Booking.com: Geschäftsmodell Endreinigung
Inhalt
- Booking.com: Geschäftsmodell Endreinigung
- Im Kleingedruckten versteckt
- Und noch mehr Extrakosten
- Reinigungsdienstleister stellt 0 Euro in Rechnung, Dancenter macht 142,47 draus
- Eine verbreitete Masche?
- Zahlung zurückfordern und Schriftverkehr dokumentieren
- Vom Familienbetrieb zum anonymen Großkonzern
Eigentlich wollten wir nur zwei Nächte in Dänemark verbringen und dort heiraten – auf Ærø, einer kleinen Insel, laut Tourismuswerbung "versteckt im Inselarchipel südlich von Fünen". Auf Booking.com fanden wir ein kleines Ferienhaus für rund 150 Euro – genau das Richtige für unsere Hochzeit auf der sogenannten Hochzeitsinsel. Wenige Stunden nach der Buchung verlangte der Vermieter Dancenter plötzlich fast 200 Euro zusätzlich – als angebliche Kaution für Endreinigung und spätere Nebenkosten. Ohne diese Zahlung, hieß es, gebe es weder Schlüssel noch Mietvertrag.
Aus den versprochenen 150 wurden am Ende mehr als 300 Euro. Was zunächst wie ein Einzelfall wirkte, entpuppte sich während einer monatelangen Recherche als Beispiel für ein Geschäftsmodell, das Verbraucherschützer und Gesetzgeber weltweit als Drip Pricing(öffnet im neuen Fenster) bekämpfen: Anbieter locken mit niedrigen Preisen und treiben die Kosten erst nach der Buchung durch verpflichtende Zusatzgebühren in die Höhe. Für diesen Artikel haben wir den Fall über sechs Monate nachverfolgt, rund 100 E-Mails mit Dancenter und Booking.com ausgewertet, Vertragsunterlagen geprüft und mit Verbraucherrechtsexperten gesprochen.
Ohne Zahlung kein Schlüssel
Weil die bürokratischen Hürden in Dänemark niedrig sind, hat sich auf der kleinen Insel(öffnet im neuen Fenster) ein beschaulicher Hochzeitstourismus etabliert. Bei Booking.com finden sich über 80 buchbare Angebote, darunter verlockende alte romantische Häuschen wie unser Holiday Home(öffnet im neuen Fenster) in der Norregadde 34 .
Skeptisch hätte uns bereits die Bewertung von 6,8 bei 18 Kommentaren machen sollen; bei Booking.com nachzulesen sind Beschwerden über Qualität und Reinigung, mangelhafte Heizung im Winter und schlechten Service. Noch schlimmer fallen die Urteile auf anderen Plattformen aus.
Doch wie sicherlich viele andere kamen wir nicht auf die Idee, vor der Buchung den Vermieter auf Trustpilot(öffnet im neuen Fenster) zu prüfen, Dokumentationen beim NDR(öffnet im neuen Fenster) zu schauen oder Artikel auf den Webseiten des dänischen Fernsehens(öffnet im neuen Fenster) oder in(öffnet im neuen Fenster) fremdsprachigen Reddit-Foren(öffnet im neuen Fenster) zu lesen, die ausdrücklich vor Dancenter und den Methoden der Vermieterfirma warnen. Wir wollten einfach nur heiraten.
Skeptisch wurden wir erst, als Dancenter uns freundlich bat, vorab und über eine andere Zahlungsart direkt weitere 185 Euro zu bezahlen, wo doch Booking.com normalerweise ausdrücklich davor warnt, direkt Zahlungen an Vermieter vorzunehmen, ja auch darauf Wert legt, dass man nur über dessen Kanäle kommuniziert. Offiziell handelte es sich um eine "Kaution". Da ohne Zahlung weder Schlüssel noch Mietvertrag bereitgestellt werden sollten, überwiesen wir den Betrag trotz Bedenken.
Nach Wochen des Schriftverkehrs und der Auswertung sämtlicher Vertragsunterlagen wurde klar, dass sich Dancenter auf Formulierungen beruft, die wir bei der Buchung zwar akzeptiert, deren Tragweite wir aber nicht erkannt hatten.
- Booking.com: Geschäftsmodell Endreinigung
- Im Kleingedruckten versteckt
- Und noch mehr Extrakosten
- Reinigungsdienstleister stellt 0 Euro in Rechnung, Dancenter macht 142,47 draus
- Eine verbreitete Masche?
- Zahlung zurückfordern und Schriftverkehr dokumentieren
- Vom Familienbetrieb zum anonymen Großkonzern
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