Bombardier Primove: Induktionsbusse fahren ab Sommer vom Berliner Zoo ab

Nach Mannheim und Braunschweig bekommt die Hauptstadt Induktionsbusse mit Bombardiers Primove-Technik. Ab Sommer 2015 werden die Berliner Verkehrsbetriebe eine E-Bus-Linie mit sehr speziellen Haltestellen betreiben. Die erste ist schon im Bau.

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Die Buslinie 204 wird Berlins erste Induktionsbuslinie werden.
Die Buslinie 204 wird Berlins erste Induktionsbuslinie werden. (Bild: Bombardier Transportation)

Bombardiers Primove-Technik wird bald in Berlin eingesetzt. Sie kommt auf der Buslinie 204 zum Einsatz, die die City West mit dem Bahnhof Südkreuz verbindet. Die Technische Universität (TU) Berlin, Bombardier und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) betonen, dass die Busse erstmals in einer europäischen Hauptstadt eingesetzt würden, in kleinen Städten sind Busse mit Primove-Technik aber längst unterwegs. So gibt es die passenden Induktionshaltestellen für die neuen Busse bereits in Mannheim, und Braunschweig ist schon so weit, dass die ersten Gelenkbusse (Schlenkis) mit Primove ausgestattet werden.

  • Die Induktionshaltestelle ist noch nicht fertig. Im Hintergrund ist das Hochhaus Zoofenster zu sehen. (Foto: BVG/Sven Lambert)
  • Die Buslinie 204 und technische Daten zur Induktionsbusflotte (Bild: BVG)
  • Der neue Solaris-Bus (Bombardier zeigt seltsamerweise einen Citaro) mit Induktionstechnik... (Grafik: Bombardier Transportation)
  • ... braucht eine große Ladestation unter dem Bus. (Grafik: Bombardier Transportation)
... braucht eine große Ladestation unter dem Bus. (Grafik: Bombardier Transportation)
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So große Fahrgastströme wie in Mannheim sind auf der Buslinie 204 in Berlin nicht zu erwarten. Zwar fährt die Linie direkt vom Zoologischen Garten zum Fernbahnhof Berlin-Südkreuz, doch sie erschließt überwiegend Wohngebiete und verbindet keine Bereiche miteinander, die Umsteiger oder gar Touristen nutzen. Dementsprechend ist die Buslinie in Tagesrandlagen nicht besonders gefüllt. Das liegt zum Teil an der wenig attraktiven Taktung. Am Sonntag fährt die Linie gar nicht und Anwohner müssen zu alternativen Linien laufen. Am Samstag werden nicht einmal die in Berlin typischen Geschäftszeiten abgedeckt. Nur in der Woche fährt die Linie immerhin bis etwa 21 Uhr.

Es werden genug Primove-Busse angeschafft, um die gesamte Strecke zu bedienen

Im Durchschnitt fährt einer der Busse in 24 Minuten die 6,1 km lange Strecke ab. Für den Gesamtbedarf werden in der Regel drei Busse benötigt, wie leicht über die Openstreetmap-basierte VBB-Livekarte zu verifizieren ist. Angeschafft werden insgesamt vier Busse basierend auf dem Solaris Urbino 12 Electric. Normalerweise wird das Fahrzeug mit einem Stecker aufgeladen. Konstruktionsseitig ist der Bus aber auch für den Einsatz eines Pantografen, also eines Stromabnehmers auf dem Dach oder eben einer Ladung über Induktion auf dem Boden, vorbereitet. Letzteres kommt dann in Berlin zum Einsatz.

Die Berliner Ausführung des Busses ist für bis zu 70 Fahrgäste (stehend und sitzend) ausgelegt und fährt maximal 65 km/h durch die Stadt - das allerdings nur für Überführungsfahrten über Autobahnen. Im regulären Betrieb ist höchstens Tempo 50 angesagt. Die Akkus haben eine Kapazität von 90 kWh bei einer Spannung von 660 Volt. Das ist genug, um sparsam mit den Ladestationen umgehen zu können.

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Die BVG nimmt an, dass ein Bus im normalen Betrieb auf der Strecke zwischen 1,3 und 1,8 kWh pro Kilometer von der Akkukapazität benötigen wird. Ladestationen gibt es dementsprechend nur an den Endstellen in der Hertzallee (hinter dem Bahnhof Zoo in der Betriebshaltestelle) und am Südkreuz. Die Haltestelle am Zoo ist bereits im Bau und wird von Fahrgästen nicht benutzt. Dasselbe dürfte für die Südkreuz-Haltestelle gelten, die ab April 2015 gebaut wird. Dieser Bahnhof passt gut zur Induktion: Dort wird allgemein viel neue Technik verbaut, da die Deutsche Bahn am Südkreuz viele Forschungsprojekte gestartet hat.

Für den Fahrgast wird der technische Aspekt kaum zu sehen sein

Selbst der informierte Fahrgast wird von der Induktion nicht viel bemerken. Die Reserven der Akkus sind groß genug, um auch im Verspätungsfall mal auf das Aufladen an einer Endstelle verzichten zu können. Das Aufladen dauert normalerweise zwischen 4 und 7 Minuten. Prinzipiell ist Bombardier Primove aber auch für das Aufladen unterwegs geeignet. Das lohnt sich etwa an Haltestellen mit hohem Fahrgastaufkommen und vor Ampelanlagen.

Neben den Induktionsladestationen auf der Strecke der Linie 204 wird auch eine Ladestation im BVG-Depot in der Indira-Gandhi-Straße gebaut. Der befindet sich im Ostteil der Stadt in Weißensee und ist damit sehr weit weg vom Einsatzgebiet des Busses. Die neuen Busse kommen also auch auf längeren Strecken zum Einsatz. Leider nicht mit Fahrgästen.

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesverkehrsministerium mit 4,1 Millionen Euro gefördert. Dazu arbeitet die BVG mit der TU Berlin zusammen an weiteren Möglichkeiten der Optimierung. Ähnliches passiert auch in Braunschweig mit der dort ansässigen Technischen Universität.

Der Betrieb an den 18 Haltestellen der Buslinie 204 soll im Sommer 2015 aufgenommen werden und ist zunächst bis zum 30. Juni 2016 geplant. Der erste induktionsfähige BVG-Bus wird im Mai 2015 für die Abstimmung und Abnahme nach Mannheim geliefert und kommt anschließend in Berlin zum Einsatz.

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Kleba 20. Mär 2015

Ich finde die Brennstoffzellen-Busse hier in Hamburg ziemlich ruhig. Fahre aber nicht so...

__destruct() 20. Mär 2015

Ich denke, dass Taxis wesentlich länger rumstehen als Busse.

qupfer 19. Mär 2015

Was macht man den so als Pufferküsser?

qupfer 19. Mär 2015

Wenn du dein Auto "französisch" abstellst, damit ein Bus dich ggf. wegschieben kann...



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