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Bombardier Primove: Erste Induktionshaltestellen für Busse in Mannheim im Bau

In Mannheim hat die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH zusammen mit Bombardier damit begonnen, die ersten Haltestellen für die Primove-Induktionsbusse zu bauen. Noch im Sommer soll die Linie 63 dann mit Akkus beladen den Hauptbahnhof für mindestens ein Jahr im 20-Minuten-Takt ansteuern.
/ Andreas Sebayang
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Bombardiers Primove-System wird in Mannheim getestet. (Bild: RNV)
Bombardiers Primove-System wird in Mannheim getestet. Bild: RNV

In Mannheim wurde mit dem Bau der ersten Induktionshaltestellen(öffnet im neuen Fenster) für eine Primove-Buslinie begonnen. Die mit Bombardier Primove ausgestatteten Busse werden über Akkus mit Energie versorgt und laden ihre Energiespeicher an den Haltestellen während des Fahrgastwechsels wieder auf.

Primove ist bereits in der Stadt Braunschweig als Forschungsprojekt der TU Braunschweig mit zwei Bussen auf der Linie M19 in Betrieb(öffnet im neuen Fenster) , die zum dortigen Hauptbahnhof fährt ( PDF-Fahrplan ab 5. Mai 2014(öffnet im neuen Fenster) ). In Berlin ist ebenfalls eine Primove-Linie mit der BVG geplant(öffnet im neuen Fenster) , die allerdings ziemlich weit weg vom Stadtzentrum getestet wird.

In Mannheim soll es im zweiten Quartal 2014 soweit sein, also spätestens Ende Juni laut dem PDF-Projekt-Flyer, der auch technische Daten beinhaltet(öffnet im neuen Fenster) . Auch in Mannheim werden zwei Busse eine Strecke bedienen. Diese hat 23 Haltestellen und führt als Linie 63 direkt zum Hauptbahnhof.

Nachladen in 40 Sekunden

Neben den Endhaltestellen werden fünf weitere Haltestellen mit Induktionsladestationen versehen. Auf diesen kann der Bus nur sehr kurz seine Akkus aufladen. Gerade einmal 40 Sekunden sind vorgesehen, um die Lithium-Ionen-Akkus mit einer Kapazität von 60 kWh wieder teilaufzuladen. Die Endhaltestellen laden den Bus noch einmal für jeweils zweieinhalb Minuten auf. Die Fahrtzeit beträgt inklusive der Wartezeiten an den Endstellen rund 40 Minuten. Die Primove-Busse ergänzen die dort verkehrenden Busse also nur. Der Energiebedarf der Busse liegt bei 1,6 bis 2,6 kWh pro Kilometer.

Während der Testphase hoffen die Projektpartner, die Kosten für den Betrieb des ÖPNV reduzieren zu können. Außerdem sind die E-Busse leiser als die dieselgetriebenen Gegenstücke. Das kommt den Anwohnern zugute. Allerdings sind zu leise ÖPNV-Fahrzeuge häufig auch ein Problem wegen unachtsamer Verkehrsteilnehmer.

Elektrobusse sind selten geworden

Busse, die mit Strom fahren, sind in Deutschland und Österreich selten geworden, nachdem die Oberleitungsbusse(öffnet im neuen Fenster) aus den meisten Städten verschwunden sind. In der Nähe von Berlin wird etwa in der Stadt Eberswalde mit Oberleitungsbussen gefahren. In der Schweiz ist der Oberleitungsbus dagegen noch sehr weit verbreitet. In Zürich fahren etwa Doppelgelenk-Oberleitungsbusse(öffnet im neuen Fenster) mit hoher Passagierkapazität durch die Innenstadt. Das Primove-System verspricht ähnliche Vorteile wie die der Trolleybusse, verzichtet aber auf den Fahrdraht über der Straße. Bombardier liefert nur die Technik, nicht aber die Busse.

Der eigentlich auf Flug- und Schienenfahrzeuge spezialisierte Konzern Bombardier bietet Primove auch für Straßenbahnen an(öffnet im neuen Fenster) . Über eine gerade einmal 800 Meter lange Versuchsstrecke ist das System jedoch noch nicht hinausgekommen. Eine Primove-Straßenbahn wird direkt unter der Schiene per Induktion mit Energie versorgt, so dass die Infrastruktur stärker umgebaut werden muss. Auch hier ist das Puffern von Energie prinzipiell möglich, aber nicht nötig. Primove-Straßenbahnen brauchen keine Akkus.


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