Bombendrohung per Cock.li: Staatsanwaltschaft beschlagnahmt Festplatte bei Hetzner

Wegen einer anonymen Bombendrohung mussten kürzlich alle Schulen in Los Angeles schließen. Nun haben deutsche Behörden offenbar Amtshilfe bei der Suche nach dem Urheber der Drohmails geleistet.

Artikel veröffentlicht am ,
Über den Maildienst Cock.li wurde eine anonyme Bombendrohung an US-Schulen verschickt.
Über den Maildienst Cock.li wurde eine anonyme Bombendrohung an US-Schulen verschickt. (Bild: Cock.li)

Die angebliche Bombendrohung an US-amerikanischen Schulen kam von der E-Mail-Adresse "madbomber@cock.li". Nun haben deutsche Behörden offenbar eine Festplatte des Anbieters Cock.li beschlagnahmt, über dessen Dienst in der vergangenen Woche die Drohung verschickt worden war. Gehostet wird Cock.li demnach vom Provider Hetzner in dessen Rechenzentrum im vogtländischen Falkenstein. Die zuständige Staatsanwaltschaft Zwickau wollte entsprechende Berichte weder bestätigen noch dementieren. "Bei uns werden keine Ermittlungen geführt, ich kann dazu nichts sagen", sagte deren Sprecherin Ines Leonhardt am Mittwoch auf Anfrage von Golem.de.

Stellenmarkt
  1. IT-Recruiter (m/w/d)
    Cegeka Deutschland GmbH, Neu Isenburg, Köln
  2. Coordinator Digital Product Design (m/w/d)
    Vodafone GmbH, Berlin, Düsseldorf
Detailsuche

Der Betreiber von Cock.li, Vincent Canfield, hatte am Montag über die Beschlagnahmung der Daten berichtet. In einem Videostatement informierte er seine Nutzer, dass eine Festplatte mit allen Daten von deutschen Behörden konfisziert worden sei. Dazu gehörten auch SSL-Schlüssel, private Schlüssel, gehashte Passwörter, Registrierungsdaten, Login-Daten der vergangenen sieben Tage sowie der komplette Inhalt der Mails. Da Hetzner die Daten nach eigenen Angaben mit einem Raid1-System sichert, konnte der Dienst weiterlaufen. Während eine Festplatte entnommen wurde, konnte die zweite Platte mit den gespiegelten Daten weiter genutzt werden. Inzwischen wurde auch die Registrierung für den Dienst wieder freigeschaltet.

Der Mail-Anbieter für 8Chan-Nutzer

Cock.li existiert seit 2013 und hat nach Angaben Canfields inzwischen 64.500 Nutzer. Dazu zählen auch Unterdomains wie horsefucker.org, 8chan.co, loves.dicksinmyan.us oder national.shitposting.agency. Der anonyme Dienst wird laut US-Medienberichten häufig von Nutzern des Imageboards 8chan verwendet. Canfield engagierte als juristischen Beistand in seinem Fall die prominente Anwältin Jesselyn Radack, die auch die US-Whistleblower Edward Snowden und Thomas Drake vertritt. Canfield hatte bereits am Dienstag vergangener Woche eine Anordnung der New Yorker Polizei veröffentlicht, mit der er zur Herausgabe aller ihm bekannter Daten des verdächtigen Nutzers aufgefordert worden war.

In Los Angeles waren am 15. Dezember nach einer als glaubhaft eingeschätzten Drohung sämtliche öffentlichen Schulen und Vorschulen geschlossen worden. In New York war eine ähnliche Drohung eingegangen. Jedoch hatten die Behörden diese als Hoax ignoriert.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


mxcd 24. Dez 2015

nicht unbedingt. Manche Terroristen wollten auch demonstrieren, dass sie es können und...

Sharra 24. Dez 2015

Entgegen der landläufigen Meinung hat die Polizeit sogar IT-Spezialisten. Nein...

mxcd 24. Dez 2015

Ich war vorher noch nie auf 8chan und wollte es mir nach dem Artikel mal ansehen. Schon...

CombatMeido 23. Dez 2015

The Black Cat of ill Omen. Aber ja, erinnert schon irgendwie an CHEEEEEEEEN.

Sachsenpaule 23. Dez 2015

Jap, die Daten liegen komplett in dem Hetzer Server Zentrum. Gibt in der Nähe auch keine...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Chorus im Test
Action im All plus galaktische Grafik

Schicke Grafik und ein sprechendes Raumschiff: Chorus von Deep Silver entpuppt sich beim Test als düsteres und spannendes Weltraumspiel.
Von Peter Steinlechner

Chorus im Test: Action im All plus galaktische Grafik
Artikel
  1. Bald exklusiv bei Disney+: Serien verschwinden aus Abos von Netflix und Prime Video
    Bald exklusiv bei Disney+
    Serien verschwinden aus Abos von Netflix und Prime Video

    Acht Serienklassiker gibt es bald nur noch exklusiv bei Disney+ im Abo. Dazu gehören Futurama, Family Guy und 24.
    Von Ingo Pakalski

  2. Retrogaming: Der Analogue Pocket ist eine Hommage an den Game Boy
    Retrogaming
    Der Analogue Pocket ist eine Hommage an den Game Boy

    Der Analogue Pocket konnte bereits kurz vorbestellt werden. Der an den Game Boy erinnernde Handheld ist aber beliebt und vorerst vergriffen.

  3. Edge-Browser: Microsoft will Installation von Chrome verhindern
    Edge-Browser
    Microsoft will Installation von Chrome verhindern

    Microsoft intensiviert sein Vorgehen gegen andere Browser: Vor der Installation von Chrome wird Edge übertrieben gelobt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn-Advent: Toshiba Canvio 6TB 88€ • KFA2 Geforce RTX 3070 OC 8GB 1.019€ • Netgear günstiger (u. a. 5-Port-Switch 16,89€) • Norton 360 Deluxe 2022 18,99€ • Gaming-Monitore zu Bestpreisen (u. a. Samsung G3 27" FHD 144Hz 219€) • Spiele günstiger (u. a. Hades PS5 15,99€) [Werbung]
    •  /