Bonn: Auch Cisco muss seinen 5G-Quellcode dem BSI vorlegen

Die Zeiten, in denen dem US-amerikanischen Verbündeten und ihren Konzernen in Deutschland blind vertraut wurde, sind vorbei. Cisco eröffnet in Bonn ein Technology Verification Service Center für den 5G-Quellcode und anderes.

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Klaus Lenssen, Chief Security Officer bei Cisco; Uwe Peter, Geschäftsführer von Cisco Deutschland; Arne Schönbohm, Präsident des BSI und Karsten Schelhove, Director Systems Engineering Deutsche Telekom bei Cisco (v. l. n. r.)
Klaus Lenssen, Chief Security Officer bei Cisco; Uwe Peter, Geschäftsführer von Cisco Deutschland; Arne Schönbohm, Präsident des BSI und Karsten Schelhove, Director Systems Engineering Deutsche Telekom bei Cisco (v. l. n. r.) (Bild: Cisco)

Cisco hat am Freitag ein Technology Verification Service Center in Bonn eröffnet. Das gab der US-Ausrüster am 29. November 2019 bekannt. Hier lassen sich laut Cisco die Sicherheit und der Betrieb von Netzwerk-Technologien - insbesondere für kritische Infrastrukturen und Service Provider aus ganz Europa - unter realen Bedingungen testen.

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"Als Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes begrüßt das BSI die Einrichtung des Technology Verification Service Centers in Bonn", sagte Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). "Das neue Labor bietet auch dem BSI verbesserte technische Möglichkeiten, Produkte des Herstellers Cisco eingehend unter Aspekten der IT- und Cybersicherheit zu prüfen."

"Cybersecurity ist ein Teamsport", erklärte Klaus Lenssen, Chief Security Officer bei Cisco. "Sicherheit ist ein Prozess und kein Zustand."

Cisco-Deutschland-Sprecher Lars Gurow sagte Golem.de im März 2019, im Rahmen des Technology Verification Service werde Zugang, Prüfung und Test von Quellcode an bestimmten, besonders geschützten Cisco-Einrichtungen ermöglicht. "Cisco gewährt also Einblick in Quellcode, jedoch gelangt keine Organisation oder Regierung in den Besitz des Codes", erklärte Gurow.

Security Lab: Huawei hatte vor einem Jahr vorgelegt

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Huawei hatte bereits im November 2018 im Beisein des BSI-Präsidenten sein Security Lab in Bonn eröffnet, in dem deutsche Kunden unter anderem den Quellcode von Huawei-Produkten prüfen können. Ähnliche Einrichtungen, erklärte Schönbohm, wünsche er sich auch von anderen Herstellern. Später sagte er dem Wall Street Journal, man ermutige "alle Ausrüster, Laboratorien zur Verifizierung von Technologien in Bonn zu eröffnen". Sie sollten so beschaffen sein wie das Lab von Huawei.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg sagte dem Deutschlandfunk im Februar 2019, "dass auch andere Anbieter von Technologie, zum Beispiel aus den Vereinigten Staaten, erheblichen Regelungen unterliegen, dass sie Daten möglicherweise staatlichen Einrichtungen zur Verfügung stellen müssen. Ich erinnere an Amerika mit dem Patriot Act. Wenn wir also Cisco-Router einbauen würden, wäre die Sicherheit nicht zu hundert Prozent gegeben. Auch da müsste man sich Sorgen machen, welche Technologie verbaut ist."

"Bei der Nutzung von US-basierten Cloud-Diensten gilt der Cloud-Act, der den US-Behörden weitreichende Zugriffe auf die Daten von US-Cloud-Providern geben kann, auch wenn die Daten nicht in den USA gespeichert sind", hatte das Innenministerium im Juli 2019 erläutert.

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Kommentator2019 03. Dez 2019

Maerz 2017 in Brussels: Trust Verification Center https://www.cisco.com/c/de_de/about...

Eheran 02. Dez 2019

Die Hintertüren, die selbst nach Veröffentlichung nicht richtig geschlossen wurden...

floewe 01. Dez 2019

Eher gibt der Artikel her, dass hier für alle europäischen Anbieter eine Testmöglichkeit...

wHiTeCaP 01. Dez 2019

Vielleicht weil man Bammel hatte, dass Huawei Dinge über Cisco heraus...

Hotohori 30. Nov 2019

Jedes Rechenzentrum hat auch sensible Daten und damit auch etwas zu verbergen.



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