitären Angeboten - er sieht sie als optimale Ergänzung: "Bei uns lernt man Dinge, die man an der Uni nicht lernt." Für Manrique passt das Format auch in unsere Zeit: "Unsere Welt dreht sich schnell, die Leute wollen Effizienz." Und die kompakte Form biete weitere Vorteile: "Du lernst in kurzer Zeit sehr viel und kannst zeigen, was in dir steckt. Es ist nicht leicht, das Camp zu absolvieren. Aber wenn du es schaffst, kannst du direkt in einen neuen Beruf gehen." Schließlich seien die Bedingungen ideal: "Der Markt verzeichnet eine große Nachfrage und bietet gut bezahlte Jobs."

Bisher wurden Ironhack-Absolventen beispielsweise direkt nach ihrem Abschluss schon bei Google, Facebook, Twitter, Xing oder Telefónica angestellt. Anders als bei Academy gibt es hier keine verbindlichen Kooperationen, die Ausbildung kostet rund 6.500 Euro.

Arbeitserfahrung aus anderen Branchen

"Vor unserer Kooperation mit Ironhack haben wir nur Entwickler eingestellt, die direkt vom Informatikstudium kommen oder ehemalige Studenten der Informatik sind", sagt Siamak Haschemi, CEO der Berliner Ingenious Technologies AG, einem führenden unabhängigen Marketing-Technologie-Anbieter. Er sieht den Einsatz der Absolventen als Teil einer Strategie zur Steigerung der Vielfalt in der Softwareentwicklungsabteilung seines Unternehmens. "Wir haben bereits in der ersten Runde drei Quereinsteiger als neue Teammitglieder begrüßen können und waren begeistert, wie schnell sie integriert waren und bereits in der ersten Woche eng mit unseren Senior-Entwicklern an Kundenprojekten zusammenarbeiten konnten. Wir profitieren davon, dass sie ihre Arbeitserfahrung aus anderen Bereichen außerhalb der Informatik einfließen lassen und für neue Ideen und Ansätze sorgen."

Bei Karolin Siebert entwickelte sich die Motivation im Beruf. Nach ihrem Grafikdesign-Studium war sie sechs Jahre in Berlin angestellt. "Ich habe dort für eine Zeitung Infografiken erstellt und kam oft an die Grenzen der Technik", erinnert sie sich. "Ich wusste: Wenn es schnell gehen muss und man viele Daten verarbeiten muss, hilft Programmierung." Irgendwann sei sie geradezu "besessen" gewesen von der Idee, programmieren zu lernen. Erst wollte sie es sich selbst beibringen, denn noch mal ein neues Studium anzufangen, kam für sie nicht in Frage. Dann entdeckte sie Ironhack - damals eines der ersten Bootcamps in Europa. "Ich habe mich angemeldet, bin nach Barcelona gefahren und habe neun Wochen lang nichts anderes gemacht als von früh bis spät Programmieren zu lernen."

Kooperationen für spezielle Anforderungen

Das Münchner IT-Systemhaus Microstaxx ging selbst eine Kooperation mit dem Anbieter Academy Deutschland ein, um stark spezialisierte Netzwerktechniker auszubilden. Die Art der Spezialisten, die ihre Firma braucht, sei schwer zu finden, sagt Barbara Burkner, Prokuristin und Manager Human Resources/Finance bei Microstaxx. "Bis dato fische ich aus Teichen wie Palo Alto oder Huawei", sagt sie. "Die, die es können, wollen aber in der Regel den Arbeitsplatz nicht wechseln. Gleichzeitig ist das Training im Job für uns sehr aufwendig, vor allem da unsere eigenen Leute ja gut beschäftigt sind. Wir brauchen aber dringend zusätzliches Personal, um unsere Projekte bedienen zu können."

Am Konzept der Bootcamps gefällt ihr, dass dort am Anfang nicht die Frage "Was kannst du, wofür bist du ausgebildet?" steht, sondern: "Wofür brennst du und welche Potenziale hast du?" Entscheidender als die Ausbildung sei die Bereitschaft, sich in ein Thema einzuarbeiten. Im Job müsse man ohnehin immer lernbereit sein: "Vorwissen kann man aufbauen, das ist nützlich und gut, aber die Dinge, mit denen sich die Kollegen im Alltag beschäftigen, sind in der Regel immer sehr neu, sie müssen sich also sowieso weiterentwickeln."

 Bootcamps: Programmierer in drei MonatenZwölf Wochen durchgängig nichts als Lernen 
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tschaka1904 13. Mai 2019

Am Codestammtisch haben wir dieses Thema auch einmal aufgegriffen. Wir haben uns damals...

Tom01 25. Dez 2018

Da brauche ich ja gar kein Informatikstudium mehr.

Aluz 18. Dez 2018

+1 da ist jemand, der den Unterschied kennt. Danke :)

Aluz 18. Dez 2018

Verwechselt nicht "Entwickler" mit "Programmierer". Das sind 2 verschiedene Paar Schuh...

Aluz 18. Dez 2018

Deiner Aussage steht entgegen, dass sie nun schon 4 Jahre in dem Feld taetig ist und...


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