Bombendrohungen: BKA greift gegen Online-Gruppierung "Schweinetreff" durch

Strafverfolger haben die Räumlichkeiten mehrerer mutmaßlicher Mitglieder einer Online-Gruppierung namens Schweinetreff durchsucht. Laut Pressemitteilung des BKA(öffnet im neuen Fenster) fanden die Durchsuchungen bei vier Beschuldigten und einem jugendlichen Zeugen statt. Die Einsatzorte waren über vier Bundesländer verteilt: Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Sachsen-Anhalt.
Den Beschuldigten, darunter zwei Jugendliche, wird vorgeworfen, sich zum Zwecke bundesweiter Bombendrohungen einer kriminellen Vereinigung angeschlossen zu haben. Die Gruppe soll "hunderte Drohmails" mit vorgetäuschten Bombendrohungen gegen Schulen, Bahnhöfe, Einkaufszentren und andere städtische sowie öffentliche Einrichtungen verschickt haben.
Als Beispiele führt das BKA mehrere Fälle aus dem vergangenen Jahr an, bei denen Einrichtungen vorübergehend evakuiert und gesperrt werden mussten. Teilweise mussten die Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen auch den ÖPNV an betroffenen Bahnhöfen unterbrechen. Die Rede ist von "Hunderten von Fällen" , die Polizeieinsätze zur Folge hatten.
Auch falsche Drohungen sind teuer
Zwar hätten sich die Bombendrohungen stets als Falschmeldungen erwiesen, durch die Schutzmaßnahmen sei aber dennoch ein immenser Schaden im hohen fünfstelligen Bereich entstanden, schreibt das BKA. Hinzu kommen hohe psychische Belastungen für Menschen aus betroffenen Einrichtungen, darunter Schüler und Lehrer.
Laut Pressemitteilung schloss sich die kriminelle Vereinigung hinter den Bombendrohungen im virtuellen Raum zusammen und kommunizierte über eine Messenger-Gruppe namens Schweinetreff. Ziel der Gruppe war es wohl, durch Androhung von Straftaten die Bevölkerung zu verunsichern und Polizeieinsätze auszulösen, um sich an der Reaktion der Behörden sowie der damit einhergehenden Aufmerksamkeit "zu erfreuen" .
Vergleichbare Vorfälle sollen auch in Österreich beobachtet worden sein – ebenfalls mit "einem hohen wirtschaftlichen Schaden durch Evakuierungsmaßnahmen" . Die vier durchsuchten Verdächtigen konnten den Angaben zufolge durch einen Informationsaustausch mit österreichischen Behörden identifiziert werden. Laut BKA wurden bei den Durchsuchungen zahlreiche elektronische Geräte und Speichermedien sichergestellt.



